Bachelorarbeit, 2013
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die institutionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren von Beginn des 19. Jh. bis zur Wiedervereinigung Deutschlands
2.1 Der Beginn der institutionellen Betreuung
2.2 Das Krippenwesen der DDR innerhalb des kulturellen sowie sozialpolitischen Kontextes
2.2.1 Begriffliche Grundlage: Kinderkrippe
2.2.2 Das Krippenwesen der DDR innerhalb des kulturellen sowie sozialpolitischen Kontextes
2.3 Die institutionelle Erziehung und Betreuung in Westdeutschland
2.4 Die institutionelle Erziehung, Bildung und Betreuung im wiedervereinigten Deutschland
2.4.1 Begriffliche Grundlage: Tageseinrichtungen für Kinder
2.4.2 Die institutionelle Erziehung, Bildung und Betreuung im wiedervereinigten Deutschland innerhalb des kulturellen sowie sozialpolitischen Kontextes
2.5 Zwischenfazit
3 Die institutionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren in der gegenwärtigen Betrachtung
3.1 Gesetzliche Verankerung der Grundwerte zum Schutz der Familie und des Kindes
3.2 Der bildungspolitische Kontext des Ausbaus der Kindertageseinrichtungen
3.3 Der quantitative Ausbau in den ost- und westdeutschen Bundesländern
3.4 Möglichkeiten zur Bestimmung von Qualitätskriterien
3.5 Zwischenfazit
4 Gegenwärtige pädagogische Orientierungen in der Gegenüberstellung mit der DDR
4.1 Begriffliche Grundlage und Eingrenzung: Pädagogische Orientierung
4.2 Grundbedürfnisse von Kindern unter drei Jahren
4.3 Das Bild vom Kind
4.3.1 Das Bild vom Kind in der aktuellen Betrachtung
4.3.2 Das Bild vom Kind in der DDR
4.4 Pädagogische Arbeitsweisen und Handlungskonzepte
4.4.1 Bildungspläne und Bildungsgrundsätze
4.4.2 Das Erziehungsprogramm in der DDR
4.5 Zwischenfazit
5 Gegenwärtige pädagogische Strukturen institutioneller Betreuungseinrichtungen für Unterdreijährige in der Gegenüberstellung mit der DDR
5.1 Begriffliche Grundlage und Eingrenzung: Pädagogische Strukturen
5.2 Personale Dimension
5.2.1 Pädagogisches Personal in der aktuellen Betrachtung
5.2.2 Pädagogisches Personal in den Kinderkrippen der DDR
5.3 Soziale Dimension
5.3.1 Die aktuelle Betreuungsrelation
5.3.2 Die Betreuungsrelation in der DDR
5.4 Räumlich-materiale Dimension
5.4.1 Größe und Ausstattung der Räumlichkeiten in der aktuellen Betrachtung
5.4.2 Größe und Ausstattung der Räumlichkeiten in der DDR
5.5 Zwischenfazit
6 Pädagogische Prozesse in der institutionellen Betreuung von Kindern unter drei Jahren in der Gegenüberstellung mit der DDR
6.1 Begriffliche Grundlage und Eingrenzung: Pädagogische Prozesse
6.2 Eingewöhnung
6.2.1 Die Eingewöhnungszeit in der aktuellen Betrachtung
6.2.2 Die Eingewöhnung in der DDR
6.3 Umgang mit Körperhygiene
6.3.1 Die „Sauberkeitserziehung“ in der aktuellen Betrachtung
6.3.2 Die Sauberkeitserziehung in der DDR
6.4 Spiel
6.4.1 Das Spiel in der aktuellen Betrachtung
6.4.2 Das Spiel in der DDR
6.5 Einbezug der Familie
6.5.1 Der Einbezug der Familie in der aktuellen Betrachtung
6.5.2 Der Einbezug der Familie in der DDR
6.6 Zwischenfazit
7 Gesamtfazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Qualitätsaspekte der ehemaligen Kinderkrippen in der DDR mit modernen Kindertageseinrichtungen für Unterdreijährige zu vergleichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob eine Annäherung beider Systeme nach der Wiedervereinigung stattfand, welche quantitativen Unterschiede bestehen und ob das Krippensystem der DDR spezifische Vorteile bot, die für die aktuelle Debatte lehrreich sein könnten.
4.3.2 Das Bild vom Kind in der DDR
Dass Bild vom Kind in der DDR war lange Zeit getreu der marxistischen Lehre geprägt (vgl. Schmidt, 1996, S. 22ff.). Alle Kinder und Erwachsenen sollten ihren Pflichten nachgehen und den Bezug zur Umwelt und die Gemeinschaft suchen, anstatt sich einer reflexiven Selbstbetrachtung hinzugeben. Der politische Auftrag und das staatliche Bestreben wurden als pädagogisches Ziel deklariert und die Arbeit in den Krippen dementsprechend ausgerichtet (Vgl. Weber, 1996, S. 175f.). Bei dem Wunschgedanken der Formung der sozialistischen Einheitsfamilie wurde demnach den jeweils individuellen Erfahrungen, sowie Lebenseinstellungen der Familien und ihrer Diversität wenig Beachtung geschenkt.
