Bachelorarbeit, 2009
50 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der künstliche Mensch
2.1. Philosophische Sichtweisen zum künstlichen Menschen
2.2. Automatenfiguren im 18. Jahrhundert
2.3. Kritik an den Automatenfiguren
3. Künstliche Menschen in der Literatur
4. Die Automatenthematik bei E.T.A. Hoffmann
5. Automatenfiguren in “Die Automate”
5.1. Die Erzählung “Die Automate”
5.1.1. Inhalt
5.1.2. Erzählperspektive
5.1.3. Sprachgestus
5.2. Automatenfiguren und ihr Meister
5.2.1. Die Automatenfiguren des Professor X.
5.2.2. Die Figur des “Türken”
5.3. Die Funktion der Automatenfiguren
6. Die Figur der Olimpia in “Der Sandmann”
6.1. Das Nachtstück “Der Sandmann”
6.1.1. Inhalt
6.1.2. Erzählperspektive
6.1.3. Sprachgestus
6.1.4. Gemeinsame Erzählelemente mit der Erzählung “Die Automate”
6.2. Die Protagonisten
6.2.1. Nathanael
6.2.2. Clara
6.2.3. Olimpia
6.2.4. Nathanael zwischen Olimpia und Clara
6.3. Die Bauer von Olimpia
6.4. Die Funktion Olimpias
7. Zusammenfassung und Fazit
Diese Hausarbeit untersucht die Funktionen und Wirkungsweisen von Automatenfiguren in ausgewählten Werken von E.T.A. Hoffmann, konkret in den Erzählungen „Die Automate“ und „Der Sandmann“. Ziel ist es zu analysieren, wie der Autor Automaten als Spiegelbilder der Gesellschaft einsetzt, welche Rolle ihre Konstrukteure einnehmen und inwieweit die Darstellung dieser künstlichen Menschen Hoffmanns ambivalente Haltung zwischen Technikbegeisterung und gesellschaftskritischer Ablehnung widerspiegelt.
Die Funktion der Automatenfiguren
Die Funktion der Automatenfiguren besteht zu einem Großteil darin, Kritik an den Androiden des 18. und 19. Jahrhunderts zu äußern, gleichzeitig aber auch eine gewisse Faszination auszudrücken. Wenn auch der orakelnde Türke eine Hauptfigur in der Erzählung darstellt, sei zunächst erwähnt, dass ein Großteil der Erzählung aus Kritik an den Musikautomaten besteht. Nachdem Ludwig und Ferdinand von Professor X. dessen Musikautomaten vorgeführt bekommen haben, unterhalten sie sich über ihre Eindrücke. Ähnlich wie bei der Unterhaltung über die Figur des Türken, nehmen die beiden unterschiedliche Positionen ein. Ferdinand ist ganz beeindruckt von den Musikautomaten: „,Nun, war das nicht alles überaus künstlich und schön? [...] die Verbindung der Maschinen ist wunderbar.’”127 Ludwig hingegen ist wütend und kritisiert die Automaten stark: „[...] die Maschinenmusik ist für mich etwas Heilloses und Greuliches, und die gute Strumpfmaschine übertrifft nach meiner Meinung an wahrem Wert himmelweit die vollkommenste prächtigste Spieluhr.”128
Weiter sagt er: „[...] und doch wird der geist- und empfindungsloseste Spieler noch immer mehr leisten als die vollkommenste Maschine [...]. Das Streben der Mechaniker, immer mehr und mehr die menschlichen Organe zum Hervorbringen musikalischer Töne nachzuahmen, oder durch mechanische Mittel zu ersetzen, ist mir der erklärte Krieg gegen das geistige Prinzip [...]; eben darum ist mir gerade die nach mechanischen Begriffen vollkommenste Maschine der Art eben die verächtlichste, und eine einfache Drehorgel, die im Mechanischen nur das Mechanische bezweckt, immer noch lieber als der Vaucansonsche Flötenbläser und die Harmoniespielerin.129”
1. Einleitung: Vorstellung des Themenkomplexes „künstlicher Mensch“ bei E.T.A. Hoffmann sowie Darlegung der Forschungsfragen und der Vorgehensweise.
2. Der künstliche Mensch: Überblick über philosophische Ansätze des 17. und 18. Jahrhunderts und die mechanistische Welterklärung, ergänzt um die Rolle historischer Automatenbauer.
3. Künstliche Menschen in der Literatur: Darstellung der Verbreitung des Motivs in der romantischen Literatur und dessen Bedeutung als gesellschaftliches Spiegelbild.
4. Die Automatenthematik bei E.T.A. Hoffmann: Einbettung des Automatenmotivs in das Gesamtwerk Hoffmanns und Erläuterung seiner Faszination für die Technik.
5. Automatenfiguren in “Die Automate”: Analyse der Erzählung „Die Automate“ inklusive inhaltlicher Zusammenfassung, Erzählperspektive und der Funktion der Figuren.
6. Die Figur der Olimpia in “Der Sandmann”: Untersuchung des Sandmann-Motivs, der Perspektiven auf Olimpia sowie der gemeinsamen Erzählelemente mit „Die Automate“.
7. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über Hoffmanns kritische Auseinandersetzung mit der Technisierung.
E.T.A. Hoffmann, Automaten, künstlicher Mensch, Der Sandmann, Die Automate, Androiden, Mechanisierung, Romantik, Technikfolgen, Spiegelbild, Industrialisierung, Literaturwissenschaft, Menschenbild, Konstrukteur, Philistrismus.
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Automatenfiguren in den Erzählungen „Die Automate“ und „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann.
Zentral sind die Themen der Technisierung, der Wahrnehmung von Maschinen als „lebendige“ Wesen, die Kritik an der Industrialisierung sowie Hoffmanns Ambivalenz gegenüber diesen Entwicklungen.
Das Ziel ist die Analyse der Funktionen, die diese Automatenfiguren in den Erzählungen erfüllen, sowie die Untersuchung der Wertung ihrer Erfinder durch Hoffmann.
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Textstellen und bezieht sich auf fachspezifische Forschungsliteratur zur Einordnung der Motive und Konzepte.
Der Hauptteil widmet sich in den Kapiteln 5 und 6 detailliert den Erzählungen „Die Automate“ und „Der Sandmann“, indem er Inhalt, Erzählperspektiven, Sprachgestus und die Funktion der Automaten sowie deren Schöpfer analysiert.
E.T.A. Hoffmann, Automaten, künstlicher Mensch, Mechanisierung, Industrialisierung und Gesellschaftskritik.
Professor X. wird einerseits mit negativen Attributen wie „stechenden Augen“ beschrieben, andererseits aber auch als fachlich kundiger „Mann muntern Ansehens“ porträtiert, sodass keine rein negative Wertung erfolgt.
Olimpia dient Hoffmann als Mittel zur Kritik am bürgerlichen Frauenbild, an sozialen Konventionen in Teezirkeln und als Symbol für die drohende Entmenschlichung im Maschinenzeitalter.
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