Examensarbeit, 2001
95 Seiten, Note: 1.0
EINLEITUNG
TEIL I DAS HYPERKINETISCHE SYNDROM
1 TERMINOLOGIE
1.1 Geschichtlicher Hintergrund
1.2 Namensgebung
1.3 Zusammenfassung
2 SYMPTOMATIK
2.1 Primärsymptome
2.1.1 Hyperaktivität
2.1.2 Aufmerksamkeitsstörung
2.1.3 Impulsivität
2.2 Begleitsymptome
2.3 Weitere Eigenschaften
2.4 Entwicklung und Verlauf
2.4.1 Säuglings- und Kleinkindalter
2.4.2 Kindergarten- und Vorschulalter
2.4.3 Grundschulalter
2.4.4 Jugendalter
2.4.5 Erwachsenenalter
2.5 Zusammenfassung
3 DIAGNOSTIK
3.1 Klassifikationssysteme
3.2 Diagnostische Kriterien (DSM-IV und ICD-10)
3.2.1 Gegenüberstellung der Symptom-Kriterien
3.2.2 Unterschiede und Ähnlichkeiten der Symptom-Kriterien von DSM-IV und ICD-10
3.3 Diagnostische Methoden
3.4 Differenzialdiagnose
3.5 Zusammenfassung
4 EPIDEMIOLOGIE
4.1 Internationales Auftreten
4.2 Prävalenz
4.3 Geschlechtsspezifische Verteilung
4.4 Zusammenfassung
5 ÄTIOLOGIE
5.1 Medizinische Ansätze
5.1.1 Neurologische Faktoren
5.1.2 Neuroimmunologische Faktoren
5.1.3 Neurotoxikologische Faktoren
5.1.4 Genetische Faktoren
5.2 Psychosoziale Ansätze
5.3 Zusammenfassung
TEIL II KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS MIT SCHWERPUNKT AUF SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN
1 KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS
1.1 Kognitive Leistungen
1.2 Emotionale Auffälligkeiten
1.3 Soziale Probleme
1.4 Körperliche Entwicklung
1.5 Zusammenfassung
2 KOMORBIDE SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN
2.1 Berücksichtigung von Sprache und Sprechen in der Fachliteratur
2.2 Darstellung der sprachlichen Störungsphänomene
2.2.1 Störungen der Aussprache
2.2.2 Störungen der Semantik
2.2.3 Störungen der Grammatik
2.2.4 Zusammenfassung
2.3 Zur Komplexität von Sprachentwicklungsstörungen
2.3.1 Gestörte Sprache und Wahrnehmung
2.3.2 Gestörte Sprache und Motorik
2.3.3 Gestörte Sprache und kognitive Struktur
2.3.4 Gestörte Sprache und psychosoziale Situation
2.3.5 Zusammenfassung
TEIL III HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE IN DER SCHULE
1 SO WERDEN HYPERKINETISCHE KINDER WAHRGENOMMEN ...
1.1 ... von der Lehrkraft
1.2 ... von den Mitschülern
1.3 ... von sich selbst
1.4 Zusammenfassung
2 PRINZIPIEN DER UNTERRICHTSPLANUNG UND –GESTALTUNG FÜR HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE
2.1 Planung für die gesamte Klasse
2.2 Spezielle Maßnahmen
2.3 Zusammenfassung
3 DAS KOOPERATIVE NETZ
3.1 Kooperation mit den Eltern
3.2 Kooperation mit Kollegen
3.3 Kooperation mit außerschulischen Stellen
3.4 Zusammenfassung
SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über das Hyperkinetische Syndrom zu geben, mit einem besonderen Fokus auf die häufig auftretenden komorbiden Sprachentwicklungsstörungen. Es wird untersucht, welche sprachlichen Probleme bei betroffenen Kindern vorliegen, welche Ursachen diesen zugrunde liegen könnten und wie Lehrer ihr pädagogisches Handeln im Schulalltag effektiv an diese Bedürfnisse anpassen können.
Gestörte Sprache und kognitive Struktur
Schaut man im Brockhaus-Lexikon (1997) unter dem Begriff ´Kognition´ nach, so gilt dieser als Sammelbezeichnung „für alle Prozesse und Strukturen, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen“ (ebd. Bd. 7, 398). Grohnfeldt (1993, 80) fügt dem hinzu, dass hierfür Faktoren der Aufmerksamkeit, Konzentration, Speicherkapazität sowie des anschaulichen und logisch-abstrakten Denkens bedeutsam werden – und all diese Bereiche machen die individuelle Lernvoraussetzung aus. Wir nähern uns in diesem Kapitel also einem sehr umfangreichen Gebiet!
Ein Forschungskreis konnte folgendes über die Verbosensomotorik, die sprachtragenden sensomotorischen Bereiche, herausfinden: sie teilt sich in fünf Variablen auf, nämlich in die Fähigkeiten zur visuellen, phonematischen, kinästhetischen, melodischen und rhythmischen Differenzierung (vgl. Breuer 1974 zit. nach ebd., 76). Und in verschiedenen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, „daß vor allem Stammler und Dysgrammatiker mit sensomotorischen Rückständen belastet sind, (...) daß das verbosensorische Niveau »ein Indikator für das Niveau der Lautsprache« (Weuffen 1980, 146) ist“ (ebd., 76).
