Masterarbeit, 2014
101 Seiten, Note: 2,2
Teichoskopisches Vorwort
Zu Inhalt, Aufbau und Methode dieser Arbeit
EXPOSITION: - Vorurteilsmuster nach Horkheimer
- Selbstportrait durch Andere
- Das wissenschaftstheoretische Konstrukt „Behinderung“ im historischen Abriss
- Zum Begriff des „normalen“ bei Canguilhem
I. INDIVIDUALITÄT
Psychologische Betrachtung: Angst, der Nährboden für Vorurteile
I.1 Fremd ist Feind
I.2 Pathologie der Vermeidung
I.3 Lernen als gesunde Auseinandersetzung Konditionierung, Erziehung oder Erkenntnisfähigkeit des Menschen?
II. IDENTIFIKATION
Psycho-soziologische Betrachtung: nicht-reflektierte, tradierte Vorurteile in Gruppen
II.1 Vermeidung, Aggression und exklusive Dehumanisierung
II.2 Im Konfliktfall: Tokenism vs. Identifikation
II.3 Soziale Konkretion statt Revision
Quod erat demonstrandum
WISSENSCHAFTSKRITISCHER EXKURS: OBJEKTIVITÄT – Das Individuum als Objekt der Professionalisierung in der Medizin und Pflege
III. RESPONSIVITÄT
Katharsis: Philosophische Kritik
III.1 Kurze Chronologie der ideengeschichtlichen Verflechtungen der Begriffe von gesund, normal, und pathologisch innerhalb der fakultativen Medizin seit der Moderne
III.3 Canguilhems Begriff der „Heilung“
THEOLOGISCHER EPILOG
Die Téchne der Moral vs. die Logik der Ethik
- Beispiele der Thora
- Beispiel des Neuen Testaments
Die vorliegende Masterthesis untersucht die kognitionstheoretischen Ursachen und die Kontinuität der Verbreitung von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderungen, wobei sie insbesondere die Rolle von Angst und mangelnder personaler Intelligenz als Nährboden für gesellschaftliche Ausgrenzung analysiert.
Das wissenschaftstheoretische Konstrukt „Behinderung“ im historischen Abriss:
Das „individuelle/medizinische Modell“ betrachtet Behinderung als Defekt, der behoben werden muss – geht dies nicht oder nur unzureichend, bleiben Almosen. War das Individuum nicht gesellschaftskompatibel, ergaben sich als quasi-natürliche Konsequenzen: schlechte Bildung und Ausbildung, kaum Chancen auf bezahlte Arbeit, reduzierte Mobilität. Entsprechend wurde dem Individuum jedwede physische, kognitive und emotionale Fähigkeit abgesprochen und es zum asexuellen Wesen erklärt – damit ist der erste und entscheidende Schritt zur Dehumanisierung getan, denn für „Persönlichkeit“ bleibt hier nichts übrig. (Hierzu gehören bis 1992 auch Zwangssterilisationen.)
Mit den 70gern wurde unter der Parole: <
EXPOSITION: - Vorurteilsmuster nach Horkheimer: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis, indem es Horkheimers Konzepte zum Vorurteil als destruktives, unreflektiertes Denkmuster einführt.
I. INDIVIDUALITÄT: Hier wird der Fokus auf die psychologischen Prozesse gelegt, wobei Angst als zentraler Nährboden für die Entstehung von Vorurteilen identifiziert wird.
II. IDENTIFIKATION: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Gruppenidentitäten durch Exklusion und Dehumanisierung gestärkt werden, um eigene Ängste zu kompensieren.
WISSENSCHAFTSKRITISCHER EXKURS: Es wird untersucht, wie Medizin und Pflege das Individuum objektivieren und damit zur sozialen Normierung beitragen.
III. RESPONSIVITÄT: Dieser Abschnitt plädiert für einen Perspektivwechsel weg von einer statischen Norm hin zu einem dynamischen Gesundheitsverständnis nach Canguilhem.
THEOLOGISCHER EPILOG: Abschließend wird durch eine theologische Interpretation die Notwendigkeit unterstrichen, soziale Hierarchien im Bewusstsein der menschlichen Begrenztheit zu überwinden.
Vorurteile, Behinderung, Angst, Inklusion, Exklusion, Canguilhem, Horkheimer, Dehumanisierung, Identität, Soziale Konstruktion, Autonomie, Diskriminierung, Intersektionalität, Ethik, Menschenwürde
Die Arbeit analysiert die kognitionstheoretischen und sozialpsychologischen Ursachen für Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen und hinterfragt dabei die gesellschaftliche Konstruktion von Normalität.
Zentrale Felder sind die Bedeutung von Angst und Identitätsbildung, die Rolle der Behinderten-Emanzipationsbewegung, die Kritik an medizinischen Professionalisierungsmodellen sowie eine theologische Reflexion.
Das Ziel ist es, die tieferliegenden Gründe für ausgrenzendes Denken aufzudecken und durch einen erkenntnistheoretischen Ansatz ein tieferes Verständnis für die Diskriminierung zu schaffen.
Die Autorin verwendet einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Psychologie, Soziologie, Philosophie und Theologie verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der individuellen psychologischen Faktoren, der soziologischen Gruppenprozesse und einen wissenschaftskritischen Exkurs zur Medizin und Pflege.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Vorurteilsforschung, Inklusion/Exklusion, das Konzept der Behinderung sowie die Bedeutung von Identität und Verantwortung.
Das medizinische Modell definiert Behinderung als individuellen Defekt, während das soziale Modell Behinderung als Ergebnis gesellschaftlicher Prozesse und Barrieren begreift.
Die Arbeit nutzt diesen Begriff, um die moralische Praxis des Helfens von der rein wissenschaftlichen Logik abzugrenzen und die Wichtigkeit der individuellen Anerkennung zu betonen.
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