Examensarbeit, 2013
93 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise und Terminologie
2. Heavy Metal und Intertextualität
2.1 Exkurs: Geschichte und Theorie der Intertextualität
2.2 Heavy Metal
2.2.1 Der Begriff
2.2.2 Die Geschichte
2.2.3 Standpunkte und Theorien
2.2.4 Themen im Metal
2.3 Metal und Intertextualität
3. Valhalla, I am coming – Nordische Mythologie in Metaltexten
3.1 Die Nordischen Mythologie und der Metal
3.2 Referenzstrategien und Bezugsthemen
3.3 Themen der Songs und Funktionen der Intertextualität
3.4 Die Sprache der Texte
4. Milton goes Metal – (Unter)Weltliteratur im Heavy Metal?!
4.1 Lovecraft und der Cthulhu-Mythos im Metal
4.1.1 Unaussprechlichen Kulten - Madness From The Sea
4.1.2 Metallica – The Thing That Should Not Be
4.1.3 The Vision Bleak - Kutulu
4.1.4 Mercyful Fate – The Mad Arab Kutulu (The Mad Arab Part Two)
4.1.5 Blasphemie, Lovecraft und das Chaos
4.1.6 Celtic Frost– Morbid Tales
4.1.7 The Vision Bleak – The Outsider
4.2 Songs am Rande der Unterwelt
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Intertextualität in Heavy-Metal-Liedtexten, mit einem spezifischen Fokus auf die Verarbeitung nordischer Mythologie sowie der Werke des Horrorautors H. P. Lovecraft. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metal-Bands durch Zitate, Anspielungen und Referenzen bestehende kulturelle Stoffe transformieren, um eigene, oft düstere und chaotische Bedeutungsebenen zu schaffen und sich so in einen globalen intertextuellen Diskurs einzureihen.
1 Einleitung
There is no object or purpose in ultimate creation, since all is a ceaseless repetitive cycle of transitions from nothing back to nothing again […]
Ganz so nihilistisch und willkürlich, wie Lovecraft die Schöpfung hier sieht, verhält es sich nicht generell in Sachen Literatur. Zwar unterliegen Texte, Ideen und Konzepte einer ständigen Wiederholung, Transformation und Widerschrift – einem Wandel sozusagen – dennoch werden sie nicht in jedem Fall völlig arbiträr und ohne jegliche Absicht von ihrem jeweiligen Schöpfer in die Welt geschickt.
Generell drücken Texte etwas aus. So sind Texte laut Heinz Vater u. a. intentional, informativ und intertextuell. Das heißt sie sind beabsichtigt, übermitteln bestimmte Informationen und sind mit anderen Texten verwoben. Texte, egal ob literarisch oder nicht, beeinflussen sich also gegenseitig – und das nicht erst seit Neuestem.
Bereits in der antiken Rhetorik kannte man das Prinzip der imitatio – der Nachahmung, welches seitdem als rhetorisches Mittel in der Produktion von Literatur zum Einsatz kam. So bedienten sich laut Heinrich F. Plett später beispielsweise Autoren und Dichter des 16. und 17. Jahrhunderts aus den sogenannten Commonplace Books – Büchern, die bekannte Formulierungen anerkannter literarischer Vorgänger enthielten – und ahmten diese nach. Denn man ging, laut Plett, davon aus, dass die poetische Sprache in Texten keine Schöpfung aus dem Nichts ist, sondern dass aus bereits vorhandenem Sprachmaterial geschöpft wird. Jeder Text hatte somit einen Vorgänger- und Folgetext und die europäische Literaturgeschichte war größtenteils intertextuell konzipiert.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Intertextualität und Darlegung der Zielsetzung, die Rolle von Heavy-Metal-Liedtexten als neues Forschungsfeld der Literaturwissenschaft zu beleuchten.
2 Heavy Metal und Intertextualität: Theoretischer Abriss zur Intertextualität und eine soziologische sowie historische Betrachtung des Phänomens Heavy Metal und seiner Themenbereiche.
3 Valhalla, I am coming – Nordische Mythologie in Metaltexten: Analyse der Rezeption nordischer Mythen und der Wikingerkultur in Metal-Liedtexten sowie deren Funktion als Identifikationsmerkmal.
4 Milton goes Metal – (Unter)Weltliteratur im Heavy Metal?!: Untersuchung des Einflusses von H. P. Lovecraft und anderen literarischen Werken auf die Metal-Kultur sowie die Inszenierung des Bösen und des Chaos.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung, das die vielseitigen Formen der Intertextualität im Metal zusammenfasst und den Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Auseinandersetzung betont.
Heavy Metal, Intertextualität, Songtexte, Nordische Mythologie, H. P. Lovecraft, Cthulhu-Mythos, Viking Metal, Black Metal, Referenzstrategien, Transformation, Subkultur, Literaturwissenschaft, Chaos, Symbolik, Rezeption
Die Arbeit analysiert die intertextuellen Bezüge in Heavy-Metal-Liedtexten, also wie diese Songs literarische Vorlagen wie die nordische Mythologie oder Lovecraft-Horror verarbeiten.
Die zentralen Felder sind die Intertextualitätstheorie, die Subkultur des Heavy Metal sowie spezifische literarische Einflüsse aus Mythologie und Horrorliteratur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metal-Bands durch gezielte Anspielungen auf bestehende Texte neue Bedeutungen generieren und sich selbst in eine kulturelle Tradition stellen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die Songtexte als lyrische Texte analysiert und mit ihren jeweiligen Bezugstexten vergleicht.
Im Hauptteil werden zwei große Komplexe untersucht: Die Verarbeitung nordischer Mythen im Viking/Pagan Metal sowie die Einflüsse von H. P. Lovecraft auf das Genre.
Begriffe wie Intertextualität, Transformation, Bedeutungskonstitution, Referenzstrategien und der kulturspezifische Kontext der Metalszene sind essenziell.
Sie dient als Vorrat an Motiven, um Identität, Gemeinschaft und Werte wie Mut oder Naturverbundenheit innerhalb der Szene zu inszenieren.
Lovecrafts Werke liefern eine düstere, chaotische Bildsprache, die es Bands ermöglicht, menschliche Ängste zu reflektieren und gesellschaftliche Konventionen durch das "Böse" zu hinterfragen.
Nein, die Autorin konzentriert sich explizit auf die Liedtexte und deren textuelle Interdependenzen; musikalische Aspekte werden bewusst ausgeklammert.
Der Begriff beschreibt, dass Metaltexte oft nur die äußere Struktur oder Klischees ihrer Vorbilder übernehmen, um eine authentische Stimmung zu erzeugen, ohne jedoch die inhaltliche Tiefe der Originale zwingend abzubilden.
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