Diplomarbeit, 2004
146 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1 Teil 1 – Aus Sicht der Professionellen
1.1 Die Entwicklung von der Fremd- zur Selbstverantwortung als Entwicklungsaufgabe
1.1.1 Entwicklungstheoretische Begründung des Konzepts der Entwicklungsaufgaben
1.1.1.1 Die Entwicklungsaufgaben (EA)
1.1.1.1.1 Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
1.1.2 Selbstverantwortung im Kontext der Entwicklungsaufgaben
1.1.3 Selbständigkeit als Voraussetzung selbstverantwortlichen Handelns
1.1.3.1 Die Dimensionen von Selbständigkeit
1.2 Ablösung als Entwicklungsaufgabe
1.2.1 Als Aufgabe für den Jugendlichen
1.2.2 Als Aufgabe für die Bezugspersonen
1.3 Die besonderen Bedingungen der Erziehungshilfe
1.3.1 Definition und Abgrenzung der stationären Jugendhilfe
1.3.2 Zur Situation der stationären Erziehungshilfe (mit besonderem Blick auf Sachsen)
1.3.3 Die besonderen Bedingungen der Erziehungshilfe und deren Auswirkungen auf Ablösung und Übernahme von Selbstverantwortung
2 Teil 2 Die Sicht der Adressaten - Uwe, Sabine und Kerstin – 3 Fallbeispiele
2.1 Leitthemen für die Untersuchung anhand der Interviews
2.1.1 1. Leitthema - Beziehungen:
2.1.2 2. Leitthema - Entwicklungsaufgaben:
2.1.3 3. Leitthema - Selbstverantwortung:
2.1.4 4. Leitthema - Selbständigkeit:
2.2 Grundverständnis der Untersuchung
2.3 Die Jugendlichen und ihr Weg in die stationäre Jugendhilfe
2.3.1 Uwe
2.3.2 Sabine
2.3.3 Kerstin
2.4 1. Leitthema (Beziehungen)
2.4.1 Uwe
2.4.2 Sabine
2.4.3 Kerstin
2.5 2. Leitthema - Entwicklungsaufgaben
2.5.1 Uwe
2.5.2 Sabine
2.5.3 Kerstin
2.6 3. Leitthema - Selbstverantwortung
2.6.1 Uwe
2.6.2 Sabine
2.6.3 Kerstin
2.7 4. Leitthema - Selbständigkeit
2.7.1 Uwe
2.7.2 Sabine
2.7.3 Kerstin
2.8 Zusammenfassung
2.8.1 Uwe
2.8.2 Sabine
2.8.3 Kerstin
3 Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung von Selbst- und Fremdverantwortung sowie die Gestaltung von Bindung und Ablösung bei Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie diese Jugendlichen ihre Entwicklungsmöglichkeiten und den Ablösungsprozess aus der stationären Einrichtung erleben und welche Unterstützung sie dabei erhalten oder benötigen.
Die Entwicklung der Fremd- zur Selbstverantwortung als Entwicklungsaufgabe
Den hier aufgeführten Überlegungen zur Theorie der Entwicklungsaufgaben liegt das Konzept des amerikanischen Pädagogen Havighurst zu Grunde. Das Verständnis von Entwicklungsaufgabe ist bis heute an Havighursts eigener Definition orientiert: „Eine ‚Entwicklungsaufgabe‘ ist eine Aufgabe, die in oder zumindest ungefähr zu einem bestimmten Lebensabschnitt des Individuums entsteht, deren erfolgreiche Bewältigung zu dessen Glück und Erfolg bei späteren Aufgaben führt, während ein Mißlingen zu Unglücklichsein, zu Mißbilligung durch die Gesellschaft und zu Schwierigkeiten mit späteren Aufgaben führt ... Die Entwicklungsaufgaben einer bestimmten Gruppe haben ihren Ursprung in drei Quellen: (1) körperliche Entwicklung, (2) kultureller Druck (die Erwartungen der Gesellschaft), und (3) individuelle Wünsche und Werte.“
Havighurst entwickelte dieses Konzept, um „entwicklungspsychologisches Wissen und Denken zur Förderung pädagogisch kompetenten Handelns zu vermitteln“. Das bedeutet, daß sich in diesem Konzept die allgemein anerkannten Erkenntnisgewinne der verschiedenen Theorien von Entwicklung wiederfinden müssen. Dreher und Dreher, die das Konzept Havighursts aktualisierten und überprüften drücken es so aus: „... inwieweit sich auf der Basis derzeit als gültig erachteter Modelle und Theorieperspektiven der Entwicklungspsychologie ein Verständnis herstellen läßt, das Entwicklungsaufgabe als theoretisches Konzept begründet...“ Als relevante Perspektiven in diesem Sinne sehen Dreher und Dreher drei Annahmen:
1. Entwicklung erstreckt sich über den gesamten Lebenslauf.
2. Entwicklung wird beeinflußt durch die Wechselwirkung von Individuum und Umwelt.
3. Die Individuum - Umwelt - Auseinandersetzung wird durch das Individuum aktiv, bewußt und zielorientiert gestaltet.
0 Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit sowie des Forschungsinteresses im Kontext der stationären Jugendhilfe.
1 Teil 1 – Aus Sicht der Professionellen: Theoretische Fundierung des Konzepts der Entwicklungsaufgaben sowie Analyse der spezifischen Bedingungen in der stationären Jugendhilfe.
2 Teil 2 Die Sicht der Adressaten - Uwe, Sabine und Kerstin – 3 Fallbeispiele: Empirische Untersuchung anhand von Interviews, in denen die persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen reflektiert werden.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der Fallbeispiele mit Fazit zur pädagogischen Praxis.
Selbstverantwortung, Fremdverantwortung, stationäre Jugendhilfe, Entwicklungsaufgaben, Ablösung, Bindung, Selbständigkeit, pädagogisches Handeln, Adoleszenz, Hilfeplan, Rollendiffusion, Sozialisation, Lebensplanung, Individuum, Umwelt.
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen an Jugendliche in der stationären Jugendhilfe, insbesondere im Hinblick auf ihre Fähigkeit, Selbstverantwortung zu entwickeln und sich von der Einrichtung zu lösen.
Zentrale Felder sind die Theorie der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst, die Bedingungen der stationären Heimerziehung sowie die Analyse persönlicher Entwicklungsprozesse von Jugendlichen anhand von Fallbeispielen.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen institutionellen Vorgaben (Hilfeplänen) und den individuellen Bewältigungsstrategien der Jugendlichen aufzuzeigen, um pädagogische Anregungen für die Praxis zu gewinnen.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Untersuchung (Interviews mit drei Jugendlichen), um die individuellen Sichtweisen der Adressaten zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben und professionellen Bedingungen der Jugendhilfe sowie einen empirischen Teil, der die Erfahrungen von Uwe, Sabine und Kerstin darstellt.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Selbstverantwortung, Ablösungsprozesse, stationäre Jugendhilfe, Entwicklungsaufgaben und pädagogische Professionalität.
Sie dienen dazu, die theoretischen Konzepte von Ablösung und Selbstverantwortung zu erden und die teils schwierigen biographischen Hintergründe sowie die unterschiedliche Wahrnehmung institutioneller Hilfe durch die Jugendlichen aufzuzeigen.
Die befragten Jugendlichen empfanden Hilfeplanungen oft als belastend, kontrollierend oder entmündigend und nahmen sie selten als echte Chance zur Mitbestimmung ihrer eigenen Entwicklungsziele wahr.
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