Diplomarbeit, 2004
57 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriff des Corporate Finance
2.1 Kapitalmarktorientierter Ansatz
2.2 Integrierter Ansatz
3. Darstellung von Anomalien auf Finanzmärkten unter Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlicher Phänomene
3.1 Irrationales Verhalten der Marktteilnehmer
3.1.1 Beschränkte Rationalität der Entscheidungsträger
3.1.2 Informationswahrnehmungsanomalien
3.1.3 Informationsverarbeitungsanomalien
3.1.4 Entscheidungsanomalien
3.1.5 Mangelnde Diversifizierung aufgrund von Home Bias
3.1.6 Fluch des Gewinners
3.2 Marktineffizienz
3.2.1 Informationsineffizienz
3.2.2 Renditeanomalien von Aktien
3.3 Zusammenhang von irrationalem Verhalten und Marktineffizienz am Beispiel einer Ergebnisveröffentlichung
4. Finanzierungspolitik von Unternehmen bei Marktineffizienz
4.1 Timing der Eigenkapitalaufnahme
4.1.1 Volatilität des Emissionsvolumens im Zeitablauf
4.1.2 Strategien bei Überbewertung des Aktienkurses
4.1.3 Strategien bei Unterbewertung des Aktienkurses
4.1.4 Underpricing von IPOs
4.1.5 Gewinnmanipulation zur Maximierung der Emissionserlöse
4.2 Einsatz von Wandelanleihen
4.3 Einfluss von Marktanomalien auf die Kapitalstruktur von Unternehmen
4.4 Zweitlisting im Ausland als Reaktion auf den Home Bias
4.5 Gestaltung der Ausschüttungspolitik
4.5.1 Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen im Vergleich
4.5.2 Motive für Aktienrückkäufe
4.5.3 Dividende als Instrument zur Kurspflege
4.5.4 Ausrichtung der Dividendenpolitik an den Aktionärsinteressen
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht den Einfluss verhaltenswissenschaftlich geprägter Marktanomalien auf die Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen. Ziel ist es darzulegen, wie Manager psychologisch bedingte Ineffizienzen an Finanzmärkten (Behavioral Finance) strategisch nutzen können, um den Unternehmenswert durch optimierte Finanzierungs-, Investitions- und Ausschüttungspolitik zu steigern.
3.1.2 Informationswahrnehmungsanomalien
Personen zeichnen sich durch eine beschränkte Wahrnehmung von Informationen aus. Beim Vergleich von neuen Informationen mit dem aktuellen Kenntnisstand filtern Entscheidungsträger nicht korrespondierende Daten heraus. Dadurch kommt es zu einer selektiven Wahrnehmung. Empfänger übergewichten Informationen, die die eigene Meinung stützen. Gegensätzliche Nachrichten werden dagegen ignoriert oder mit Skepsis aufgenommen. Zur Aufrechterhaltung des positiven Selbstbildes verzerrt ein Entscheidungsträger Informationen, die die eigenen Fähigkeiten in Frage stellen. Nach der Self-Justification-Hypothese von Staw verharrt er bei einer einmal getroffenen Entscheidung, um diese dadurch zu rechtfertigen. Über- und Unterbewertungen von Aktien können sich über einen längeren Zeitraum halten, da Anleger Informationen herausfiltern, die nicht mit ihrer Meinung korrespondieren.
Gemäß der Verfügbarkeitsheuristik schätzen Entscheidungsträger die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses umso höher ein, je leichter sie sich daran erinnern können. Je mehr Gründe sich für den Eintritt eines Ereignisses finden lassen, desto höher ist die subjektive Wahrscheinlichkeit. Wenn z.B. Aktien vor kurzem stark gestiegen sind, und diese Entwicklung im Gedächtnis eines Anlegers präsent ist, hält er eine Fortsetzung des Trends für wahrscheinlicher als eine Gegenbewegung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Feld der Behavioral Corporate Finance ein und definiert die Zielsetzung, die Auswirkungen von Behavioral-Finance-Effekten auf unternehmerische Finanzierungsentscheidungen zu analysieren.
2. Begriff des Corporate Finance: Dieses Kapitel vergleicht den traditionellen, kapitalmarktorientierten Ansatz der Finanzwirtschaft im deutschsprachigen Raum mit dem umfassenderen, angloamerikanischen integrierten Ansatz.
3. Darstellung von Anomalien auf Finanzmärkten unter Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlicher Phänomene: Das Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen irrationalen Anlegerverhaltens sowie das Konzept der Marktineffizienz und deren Zusammenhang mit Renditeanomalien.
4. Finanzierungspolitik von Unternehmen bei Marktineffizienz: Dieses Hauptkapitel untersucht, wie Unternehmen durch Timing bei Kapitalmaßnahmen, Wandelanleihen, Kapitalstrukturanpassungen und Ausschüttungspolitik auf ineffiziente Märkte reagieren können.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Analyse und gibt einen Ausblick auf die künftige Bedeutung und Forschungsnotwendigkeit im Bereich der Behavioral Corporate Finance.
Behavioral Corporate Finance, Behavioral Finance, Marktanomalien, Marktineffizienz, Kapitalstruktur, Timing-Strategie, Eigenkapitalaufnahme, Wandelanleihen, Home Bias, IPO Underpricing, Gewinnmanipulation, Ausschüttungspolitik, Aktienrückkäufe, Dividendepolitik, Prospect Theory.
Die Arbeit untersucht, wie psychologisch bedingte Anomalien an den Finanzmärkten die Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen beeinflussen und ob Manager diese Erkenntnisse nutzen können, um den Unternehmenswert zu steigern.
Zu den Schwerpunkten zählen die Verhaltensökonomie (Behavioral Finance), die Analyse von Marktineffizienzen, Timing-Strategien bei Eigenkapitalemissionen, der Einfluss auf die Kapitalstruktur sowie die Gestaltung der Dividenden- und Rückkaufpolitik.
Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen von Behavioral-Finance-Effekten auf unternehmerische Finanzierungsentscheidungen darzustellen und im Rahmen eines integrierten Corporate-Finance-Begriffs Möglichkeiten der Unternehmenswertsteigerung durch Ausnutzung dieser Effekte zu identifizieren.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung internationaler empirischer Studien und finanzwissenschaftlicher Literatur basiert, um Zusammenhänge zwischen Marktverhalten und unternehmerischer Strategie abzuleiten.
Der Hauptteil analysiert spezifische Strategien: das Timing von Kapitalaufnahmen bei Fehlbewertungen, den Einsatz von Wandelanleihen, die Auswirkungen des Home Bias, Gewinnmanipulationen zur Erlösmaximierung sowie die Gestaltung der Ausschüttungspolitik.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behavioral Finance, Marktineffizienz, Kapitalstruktur, IPO Underpricing und die Prospect Theory charakterisiert.
Das Underpricing wird nicht nur durch Signalling-Ansätze erklärt, sondern auch als Resultat des "Fluchs des Gewinners" (Winner's Curse) sowie teils durch absichtliche Gewinnmanipulationen zur Maximierung der Emissionserlöse betrachtet.
Ein Zweitlisting kann dazu dienen, den "Home Bias" der Investoren zu überwinden, wodurch das Unternehmen durch eine breitere internationale Investorenbasis seine Kapitalkosten senken kann.
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