Bachelorarbeit, 2012
30 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. „Behinderung“ - Begriffsdefinition und -differenzierung
1.1 Begriffsdefinition nach der WHO
1.1.1 Körperliche Behinderung
1.1.2 Geistige Behinderung
1.2 Gehörlosigkeit
1.2.1 Spätertaubte
1.2.2 Schwerhörige
1.2.3 Menschen mit Cochlea-Implantat
1.2.4 Gehörlose
2. „Switched at Birth“
2.1 Seriendaten
2.2 Struktur und Aufbau
2.3 Charaktere
2.4 Inhalt
2.5 Konflikte und behandelte Thematiken
3. Darstellung von Behinderung in „Switched at Birth“
3.1 Nähere Beschreibung der Charaktere mit einer Behinderung
3.1.1 Daphne
3.1.2 Emmett
3.1.3 Melody
3.2 Die Diskussion zum Cochlea-Implantat
3.3 Untertitelung der Gebärdensprache
3.4 Mittel zur Darstellung von Gehörlosigkeit
3.5 Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderung bzw. Gehörlosigkeit in „Switched at Birth“
3.6 Ein Lernprozess für den Rezipienten?
Schluss
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Menschen mit Behinderung, insbesondere Gehörlosigkeit, in der US-amerikanischen Fernsehserie „Switched at Birth“, um aufzuzeigen, wie das Format der Familienserie genutzt wird, um soziale Barrieren und das Leben gehörloser Menschen für ein hörendes Publikum verständlich und nahbar zu machen.
3.4 Mittel zur Darstellung von Gehörlosigkeit
Um dem Zuschauer einen Einblick in die (Gefühls-)Welt der gehörlosen Charaktere wie Daphne, Emmett und Melody zu bieten, wird häufig lediglich der Ton abgestellt. Entweder komplett, oder nur mit Musikuntermalung zu den einzelnen Mundbewegungen, die aus einem Point of View Shot heraus gefilmt werden. So bekommt der Zuschauer einen Eindruck davon, wie sich im Moment diejenige Person fühlen muss, wenn sie nichts hört, sondern nur sieht und Eindrücke über Eindrücke über sich ergehen lassen muss.
In der zweiten Episode beispielsweise läd die Familie Kennish Daphne morgens zum gemeinsamen Frühstück ein (2:16 Min.). Alle reden durcheinander und Daphne kann offensichtlich den verschiedenen Dialogsträngen nicht mehr ganz folgen, da sie nicht auf die Mundbewegungen von allen gleichzeitig achten kann. Durch einen Point of View Shot wird gezeigt, wie Kathryn, Bay, Toby und John durcheinander reden und Daphne versucht mitzukommen. Man hört ihre Stimmen nicht, sondern nur Musik im Hintergrund, die verrät, dass es Daphne eigentlich gleich ist, was im Moment gesprochen wird und sie nur glücklich ist, zusammen mit einer richtigen Familie am Frühstückstisch zu sitzen. Der Zuschauer kann sich hier also perfekt in die Situation einfinden und Daphnes Gedanken und Gemütszustand nachvollziehen.
Dieses Mittel funktioniert aber auch andersherum: In der zweiten Episode gibt es einen Streit zischen Regina und den Kennishs (22:30 Min). Daphne bittet ihre Mutter per Gebärdensprache, nicht weiter zu streiten, doch diese lässt sich offensichtlich nicht davon abbringen und antwortet ihr ebenfalls in Gebärdensprache - die allerdings nicht untertitelt wird. Nun fühlt sich der Zuschauer in der Situation von Kathryn und John, die beide noch keine Gebärdensprache verstehen können. Sie fühlen sich ausgeschlossen, übergangen und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. So kann der Zuschauer auch aus dieser Position heraus verstehen lernen, wie es sich anfühlt, nichts zu verstehen, wenn man die Gebärdensprache nicht beherrscht.
„Behinderung“ - Begriffsdefinition und -differenzierung: Dieses Kapitel erläutert medizinische und soziale Definitionen von Behinderung nach der WHO und spezifiziert verschiedene Arten der Hörschädigung.
„Switched at Birth“: Hier werden die Rahmendaten der Serie, ihre erzählerische Struktur, die Hauptcharaktere sowie der zentrale Handlungsverlauf vorgestellt.
Darstellung von Behinderung in „Switched at Birth“: Dieser Hauptteil analysiert, wie die Serie durch filmische Mittel und inhaltliche Diskurse (wie das Cochlea-Implantat) Gehörlosigkeit und Inklusion thematisiert und dabei den Zuschauer in einen Lernprozess einbindet.
Schluss: Das Fazit würdigt die Bedeutung der Serie als gesellschaftlich relevantes Unterhaltungsformat, das ohne erhobenen Zeigefinger komplexe Themen vermittelt.
Switched at Birth, Gehörlosigkeit, Behinderung, Cochlea-Implantat, Gebärdensprache, Inklusion, Fernsehserie, Familiendrama, Medienanalyse, Hörschädigung, Identität, Soziale Teilhabe, Barrierefreiheit, Kommunikation, Medienwirkung
Die Arbeit analysiert die US-amerikanische TV-Serie „Switched at Birth“ hinsichtlich ihrer Darstellung von gehörlosen Charakteren und der Thematik der Behinderung im Alltag.
Zentral sind die medizinischen Definitionen von Behinderung, der Vergleich zwischen gehörlosen und hörenden Lebenswelten sowie die Vermittlung dieser Themen an den Zuschauer.
Ziel ist es, zu untersuchen, wie die Serie „Switched at Birth“ gesellschaftlich relevante Themen wie Gehörlosigkeit in einem Unterhaltungsformat aufbereitet und ob dies einen Lernprozess beim Rezipienten auslöst.
Die Autorin nutzt eine medienanalytische Herangehensweise, um inhaltliche Aspekte und filmische Stilmittel der Serie direkt zu untersuchen und in Bezug zu soziologischen Definitionen zu setzen.
Der Hauptteil beschreibt die Charaktere, analysiert die filmische Darstellung von Stille und Kommunikation (Gebärdensprache) und beleuchtet Kontroversen, wie etwa die Diskussion um das Cochlea-Implantat.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Switched at Birth, Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Cochlea-Implantat und Medienanalyse definieren.
Die Familie Kennish zeigt sich zunächst schockiert. John Kennish versucht später, durch die Finanzierung eines Cochlea-Implantats einzugreifen, was von Reginas Seite auf starken Widerstand stößt.
Weil der Zuschauer schrittweise in die Gebärdensprache eingeführt wird und durch erzählerische Mittel (wie Untertitel oder Point-of-View-Einstellungen) Perspektiven auf das Leben mit einer Behinderung erhält, die ihm im Alltag meist verborgen bleiben.
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