Bachelorarbeit, 2014
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Produktbeschreibung Risikolebensversicherung
3 Prämienkalkulation und rechtliche Rahmenbedingungen
3.1 Definition und Entwicklung von biometrischen Risiken
3.2 Definition von Sterbetafeln
4 Marktüberblick
4.1 Produkte
4.2 Marktvergleich der Antragsfragen
4.3 Vertragsabschlussprozess und Risikoprüfung
5 Innovative Konzepte
5.1 Innovationen in der Tarifgestaltung
5.2 Innovationen im Antragsprozess und Risikoprüfung
5.3 Risikoselektion durch Gruppenbildung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über innovative Strategien in der Tarifgestaltung sowie im Antragsprozess von Risikolebensversicherungen zu geben. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Prämiendifferenzierung und der Risikoselektion, insbesondere unter Berücksichtigung des zunehmenden Preiswettbewerbs und der Bedeutung biometrischer Risikofaktoren.
3.1 Definition und Entwicklung von biometrischen Risiken
Über den Risikobegriff gibt es in der Literatur verschiedene Auffassungen. Laut Farny (2011, S. 25) definiert sich der Risikobegriff als „den Sachverhalt, dass die Entscheidungen eines Wirtschaftssubjektes über sein (wirtschaftliches) Verhalten im Regelfall nicht zu einem eindeutigem Ergebnis führen, sondern eine Vielzahl von Ergebnismöglichkeiten verursachen, die jeweils mit (bekannten oder unbekannten) Wahrscheinlichkeiten eintreten.“ Die Risikoerfassung- und bewertung erfolgt auf Basis von Risikomerkmalen. Diese Risikomerkmale stellen die Eigenschaften der versicherten Risiken dar und werden in subjektive und objektive Risikomerkmale unterschieden. Das objektive Risiko ist vom menschlichen Verhalten unabhängig und beinhaltet (a) Eintrittsalter, Vertragsdauer und Geschlecht, (b) das medizinische (endogene) Risiko und (c) das exogene Risiko im Beruf, Sport und Auslandsaufenthalte.
Das subjektive Risiko, auch Interessenrisiko genannt, beinhaltet die näheren Lebensumstände und das Verhalten des Versicherten. Es ist vom menschlichen Verhalten und Fähigkeiten abhängig und liegt überwiegend außerhalb des prinzipiell zu versicherbaren Risikos (vgl. Farny, 2011, S. 31; vgl. Kurzendörfer, 1996, S. 192 ff.). Die einzelnen Aspekte des subjektiven sowie objektiven Risikos werden im Folgenden nicht weiter erörtert. Die biometrischen Risiken stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit biologisch bedingten Veränderungen der Lebensverhältnisse. Zu den biometrischen Risiken zählen im Allgemeinen Langlebigkeits- und Sterblichkeitsrisiken, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrisiken, Pflegefallrisiken (vgl. Heinen, 2011b, S. 117) und ergänzend die Morbiditätsrisiken (vgl. Farny, 2011, S. 91).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Risikolebensversicherung für die private Vorsorge ein und definiert das Ziel der Arbeit, innovative Strategien in Tarifgestaltung und Antragsprozessen zu untersuchen.
2 Produktbeschreibung Risikolebensversicherung: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Risikolebensversicherung als Individualversicherung und grenzt sie von der Kapitallebensversicherung ab.
3 Prämienkalkulation und rechtliche Rahmenbedingungen: Hier werden die Grundlagen des Äquivalenzprinzips, die Rolle der Sterbetafeln sowie der Einfluss biometrischer Risiken auf die Prämiengestaltung dargestellt.
4 Marktüberblick: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme des deutschen Marktes, vergleicht Produktstrukturen der Anbieter und analysiert die Gestaltung der Antragsfragen.
5 Innovative Konzepte: Der Fokus liegt auf modernen Ansätzen zur Tarifgestaltung, Prozessvereinfachungen im Antragswesen und Strategien zur Risikoselektion wie der Gruppenbildung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Risikoprüfung sowie die Herausforderungen durch den Preiswettbewerb.
Risikolebensversicherung, Biometrische Risiken, Prämienkalkulation, Sterbetafeln, Antiselektion, Risikoselektion, Preferred-Lives, Produktvergleich, Tele-Underwriting, Risikoprüfung, Tarifgestaltung, Gesundheitsprüfung, Versicherungsmarkt, Unisex-Tarife, Vorsorge.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Preiswettbewerb im Markt für Risikolebensversicherungen und analysiert, wie innovative Konzepte in der Tarifgestaltung sowie in der Risikoprüfung dazu beitragen, sowohl Kunden zu akquirieren als auch eine bessere Risikoselektion zu gewährleisten.
Die zentralen Themen umfassen die mathematischen und rechtlichen Grundlagen der Prämienkalkulation, den Marktvergleich von Versicherungsanbietern, innovative Methoden der Antragsprüfung (wie das Tele-Underwriting) sowie die Segmentierung von Versicherten in Risikogruppen.
Ziel ist es, einen Überblick über diverse innovative Strategien der Versicherungsunternehmen zu geben, um den Preiswettbewerb zu meistern und gleichzeitig die Gefahr der Antiselektion durch eine präzise Risikoeinschätzung zu verringern.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse sowie auf einen umfangreichen Marktvergleich, bei dem Internetpräsenzen führender Versicherungsanbieter zur Gewinnung von Daten über Antragsfragen, Leistungen und Preise analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Produktbeschreibung, die theoretischen Grundlagen zur Kalkulation, einen detaillierten Marktüberblick der Antragsfragen bei verschiedenen Anbietern sowie die Vorstellung innovativer Ansätze zur Optimierung des gesamten Antragsprozesses.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Risikolebensversicherung, biometrische Risiken, Risikoselektion, Preferred-Lives, Antiselektion und Tele-Underwriting charakterisiert.
Die unterschiedliche Auslegung, was als Rauchen gilt (z.B. Einbeziehung von E-Zigaretten oder Schnupftabak), beeinflusst die Tarifeinstufung maßgeblich. Dies birgt für Versicherer das Risiko der Antiselektion, da Kunden gezielt Anbieter mit der für sie vorteilhaftesten Definition wählen können.
Soziale Faktoren wie der Bildungsstatus oder der Beruf dienen als Indikatoren für das Sterblichkeitsrisiko. Unternehmen nutzen diese Daten, um Versicherte in homogene Gruppen einzuteilen und so risikoadäquate (oft günstigere) Prämien für risikoarme Kundengruppen anzubieten.
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