Dieser Zusammenhang, welcher bei sensomotorischen Abläufen und Sprachentwicklungsstörungen nachgewiesen wurde, wird bei Sprache und Denken stark angenommen (vgl. Piaget 1972 zit. nach ebd., 80) – es ist zu erwarten, dass Störungen der Sprachentwicklung häufig mit Veränderungen der kognitiven Struktur einhergehen. Wie allerdings diese Beziehung zustande kommen könnte, ist nicht geklärt.
„Es ist zu vermuten, daß sich derartige regelkreisartig ablaufende Prozesse auf eine gemeinsame Verursachung zurückführen lassen, sei es schwerpunktmäßig im neurophysiologischen Bereich oder aufgrund beeinträchtigter familiärer und soziokultureller Bedingungen“ (ebd., 80).
TERMINOLOGIE: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss und beleuchtet die verschiedenen Bezeichnungen des Hyperkinetischen Syndroms, wobei die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition betont wird.
SYMPTOMATIK: Hier werden die Primärsymptome (Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität) sowie Begleitsymptome und der typische Entwicklungsverlauf über die Lebensspanne dargestellt.
DIAGNOSTIK: Das Kapitel vergleicht die Klassifikationssysteme DSM-IV und ICD-10, diskutiert diagnostische Methoden und verdeutlicht die Notwendigkeit einer differenzierten Differenzialdiagnostik.
EPIDEMIOLOGIE: Hier wird die Verbreitung des Syndroms beleuchtet, wobei auf kulturelle Aspekte, Prävalenzraten und die geschlechtsspezifische Verteilung eingegangen wird.
ÄTIOLOGIE: Es werden verschiedene medizinische und psychosoziale Erklärungsansätze für die Ursachen des Syndroms vorgestellt, wobei der Fokus auf neurologischen und genetischen Faktoren liegt.
KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS: Ein Überblick über häufige Begleiterscheinungen, unterteilt in kognitive, emotionale, soziale und körperliche Defizite.
KOMORBIDE SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN: Das Kernkapitel der Arbeit, das lautsprachliche Aspekte (Aussprache, Semantik, Grammatik) sowie den Einfluss von Wahrnehmung und Motorik auf die Sprache bei hyperkinetischen Kindern analysiert.
SO WERDEN HYPERKINETISCHE KINDER WAHRGENOMMEN ...: Dieses Kapitel beleuchtet die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Kinder aus Sicht von Lehrkräften, Mitschülern und den Kindern selbst.
PRINZIPIEN DER UNTERRICHTSPLANUNG UND –GESTALTUNG FÜR HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE: Hier werden pädagogische Strategien und Maßnahmen für den Schulalltag abgeleitet, um hyperkinetische Kinder optimal zu fördern.
DAS KOOPERATIVE NETZ: Abschließend wird die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Eltern, Lehrern und außerschulischen Institutionen zur ganzheitlichen Unterstützung der Kinder begründet.
Hyperkinetisches Syndrom, ADHS, Sprachentwicklungsstörung, Komorbidität, Diagnostik, Symptomatik, Ätiologie, Sprachheilpädagogik, Unterrichtsplanung, kognitive Defizite, Wahrnehmung, Motorik, psychosoziale Situation, Förderung, Integration.
Die Arbeit befasst sich mit dem Hyperkinetischen Syndrom (ADHS) und untersucht gezielt die Komorbidität mit Sprachentwicklungsstörungen, um Wege der pädagogischen Förderung aufzuzeigen.
Die Arbeit behandelt die Symptomatik, Diagnostik, Ätiologie sowie die psychosozialen und kognitiven Folgen des Syndroms, mit einem Schwerpunkt auf der sprachlichen Entwicklung und der schulischen Situation.
Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Hyperkinetik und Sprachentwicklungsstörungen wissenschaftlich fundiert darzustellen und praxisnahe Ansätze für den Schulalltag zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und Klassifikationsmanuale (DSM-IV, ICD-10) herangezogen werden, um das Störungsbild systematisch zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Hyperkinetik sowie eine vertiefende Analyse der komorbiden Störungen, insbesondere der Sprachentwicklung in Bezug auf Aussprache, Semantik, Grammatik sowie Wahrnehmungs- und Motorikprozesse.
Zentrale Begriffe sind Hyperkinetisches Syndrom, Sprachentwicklungsstörung, Komorbidität, Diagnostik, pädagogische Förderung und kognitive Defizite.
Die Arbeit zeigt, dass Defizite in der Fein- und Serialmotorik komplexe Sprachprozesse wie die Artikulation und den Schriftspracherwerb (Handschrift) erschweren, da diese feinmotorische Sequenzen erfordern.
Aufgrund der vielschichtigen Problematik ist ein kooperatives Netz entscheidend, um konsistente pädagogische Maßnahmen zu etablieren, den Leistungsdruck zu mindern und das Störungspotential im Schulalltag durch einheitliche Strategien zu minimieren.
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