Bachelorarbeit, 2014
39 Seiten
1) Einleitung
2) Übersetzungsvergleich
3) Stellung des Abschnittes in den Zusammenhang
4) Abgrenzung
5) Aufbau
6) Literarkritik
7) Form
8) Überlieferungsgeschichte und historischer Hintergrund
9) Datierung des Textes
10) Einzelexegese
11) Ziel und Interpretation
12) Schlusswort
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Anfang der Josefsgeschichte in Gen 37. Ziel der Untersuchung ist es, die Ausgangssituation zwischen Josef und seinen Brüdern exegetisch zu durchdringen, die erzählerische Struktur sowie die Funktion des Kapitels für den Spannungsbogen der gesamten Josefserzählung herauszuarbeiten und die anthropologischen sowie theologischen Aspekte im Kontext der Pentateuchüberlieferung zu beleuchten.
Gen 377: Der erste Traum Josefs
Der erste Traum Josefs weist einen steigernden, dreigliedrigen Aufbau auf, dessen einzelne Schritte jeweils mit „siehe“ eingeleitet werden. Dies lenkt die Aufmerksamkeit besonders auf diese Stelle. Im ersten Teil des Traumes werden die Garben gebunden, im zweiten Teil steht Josefs Garbe auf, während sich die anderen im dritten Teilstück vor ihm wie vor einem König verbeugen. Das Thema des Getreideanbaus, das in diesem Traum behandelt wird, lässt auf die Lebensweise schließen. Es ist ein alltägliches Thema, da der Getreideanbau lebensnotwendig ist. Nach Ruppert besteht die Möglichkeit, dass dieser Traum bereits Josefs Erfolg durch den Handel mit Korn in Ägypten angedeutet ist. Von Rad sieht dies eher kritisch.
1) Einleitung: Einführung in die Person Josef und die Bedeutung des 37. Kapitels für den Spannungsbogen der Josefsgeschichte.
2) Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung verschiedener Übersetzungen (Elberfelder, Luther, Septuaginta) zur Vorbereitung der Einzelexegese.
3) Stellung des Abschnittes in den Zusammenhang: Einordnung von Gen 37 in den Grobabschnitt der Vätergeschichte innerhalb der Genesis.
4) Abgrenzung: Bestimmung der narrativen Grenzen von Gen 37 durch inhaltliche Zäsuren und die Funktion als Exposition.
5) Aufbau: Visualisierung des Kapitels durch tabellarische Aufstellungen der Grobabschnitte und fein gegliederte Wortlaute.
6) Literarkritik: Diskussion der Pentateuchquellen (J, E, P) und der Komposition des Kapitels.
7) Form: Bestimmung der Gattung als Novelle unter Berücksichtigung erzählerischer Merkmale.
8) Überlieferungsgeschichte und historischer Hintergrund: Untersuchung der Entstehungsgeschichte des Textes und historischer Kontexte.
9) Datierung des Textes: Einordnung der verschiedenen Quellenschichten in ihren zeitlichen Kontext.
10) Einzelexegese: Detaillierte Vers-für-Vers-Analyse des hebräischen Textes und seiner inhaltlichen Aspekte.
11) Ziel und Interpretation: Synthese der exegetischen Ergebnisse hinsichtlich des theologischen Anspruchs und der anthropologischen Aussagen.
12) Schlusswort: Zusammenfassung der Bedeutung der Josefsgeschichte als Bogen vom Bruch zur Wiederherstellung des Friedens.
Josefsgeschichte, Gen 37, Exegese, Genesis, Jahwist, Elohist, Priesterschrift, Novelle, Traum, Mordplan, Ruben, Juda, Kleider-Motiv, Anthropologie, Gottesführung
Die Arbeit untersucht das 37. Kapitel der Genesis, den Beginn der Josefsgeschichte, und analysiert dessen narrative und theologische Funktion innerhalb des Pentateuchs.
Im Fokus stehen das Verhältnis von Josef zu seinen Brüdern, die Rolle des Vaters Jakob, die Interpretation von Träumen als Motiv sowie die menschliche Schuld und Gewalt.
Es wird untersucht, wie durch die Exposition in Gen 37 der Spannungsbogen der Josefsgeschichte etabliert wird und welche Bedeutung dieser Abschnitt für das Verständnis der späteren Versöhnung hat.
Die Arbeit nutzt primär die historisch-kritische Methode, inklusive Literarkritik, Formbestimmung und einer detaillierten Einzelexegese unter Heranziehung verschiedener Übersetzungen.
Der Hauptteil gliedert sich in strukturelle Analysen, eine formgeschichtliche Bestimmung, eine umfassende literarkritische Diskussion sowie eine tiefgehende Vers-für-Vers-Exegetik des Kapitels.
Die wichtigsten Begriffe sind Josefsgeschichte, Exegese, Pentateuchquellen (J, E, P), Novelle und Theologie der Gottesführung.
Der Autor führt dies auf die Stringenz der Erzählung, die verdichtete Prosadichtung und die Fokussierung auf die zentralen Handlungsträger zurück, was Merkmale einer Gattung Novelle erfüllt.
Die Arbeit zeigt auf, dass sich durch das Trennen der Schichten (J und E) teils unterschiedliche Handlungsstränge ergeben, was für das Verständnis der erzählerischen Komplexität entscheidend ist.
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