Diplomarbeit, 2008
82 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung und Zielsetzung
2 Situationsanalyse des Premiummarktes
2.1 Strategisches Entwicklungspotenzial des Premiummarktes
2.2 Operative Markenführung von Premiummarken
2.3 Motive und Hinderungsgründe einer internationalen Expansion am Beispiel ausgewählter Premiummarken
3 Theoretische Grundlagen der internationalen Markterschließung
3.1 Einflussfaktoren auf die Marktwahl
3.1.1 Umweltbezogene Einflussfaktoren
3.1.2 Unternehmensbezogene Einflussfaktoren
3.2 Markteintrittsstrategie
3.2.1 Formen des Markteintritts
3.2.2 Timing der Markterschließung
3.3 Marktbearbeitungsstrategien
3.3.1 Marketing-Mix
3.3.2 Standardisierung vs. Differenzierung
4 Internationale Markterschließungsstrategien ausgewählter Premiummarken
4.1 Marc O’Polo International GmbH
4.1.1 Einflussfaktoren auf die Marktwahl
4.1.2 Markteintrittsstrategien
4.1.3 Marktbearbeitungsstrategien
4.2 Hugo Boss AG
4.2.1 Einflussfaktoren auf die Marktwahl
4.2.2 Markteintrittsstrategien
4.2.3 Marktbearbeitungsstrategien
4.3 Camel Master Licence Corporation GmbH
4.3.1 Einflussfaktoren auf die Marktwahl
4.3.2 Markteintrittsstrategien
4.3.3 Marktbearbeitungsstrategien
5 Erfolgsfaktoren der Internationalisierung einer Premiummarke
5.1 Einflussfaktoren auf die Marktwahl
5.2 Markteintrittsstrategien
5.3 Marktbearbeitungsstrategien
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren der internationalen Markterschließung für Premiummarken, um Strategien für eine erfolgreiche Expansion in neue Auslandsmärkte abzuleiten und diese in den Kontext von Handelsunternehmen wie der Karstadt Premium Group zu setzen.
4.1.2 Markteintrittsstrategien
Marc O’Polo vertreibt seine Waren sowohl über Distributeure, im Sinne von Agenten oder Wholesale-Gesellschaften, als auch über Monolabelstores. Dabei versucht Marc O’Polo jedoch verstärkt, über die letztgenannte Eintrittsform, den Monolabelstores, zu wachsen. Ein Store gibt zu 100% die Marke wieder; damit kann das Label besser präsentiert und positioniert werden. Im Gegensatz dazu ist die Warenpräsentation im Retail stark von den Fähigkeiten des Multilabelkunden abhängig. Von den 150 betriebenen Monolabel-Stores werden 45 als Directly Operated Stores geführt.
Durch diese in Eigenregie geführten Stores kann Marc O’Polo nicht nur die doppelte Marge generieren, sondern auch wichtige Erfahrungen am Markt sammeln. Die gesammelten Retailerfahrungen können dann wiederum zur Unterstützung der Franchisenehmer, z.B. bei der Auswahl der Location oder der Mietverhandlungen, genutzt werden. Auf der anderen Seite partizipiert Marc O’Polo ebenfalls von dem lokalen Know-how der Franchisenehmer. Wird dieses Know-how mit finanziellem Engagement gebündelt, ist Franchising für das Bekleidungslabel eine attraktive Eintrittsform.
Trotz der genannten Vorteile eines Monolabelstores möchte das Unternehmen bei den Distributionsformen flexibel bleiben. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Partner. Selbiger „[...] muss irgendwo ein Marc O’Polo-Typ sein. Der muss professionell sein, ein sehr hohes Know-how haben, aber auch sehr menschlich und sehr nahbar, greifbar sein.“ Die hohe Bedeutung der Persönlichkeit bei der Partnerauswahl ist auf die Unternehmensphilosophie zurückzuführen.
1 Einleitung und Zielsetzung: Hinführung zur Fragestellung der internationalen Markterschließung im Premiumsegment und Darlegung des Forschungsinteresses.
2 Situationsanalyse des Premiummarktes: Analyse des Wachstumspotenzials und der operativen Anforderungen an die Markenführung hochwertiger Produkte.
3 Theoretische Grundlagen der internationalen Markterschließung: Erläuterung der entscheidenden Faktoren für die Marktwahl sowie Darlegung von Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien.
4 Internationale Markterschließungsstrategien ausgewählter Premiummarken: Analyse der Expansionswege von Marc O’Polo, Hugo Boss und Camel Active anhand von Experteninterviews.
5 Erfolgsfaktoren der Internationalisierung einer Premiummarke: Zusammenführung der Erkenntnisse zu konkreten Erfolgsfaktoren für Marktwahl, Eintritt und Bearbeitung.
6 Fazit: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Einordnung der Erkenntnisse für zukünftige Expansionsvorhaben.
Internationale Markterschließung, Premiummarken, Marktwahl, Markteintrittsstrategie, Marktbearbeitungsstrategie, Direktinvestitionen, Franchising, Markenführung, Standardisierung, Differenzierung, Fashion-Branche, Erfolgsfaktoren, Expansionsgeschwindigkeit, Konsumentenverhalten, Handelsmanagement.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den strategischen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Erschließung internationaler Märkte durch Unternehmen im Premiumsegment.
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: die Auswahl geeigneter Ländermärkte (Marktwahl), die institutionelle Form des Markteintritts und die optimale Gestaltung des Marketing-Mixes (Marktbearbeitung).
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen und praxisnaher Fallbeispiele Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die für eine effiziente internationale Expansion von Premiummarken entscheidend sind.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine qualitative empirische Untersuchung in Form von Experteninterviews mit leitenden Angestellten internationaler Unternehmen der Fashion-Branche durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Internationalisierungskonzepten sowie in eine detaillierte Fallstudien-Analyse dreier ausgewählter Unternehmen (Marc O’Polo, Hugo Boss, Camel Active).
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem internationale Markterschließung, Premiummarken, Markteintrittsstrategien, Markteintrittsbarrieren, Standardisierung vs. Differenzierung und Erfolgsfaktoren.
Das KaDeWe dient als konkretes Anwendungsbeispiel für die Expansionsbestrebungen der Karstadt Premium Group, deren Transfer eines nationalen Premium-Betriebstypenkonzepts in internationale Märkte im Fazit kritisch hinterfragt wird.
Wie insbesondere bei Marc O’Polo hervorgehoben, basiert der Erfolg oft auf der Übereinstimmung der Unternehmensphilosophie mit dem lokalen Partner; professionelles Know-how muss dabei durch zwischenmenschliche Nahbarkeit ergänzt werden, um eine effektive Zusammenarbeit zu garantieren.
Die Studie zeigt, dass ein zu schnelles Vorgehen oft zu "Desastern" führt, weshalb eine vorsichtige, sukzessive Erschließung (Wasserfall-Strategie) meist bevorzugt wird, um Nachhaltigkeit und Kontrolle über das Markenimage zu wahren.
In der Theorie stark getrennt, zeigt die Praxis einen notwendigen Mix: Während das Markenbild und die Markenwerte weltweit standardisiert sein müssen, erfordert die lokale Anpassung (z.B. Sortiment, Marketing-Adjustments) eine gewisse Differenzierung, um auf regionale Besonderheiten reagieren zu können.
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