Bei der Betrachtung der sozialistischen Pädagogik und ihrer Erziehungsziele fällt auf, dass diese sowohl auf einer bewussten, detaillierten Planung als auch auf der permanenten Anleitung und Kontrolle der Krippenerzieherinnen basierte (vgl. Schmidt, 1996, S. 61ff.). Der dahinter stehende Leitgedanke und das damit verbundene Bild vom Kind deutet darauf hin, dass ein Heranwachsender nicht als Subjekt betrachtet wurde, welches seine Entwicklung und sein Sich-Bilden selbst bestimmen kann, sondern es wurde von einem passiven Objekt ausgegangen, welches noch nichts kann (vgl. Israel, 2007, S. 13f.). Demzufolge wird ein Defizitmodell vorausgesetzt, welches Kinder in ihrem Befinden, Denken und Tun als unfertige Wesen und dem Erwachsenen als nachgestellt bezeichnet. Hingegen herrscht bei einem Erwachsenen grundsätzlich die Annahme, dass er tiefer fühlt, besser überlegt und durchdachter handelt. Diese Denkweise legt nahe, dass Kinder mittels Erziehung und Bildung möglichst schnell in das zu erstrebende Ideal eines Erwachsenen manövriert werden sollen (vgl. Schmidt, 1996, S. 31).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der institutionellen Kinderbetreuung ein, beleuchtet den Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze und den gesellschaftspolitischen Kontext im Zuge der PISA-Studien.
2 Die institutionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren von Beginn des 19. Jh. bis zur Wiedervereinigung Deutschlands: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Betreuungseinrichtungen nach, von den ersten Säuglingsbewahranstalten bis hin zu den spezifischen Strukturen des Krippenwesens in der DDR im Vergleich zur Entwicklung in Westdeutschland.
3 Die institutionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren in der gegenwärtigen Betrachtung: Hier werden die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen, der bildungspolitische Kontext des Ausbaus sowie Methoden zur Qualitätssicherung und -bestimmung in modernen Kindertageseinrichtungen erörtert.
4 Gegenwärtige pädagogische Orientierungen in der Gegenüberstellung mit der DDR: Das Kapitel vergleicht die zugrunde liegenden pädagogischen Leitbilder, Grundbedürfnisse der Kinder und die unterschiedlichen Erziehungskonzepte zwischen der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland.
5 Gegenwärtige pädagogische Strukturen institutioneller Betreuungseinrichtungen für Unterdreijährige in der Gegenüberstellung mit der DDR: Diese Sektion untersucht die personalen, sozialen und räumlich-materialen Strukturen, einschließlich des Fachkräftebedarfs und der Ausstattung der Einrichtungen.
6 Pädagogische Prozesse in der institutionellen Betreuung von Kindern unter drei Jahren in der Gegenüberstellung mit der DDR: Im Fokus stehen hier konkrete pädagogische Handlungsfelder wie Eingewöhnung, Körperhygiene, Spiel und die Zusammenarbeit mit den Familien, stets im Vergleich der historischen und modernen Praxis.
7 Gesamtfazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, entkräftet Vorurteile gegenüber dem Ausbau der Betreuung und gibt einen Ausblick auf die zukünftige notwendige Qualitätsentwicklung.
Institutionelle Kinderbetreuung, DDR-Krippenwesen, Frühpädagogik, Bild vom Kind, Betreuungsrelation, Qualitätskriterien, Krippen-Skala, Kindertageseinrichtungen, Familienpolitik, Pädagogische Orientierung, Eingewöhnung, Sozialistische Erziehung, Kindeswohl, Quantitativer Ausbau, Unterdreijährige.
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen und aktuellen Wandel der institutionellen Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Deutschland, wobei ein spezifischer Vergleich zwischen dem Krippenwesen der DDR und heutigen Kindertageseinrichtungen gezogen wird.
Die zentralen Themen umfassen die pädagogischen Orientierungen, die strukturellen Rahmenbedingungen (Personalschlüssel, Räumlichkeiten) sowie die pädagogischen Prozesse (Eingewöhnung, Körperhygiene, Spiel) in beiden Systemen.
Das Ziel ist es, die Qualitätsaspekte beider Systeme gegenüberzustellen, die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die Krippenstrukturen zu untersuchen und zu bewerten, inwiefern Lehren aus dem DDR-Krippensystem für die moderne Qualitätsdebatte relevant sein könnten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller wissenschaftlicher Studien und Positionspapiere, die in einer vergleichenden Gegenüberstellung synthetisiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung institutioneller Betreuung, der gesetzlichen und bildungspolitischen Grundlagen sowie den detaillierten Vergleich von pädagogischen Leitbildern, personellen und räumlichen Strukturen sowie konkreten Erziehungspraktiken.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie institutionelle Betreuung, Krippenwesen der DDR, pädagogische Prozessqualität, Eingewöhnung, Kindeswohl und Familienpolitik charakterisiert.
Nein, die Autorin erkennt an, dass das DDR-System trotz seiner ideologischen Prägung eine flächendeckende Betreuung mit klaren Strukturen bot, und hinterfragt kritisch, ob man für den heutigen Ausbau nicht von diesen Organisationsstrukturen hätte lernen können.
Während in der DDR die Elternarbeit vorrangig der Durchsetzung staatlicher Erziehungsvorgaben diente, wird heute eine partnerschaftliche Erziehungskooperation angestrebt, die aktiv die Beteiligung und die individuellen Bedürfnisse der Familien miteinbezieht.
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