Bachelorarbeit, 2014
48 Seiten
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Arbeitsweise
1.2 Definition sôgô shôsha
2. Hauptteil
2.1 Geschichte der sôgô shôsha
2.1.1 Entstehung der sôgô shôsha mit dem Aufbruch Japans in die Moderne
2.1.2 Zwischen den beiden Weltkriegen
2.1.3 Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute
2.2 Tätigkeiten und Funktionen der sôgô shôsha bis 1990
2.3 Veränderung der sôgô shôsha ab 1990 und die sôgô shôsha heute
2.4 Einbettung der sôgô shôsha in die zaibatsu und keiretsu
3 Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert die historische Entstehung, die spezifischen Funktionen und die langfristige Entwicklung der japanischen Generalhandelshäuser, bekannt als sôgô shôsha. Dabei wird untersucht, wie sich dieser besondere Unternehmenstypus von seinen Ursprüngen in der Meiji-Ära bis in die Gegenwart gewandelt hat und welche Rolle er innerhalb japanischer Unternehmensnetzwerke spielt.
2.1.1 Entstehung der sôgô shôsha mit dem Aufbruch Japans in die Moderne
Die Edo-Zeit in Japan bis 1868 war wirtschaftlich und gesellschaftlich geprägt von der selbstgewählten Isolation Japans gegenüber dem Rest der Welt. Erst mit der Meiji-Restauration 1868, die durch die Kaiserkrönung von Mutsuhito, später Meiji, eingeleitet wurde, öffnete sich Japan dem Westen. Mit dieser Öffnung wurden eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen in Wirtschaft, Gesellschaft und Militär umgesetzt. Generell stand die Meiji-Ära unter dem Leitspruch „wakon yosai“, was übersetzt „Japanischer Geist, westliche Technik“ heißt (Henshall, 1999 S. 66;71-97 ).
Nach dieser Öffnung wurden mehrere Dutzend Handelsunternehmen gegründet, die meistens nur ein bis ein paar wenige Produkte handelten und das auch nur in ein oder höchstens zwei Regionen innerhalb von Japan. Das erste dieser gegründeten Unternehmen war Maruzen im Jahr 1869. Dieses Handelshaus spezialisierte sich auf den Import von Büchern und Delikatessen aus den Vereinigten Staaten und Europa (Jones, 1996 S. 151).
1872 wurde das Handelshaus Senshusha eröffnet, um auf Bestellung der Regierung Waffen, Baumwolltextilien und Chemikalien nach Japan importieren zu können. Da Mitsui einer der Hauptkapitalgeber war, wurde dem Unternehmen der Kauf von Senshusha angeboten. Das Handelshaus wurde in die Unternehmensgruppe eingegliedert und am 1ten Juli 1867 (Mitsui & Co., Ltd) zu Mitsui Bussan Kaisha (McMillan, 1985 S. 236), dem Vorläufer des heutigen Unternehmens Mitsui Co. Die erste Zweigstelle von Mitsui Bussan wurde 1877 in Shanghai gegründet, um Kohle von Japan nach China zu exportieren. Bis zum Anfang des Ersten Weltkrieges besaß Mitsui Bussan mehr als 30 Zweigstellen in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien. Es handelte mehr als 120 verschiedene Güter und war für 20 Prozent der japanischen Im- und Exporte verantwortlich (Jones, 1996 S. 151). Mit Mitsui Bussan war das erste Generalhandelshaus, das man später als sôgô shôsha bezeichnete, gegründet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der sôgô shôsha ein, definiert den Untersuchungsgegenstand und legt die methodische Vorgehensweise sowie die berücksichtigten Unternehmen fest.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine umfassende historische Aufarbeitung, analysiert die Funktionen der Handelshäuser, beleuchtet deren Transformation nach 1990 und erläutert ihre Vernetzung innerhalb der japanischen Konzernstrukturen.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung der Generalhandelshäuser zusammen und schlussfolgert, dass sie trotz struktureller Anpassungen und veränderter Marktbedeutungen weiterhin eine zentrale Rolle in der japanischen Wirtschaft einnehmen.
sôgô shôsha, Japan, Generalhandelshäuser, zaibatsu, keiretsu, Handelsunternehmen, Wirtschaftsnetzwerke, Meiji-Restauration, Wertschöpfungskettenmanagement, Globalisierung, Außenhandel, Investitionen, Unternehmensstruktur, Export, Import.
Die Arbeit befasst sich mit den japanischen Generalhandelshäusern, den sogenannten sôgô shôsha, und untersucht deren Entstehung, Funktionen sowie ihre Entwicklung von den Anfängen bis zur heutigen Zeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese, den vielfältigen Tätigkeiten (Handel, Finanzierung, Information), der Einbettung in zaibatsu- und keiretsu-Netzwerke sowie der strategischen Neuausrichtung in einem globalisierten Umfeld.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich dieser spezifische japanische Unternehmenstypus seit seiner Entstehung gewandelt hat und inwiefern er seine Rolle und Struktur an heutige Anforderungen angepasst hat.
Es erfolgt eine geschichtliche Zusammenfassung und eine Analyse der Unternehmensentwicklung anhand von Jahresberichten sowie einer Auswertung von Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Chronik, eine detaillierte Funktionsanalyse, die Untersuchung von Veränderungen ab 1990 sowie die Darstellung der Netzwerk-Einbindung der untersuchten Unternehmen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie sôgô shôsha, Japan, zaibatsu, keiretsu und Wertschöpfungskettenmanagement charakterisiert.
Da es keine einheitliche Definition der sôgô shôsha gibt, orientiert sich der Autor an der Beschreibung von Tanaka, um eine klare Abgrenzung der Handelshäuser zu gewährleisten.
Dieses Ereignis führte zur Umstellung der japanischen Wirtschaft auf eine Kriegswirtschaft, was bei den sôgô shôsha aufgrund ausbleibender Exporte und des Verlusts ausländischer Guthaben zu schweren wirtschaftlichen Einschnitten führte.
Dies bezieht sich auf die 1970er-Jahre, in denen die sôgô shôsha aufgrund des direkten Markteintritts japanischer Hersteller in den USA und mangelnder Vorteile bei Hochtechnologieprodukten Anteile am Handelsvolumen verloren.
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