Examensarbeit, 2004
121 Seiten, Note: 1,0
Die Arbeit zielt darauf ab, die Auseinandersetzung von Fachmedizinern, psychiatrischen Einrichtungen und der Psychiatrie als Ganzes mit den Ereignissen der Aktion T4 in Baden nach 1945 zu untersuchen. Dabei soll herausgefunden werden, wie diese Ereignisse reflektiert wurden und welche Rolle sie im ärztlichen Selbstverständnis, in Dokumenten und in der psychiatrischen Praxis spielten.
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar. Der zweite Teil befasst sich mit dem Stand der Forschung zur Aktion T4, wobei insbesondere die Veröffentlichungen in der Nachkriegszeit beleuchtet werden.
Kapitel 1 analysiert die Entwicklung des Menschenbildes in der Psychiatrie im Vorfeld der Krankenmorde, wobei Themen wie Sozialdarwinismus und Rassenhygiene im Vordergrund stehen. Kapitel 2 widmet sich der Aktion T4 selbst, beschreibt deren Organisation und Durchführung in Baden und beleuchtet die Rolle verschiedener Anstalten sowie die Schicksale von Mittätern, Mitläufern und Widerstandskämpfern.
Kapitel 3 befasst sich mit dem Umgang mit der Vergangenheit. Es untersucht die Nachkriegszeit und die Reaktion der psychiatrischen Einrichtungen und Fachmediziner auf die Aktion T4.
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselthemen Aktion T4, Anstaltspsychiatrie, Rassenhygiene, Medizinethik, Umgang mit der Vergangenheit, NS-Verbrechen, psychiatrische Praxis.
Die Aktion T4 war die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen durch das NS-Regime, begründet durch die Ideologie der Rassenhygiene.
Zahlreiche Anstalten in Baden, wie Wiesloch, Illenau, Kork und Mosbach, waren in die „planwirtschaftliche Erfassung“ und Verlegung von Patienten in Tötungszentren involviert.
Die Nachkriegszeit war oft geprägt von Verdrängung und einer Rückkehr zur Tagesordnung. Erst spät begann eine kritische Reflexion des ärztlichen Selbstverständnisses und der Taten von Mittätern.
Der Poitrot-Bericht war eine der ersten Dokumentationen nach Kriegsende, die die Verbrechen in psychiatrischen Einrichtungen untersuchten und die Unmenschlichkeit der NS-Medizin offenlegten.
Es ist die pseudowissenschaftliche Lehre, die das Erbgut der Bevölkerung durch Selektion „reinigen“ wollte, was Mediziner zu „Hütern des Erbgutes“ statt zu Heilern machte.
Die Arbeit beleuchtet Beispiele von Mittätern und Mitläufern, untersucht aber auch Fälle von Widerstand gegen die Deportationen innerhalb der medizinischen Fachwelt und der betroffenen Einrichtungen.
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