Examensarbeit, 2013
183 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Offene Schulsportkonzepte
2.1.1 Definitionen zum offenen Sportunterrichts
2.1.2 Merkmale und Ziele offenen Sportunterrichts
2.1.3 Konzepte offenen Sportunterrichts in der Schulpraxis
2.2 Problemorientierter Sportunterricht
2.2.1 Konzeption des problemorientierten Sportunterrichts
2.2.2 Das Problem im problemorientierten Sportunterricht
2.2.3 Merkmale des problemorientierten Sportunterrichts
2.2.4 Ziele des problemorientierten Sportunterrichts
2.2.5 Begründung des problemorientierten Sportunterrichts
2.2.5 Zusammenfassung und Bezug zur empirischen Studie
3. Methoden
3.1 Erhebungsmethode: Das Leitfadeninterview
3.2 Auswertungsstrategie: Kodierverfahren der Grounded Theory
4. Auswertung der Leitfadeninterviews
4.1 Erleben der eigenen Person und der Klasse
4.2.1 Veränderte Lehrerrolle
4.1.2 Veränderte Lernkultur
4.2 Sportartenübergreifende Merkmale von problemorientiertem Sportunterricht
4.2.1 Sinnhaftigkeit erfahren
4.2.2 Gesteigerte Motivation der Schüler
4.2.3 Mit- und voneinander lernen
4.2.4 Differenziertes Lernen
4.2.5 Entstehung einer effektiveren Bewegungszeit
5. Reflexion
5.1 Reflexion der Ergebnisse
5.2 Reflexion der Methodik
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erleben und die Deutung des problemorientierten Sportunterrichts aus der Perspektive von Sportlehrkräften. Ziel ist es, durch eine qualitative explorative Studie auf Basis von Leitfadeninterviews zu analysieren, welche Motive Lehrer mit diesem Unterrichtskonzept verfolgen, welche Herausforderungen sie im Schulalltag identifizieren und wie sie die Auswirkungen auf die Kompetenzentwicklung sowie das Lernverhalten der Schüler einschätzen.
Veränderte Lehrerrolle
Aus den Lehrerinterviews geht hervor, dass sich alle befragten Sportlehrer in einem problemorientierten Unterricht anders positionieren als in einem deduktiven Sportunterricht. Die Subkategorie "Veränderte Lehrerrolle" soll dieses Auftreten des Lehrers verdeutlichen, die aus der Sicht der Lehrenden dafür geltenden Gründe und die damit in Verbindung stehenden persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen aufzeigen.
Zunächst lässt sich eine große Übereinstimmung hinsichtlich der generellen Verschiebung der Lehrerrolle feststellen. Diese findet statt, um dem Schüler mehr Selbstständigkeit zu gewähren und ihm das Finden von individuellen Lösungen zu ermöglichen. Die Sportlehrer sehen sich mehr als Lernbegleiter, -berater oder Moderator und versuchen, sich selbst zurückzunehmen und somit den Unterricht nicht in eine bestimmte Richtung zu lenken:
"L5: Aber generell halte ich mich im Hintergrund, dass was ja auch hier das Konzept bei uns an der Schule ist, dass wir eigentlich Lernbegleiter sind." (L5, Z. 122f.)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fachdidaktische Diskussion um die Lehr-Lernkultur im Sportunterricht und führt in das Konzept des problemorientierten Unterrichts als Lösungsansatz für eine reflexive Eigentätigkeit der Schüler ein.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den offenen Sportunterricht und bettet das Modell der Problemorientierung ein, wobei Merkmale, Ziele und bildungstheoretische Begründungen ausführlich dargestellt werden.
3. Methoden: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Studie beschrieben, insbesondere die Anwendung von Leitfadeninterviews und die Kodierstrategie nach der Grounded Theory.
4. Auswertung der Leitfadeninterviews: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der Befragung, gegliedert in Kategorien wie das Erleben der Lehrerrolle, die veränderte Lernkultur und sportartenübergreifende Merkmale des problemorientierten Sportunterrichts.
5. Reflexion: In diesem Kapitel werden die empirischen Ergebnisse kritisch mit den theoretischen Annahmen verknüpft und die gewählte Methodik einer Reflexion unterzogen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Praktikabilität sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für die Etablierung des problemorientierten Sportunterrichts in der Schule.
Problemorientierter Sportunterricht, Offener Unterricht, Leitfadeninterview, Grounded Theory, Lehrerrolle, Lernkultur, Problemlösekompetenz, intrinsische Motivation, Bewegungserfahrung, Reflexion, Sportdidaktik, Schulsport, soziale Kompetenz, Selbstwirksamkeit, Bewegungszeit.
Die Arbeit befasst sich mit der explorativen Untersuchung des problemorientierten Sportunterrichts, speziell aus der subjektiven Sicht von unterrichtenden Lehrkräften.
Im Fokus stehen das Verständnis von Problemorientierung, die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter, die Auswirkungen auf die Schülermotivation sowie die Förderung sozialer und überfachlicher Kompetenzen.
Das Hauptziel ist es, einen Einblick in die schulische Praxis zu gewinnen und zu verstehen, wie Lehrkräfte problemorientierte Situationen erleben, deuten und welche Ziele sie damit bei ihren Schülern verfolgen.
Die Autorin führte neun Leitfadeninterviews mit Sportlehrkräften durch, um deren individuelle Erfahrungen und Deutungen qualitativ zu erfassen.
Für die Analyse der transkribierten Interviews wurde das Kodierverfahren der Grounded Theory angewandt, um induktiv zentrale Kategorien aus den Daten abzuleiten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Sportlehrer in problemorientierten Settings eine deutliche Verschiebung ihrer Rolle hin zum Moderator oder Lernbegleiter vollziehen, was den Schülern mehr Raum für eigene Problemlösungsstrategien bietet.
Einige Lehrkräfte äußern Bedenken hinsichtlich des Zeitverbrauchs durch Reflexionsphasen, während erfahrene Anwender betonen, dass dies die Bewegungszeit letztlich effektiver und zielgerichteter gestaltet.
Laut den Aussagen der befragten Lehrer steigert das Konzept die intrinsische Motivation, da Schüler durch eigene Lösungswege eine höhere persönliche Betroffenheit und Sinnhaftigkeit erfahren.
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