Bachelorarbeit, 2011
53 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Selbstdarstellung und Selbstrepräsentation
2.1 Definition
2.2 Bedeutung der Selbstrepräsentation
2.3 Funktionen und Ziele der Selbstrepräsentation
2.4 Formen der Selbstrepräsentation
3 Das Wahlplakat
3.1 Definition und Eingrenzung
3.2 Vorläufer des modernen Porträt- und Persönlichkeitsplakats - „Der Retter“ und „Der Führer“
3.3 Analysekriterien
4 Die Selbstrepräsentation von Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel auf ausgewählten Wahlplakaten
4.1 Konrad Adenauer
4.1.1 „Mit Adenauer für den Frieden die Freiheit und die Einheit Deutschlands“ (1949)
4.1.2 „Deutschland wählt Adenauer“ (1953)
4.1.3 „Keine Experimente!“ (1957)
4.2 Willy Brandt
4.2.1 „Wohlstand ist für alle da!“ (1961)
4.2.2 „Deutsche. Wir können stolz sein auf unser Land.“ (1972)
4.3 Helmut Kohl
4.3.1 „Aufwärts mit Deutschland“ (1983)
4.3.2 „Das Bad in der Menge“ (1994)
4.4 Gerhard Schröder
4.4.1 „Ich bin bereit“ (1998)
4.4.2 „Der Kanzler der Mitte“ (2002)
4.5 Angela Merkel
4.5.1 „Deutschlands Chancen nutzen“ (2005)
4.5.2 „Wir wählen die Kanzlerin“ (2009)
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung der Selbstrepräsentation von fünf deutschen Bundeskanzlern im Medium des Wahlplakats, um den Einfluss der Werbeindustrie und die Entwicklung der Personalisierung in der politischen Kommunikation nachzuvollziehen.
1 Einleitung
„Herr Fröbel, bitte machen Sie ein zielbewusstes Gesicht und denken Sie an Sicherheit für Deutschland.“
Mit diesem Satz fordert Evelyn Hamann einen Mann mit Doppelkinn und rundem Gesicht, eckiger brauner Hornbrille, glatt gekämmtem schwarzen Seitenscheitel und perfekt sitzendem Anzug auf, die korrekte Pose für ein Wahlbereshooting einzunehmen. Der Fotograf, gespielt von Vico von Bülow (Loriot), fügt genervt hinzu: „Nicht grinsen Herr Fröbel, lassen Sie doch die Mundwinkel fallen.“ Das Besondere an diesem Fotoshooting: Ein und derselbe Mann soll als Fotomodell für die CDU, die SPD und die FPD fotografiert werden. Dabei nimmt Herr Fröbel je nach Wahlmotto eine andere Haltung ein. Für die SPD und „Sicherheit“ posiert er mit hohem Kinn und fallengelassenen Mundwinkeln. Die CDU steht mit Goldrandbrille, glattem Scheitel und lächelndem Gesicht für „Frieden und Freiheit“. „Wild“, mit zerzaustem Haar und geöffneter Krawatte posiert Herr Fröbel für „das Ganze“ und die FDP. Bezeichnend ist, dass Herr Fröbel auf allen drei Fotos möglichst an nichts denken und nicht intelligent gucken soll. Auf die verwunderte Frage Loriots, der Mann sei doch gar kein Politiker, antwortet Evelyn Hamann: „Auf einem Wahlplakat geht es um Krawatte, Brille, Frisur und Ausdruck – um nichts anderes.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der politischen Selbstrepräsentation ein und formuliert die zentralen Fragestellungen zur Untersuchung der Rolle von Wahlplakaten.
2 Selbstdarstellung und Selbstrepräsentation: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Selbstdarstellung und Selbstrepräsentation und erläutert deren Bedeutung sowie Funktionen im politischen Kontext.
3 Das Wahlplakat: Es erfolgt eine Definition des Mediums Wahlplakat sowie eine historische Einordnung inklusive der Entwicklung von Analysekriterien für die Untersuchung.
4 Die Selbstrepräsentation von Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel auf ausgewählten Wahlplakaten: Das Hauptkapitel analysiert exemplarische Wahlplakate der genannten Kanzler im Hinblick auf deren inszenierte Selbstrepräsentation.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über die Rolle des Wahlplakats als Instrument der politischen Markenführung im Wandel der Zeit.
Wahlplakat, Selbstrepräsentation, Personalisierung, Bundeskanzler, politische Kommunikation, Werbeindustrie, Imagebildung, Mediendemokratie, Markenbildung, visuelle Kommunikation, Porträtplakat, Visual History, politische PR, Wahlkampfstrategie, Wahlwerbung.
Die Arbeit analysiert die visuelle Selbstdarstellung deutscher Bundeskanzler auf Wahlplakaten und untersucht, wie sich die Inszenierung der politischen Führungspersonen im Laufe der Geschichte der Bundesrepublik verändert hat.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der politischen Werbung, die zunehmende Personalisierung von Wahlkämpfen und die methodische Analyse der visuellen Sprache von Wahlplakaten.
Ziel ist es zu klären, wie Werbestrategien das Erscheinungsbild der Kanzlerkandidaten beeinflussen und inwieweit das Wahlplakat als Instrument der politischen Markenbildung fungiert.
Es werden methodische Kriterien der Bildanalyse und der Selbstrepräsentationslehre angewandt, um die verschiedenen Plakatmotive formal und inhaltlich zu deuten.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von jeweils zwei Wahlplakaten pro Kanzler (Adenauer, Brandt, Kohl, Schröder, Merkel), wobei spezifische Merkmale der Pose, Mimik und Gestaltung analysiert werden.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Personalisierung, politische Marke, Selbstrepräsentation, Wahlkampfstrategie und visuelle Rhetorik.
Während Adenauer noch als autoritäre „Vaterfigur“ und überparteiliche Führungsfigur inszeniert wurde, wandelte sich das Bild bei Schröder zum „Lifestyle-Kanzler“, der sich stärker an aktuellen Medientrends und dem Politainment orientierte.
Trotz der Dominanz neuer Medien wie Internet und Fernsehen bleibt das Wahlplakat als Instrument der „Verdichtung“ politischer Marken von großer Relevanz für die Wahlkampfkommunikation.
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