Bachelorarbeit, 2012
41 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
2. Ars Nova
2.1 Die neue Kunst
2.2 Neue kompositorische Entwicklungen
2.3 Kritik am modernen Stil
3. Guillaume de Machaut
4. La messe de nostre Dame
4.1 Allgemeines zur Messe
4.2 Kyrie
4.2.1 Kyrie I
4.2.2 Christe
4.2.3 Kyrie II
4.2.4 Kyrie III
4.2.5 Ergebnis
4.3 Gloria
4.3.1 Gloria Amen
4.4 Credo
4.4.1 Credo Amen
4.4.2 Ergebnis
4.5 Sanctus
4.5.1 Ergebnis
4.6 Agnus Dei
4.6.1 Agnus I/III
4.6.2 Agnus II
4.6.3 Ergebnis
4.7 Ite, missa est
4.7.1 Ergebnis
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht Guillaume de Machauts Messe La messe de nostre Dame, um die Kompositionsmittel der Epoche der Ars nova zu analysieren und deren Bedeutung für die komplexe Struktur des Werkes aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Isorhythmie als zentralem Kompositionsgerüst.
4.2 Kyrie
Die Messe beginnt mit dem im dorischen Modus verfasstem Kyrie, welches wiederum dreimal unterteilt wird in die Sätze Kyrie Eleison, Christe Eleison und erneut Kyrie Eleison. Das erste Kyrie (Kyrie I), sowie das Christe (Christe) werden dreimal wiederholt. Beim Kyrie II gibt es eine Besonderheit. Dieses wird ebenfalls dreimal wiederholt, wobei die dritte Wiederholung sich rhythmisch vom Kyrie II unterscheidet und somit als Kyrie III bezeichnet wird. Diese Beizeichnungen entstammen jedoch nicht der Originalquelle und dienen hier der Unterscheidung. Die Zahl 3 lässt sich hier zurückführen auf die Dreifaltigkeit Gottes, wie in 2.1 erwähnt. Das komplettte Kyrie ist ein textarmer Satz, der nur aus den Begriffen Kyrie Eleison bzw. Christe Eleison besteht. Machaut verwendet hierbei so genannte Melissmen, das heißt mehrere Töne pro Silbe. Diese befinden sich auf dem Buchstaben E der Worte Kyrie und Christe. Das E wird fast bis zum Schluss gesungen, so dass die Fortführung Eleison erst am Ende zu hören ist.
Zwischen den verschiedenen Teilen des Kyrie lassen sich Ähnlichkeiten feststellen. Auffallend ist, dass im Kyrie I und im Christe in der Tenorstimme, die Tonhöhe mehrmals übereinstimmt. Zwar herrscht ein unterschiedlich rhythmischer Verlauf, jedoch sind zu Beginn beider Teile die ersten vier Töne, am Ende die letzten elf Töne identisch. Ähnlich ist dies in den Anfängen des Kyrie II und III. Hier stimmt die Tonhöhe in den ersten dreizehn Tönen überein.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die kompositorischen Entwicklungen der Ars nova und führt in Machauts Messe als bedeutenden Großzyklus ein.
2. Ars Nova: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Ars nova, insbesondere die Mensuralnotation und die Isorhythmie.
3. Guillaume de Machaut: Hier werden Leben und Werk des Komponisten beleuchtet, wobei seine Bedeutung für die Musik des 14. Jahrhunderts hervorgehoben wird.
4. La messe de nostre Dame: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem die einzelnen Sätze der Messe detailliert auf ihre isorhythmischen Strukturen und kompositorischen Besonderheiten hin analysiert werden.
5. Schluss: Das Schlusskapitel ordnet die Messe historisch ein und diskutiert ihre fortwährende Bedeutung für Musikhistoriker und moderne Künstler.
Guillaume de Machaut, La messe de nostre Dame, Ars nova, Isorhythmie, Mensuralnotation, Motette, Conductus, Talea, Color, Hoquetus, Messeordinarium, Kompositionstechnik, Spätmittelalter, Musikgeschichte, Polyphonie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Messe de nostre Dame von Guillaume de Machaut und analysiert diese als herausragendes Beispiel für die Kompositionstechniken der Ars nova.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Ars nova, das Leben und Wirken von Machaut sowie eine detaillierte strukturelle Untersuchung seiner Messe.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Machaut verschiedene Kompositionsmittel – allen voran die Isorhythmie – nutzt, um eine stilistisch kohärente und komplexe Ordinariumsvertonung zu erschaffen.
Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche Analyse, die den Notentext, die rhythmischen Muster (Talea) und melodischen Verläufe (Color) der einzelnen Messeteile systematisch untersucht.
Im Hauptteil erfolgt eine tiefgehende Analyse der Messeteile Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei und Ite, missa est, wobei insbesondere die isorhythmischen Verflechtungen aufgezeigt werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Isorhythmie, Ars nova, Kompositionstechnik, mehrstimmiger Liedsatz und Mittelalter.
Die Struktur der Messe nimmt in vielen Teilen Bezug auf die Dreifaltigkeit Gottes, etwa durch dreifache Wiederholungen in Kyrie und Sanctus oder die Dreigliederung von Teilen im Credo.
Der Contratenor ist eine von Machaut hinzugefügte vierte Stimme, die den Tenor als tiefste Stimme ersetzt und zur Ausarbeitung der Messe zu einem vierstimmigen Satz beiträgt.
Während das Kyrie als isorhythmischer Motettensatz konzipiert ist, setzt Machaut das Gloria als Conductus- bzw. Kantilenensatz, um den umfangreichen Text des Ordinariums deutlicher hervorzuheben.
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