Masterarbeit, 2012
101 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Forschungsstand zum Handeln von Mediatoren
2.1 Die Vielfalt des Mediatorenhandelns
2.2 Mediatorenhandeln und Mediatorencharakteristika
3 Theoretische Zugänge zum Handeln von Mediatoren
3.1 Darstellung ausgewählter Konzepte
3.2 Die Rekonstruktion der Idealtypen
3.2.1 Der evaluative Idealtyp
3.2.2 Der facilitative Idealtyp
3.2.3 Der transformative Idealtyp
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Qualitative Datenerhebung mittels Leitfaden-Interviews
4.2 Auswertung der Interviews
5 Ergebnisanalyse
5.1 Überblick über das Handeln der Mediatoren
5.2 Die Bandbreite des ermittelten Mediatorenhandelns
5.2.1 Auffallend gemischtes Mediatorenhandeln
5.2.2 Auffallend einheitliches Mediatorenhandelns
5.2.3 Bedeutsame Abweichungen zu allen Idealtypen
5.3 Die individuellen Abweichungen zwischen den Mediatoren
5.3.1 Auswahl und Beschreibung der ausgewählten Fälle
5.3.2 Erklärung der ausgewählten Fälle
6 Ergebnisdiskussion
6.1 Reflexion des Forschungsprozesses
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Weiterer Forschungsbedarf
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Handeln von Mediatoren in Deutschland, das bisher wissenschaftlich nur unzureichend erforscht ist. Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im praktischen Vorgehen von Mediatoren zu identifizieren, zu kategorisieren und zu erklären, um der Frage nachzugehen, inwieweit Unterschiede im Handeln empirisch festgestellt werden können.
3.2.1 Der evaluative Idealtyp
Der evaluative Mediator ist idealtypisch ein „Dealmaker“ (Kolb 1983). Sein Hauptanliegen ist es, den umstritten Fall durch geschicktes Verhandeln zu einer akzeptabeln Vereinbarung zu führen. Dazu setzt er seine fachliche Expertise auf dem betreffenden Gebiet gezielt ein. In dem evaluativen Mediationsverfahren kommt ihm eine herausragende Bedeutung zu, weil er inhaltlich in die Verhandlungen eingreift und direktiv den Verhandlungsprozess steuert. Diese allgemeine Charakteristik wird im Folgenden anhand des Kategoriensystems differenziert dargestellt. Die Beschreibung der Kategorien bezieht sich auf die entsprechende Literatur von Silbey & Merry (1986), Riskin (1996), Zumeta (2000), Lowry (2004) und Della Noce (2009):
Haltung des Mediators: Für den evaluativen Mediator stellt der Konflikt der Parteien einen strittigen Fall dar, der mittels Verhandlung möglichst schnell und effektiv geregelt werden sollte. Sein Mediationsverständnis ist entsprechend pragmatisch: er betrachtet Mediation als eine effektive und effiziente Alternative zum Gerichtsverfahren, um zu einer beidseits akzeptablen Lösung zu gelangen. Interventionen von Seiten des Mediators sind seinem Verständnis nach wünschenswert, weil sie Effizienz und Effektivität steigern können. Sein Ziel ist eine Vereinbarung der Parteien zu erreichen, die für beide Seiten akzeptabel ist. In seinem Fokus stehen die widersprechenden Forderungen und Angebote der Parteien. Bei der Suche nach einer möglichen Vereinbarung konzentriert er sich auf die inhaltlichen Positionen, die auch bei einer Gerichtsverhandlung eine Rolle spielen. Nicht verhandelbare Forderungen werden von ihm nicht berücksichtigt. Gemäß seinem eigenen Rollenverständnis begreift er sich als überparteilicher Dritter, der das Verfahren und die inhaltliche Verhandlung direktiv leitet. Er versteht sich selbst als Experte auf dem Gebiet, weshalb seine Rolle auch die inhaltliche Intervention erlaubt. Eine besondere Beziehung zu den Parteien strebt er nicht an. Eine funktionierende Arbeitsbeziehung, die auf allgemeiner Höflichkeit aufbaut, ist für ihn notwendig, damit er seine Arbeit machen kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung von Mediation in Deutschland ein, thematisiert das Fehlen wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse über die tatsächliche Praxis und stellt die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Forschungsstand zum Handeln von Mediatoren: Das Kapitel bietet einen Überblick über die internationale, überwiegend angloamerikanische Forschungslage, die als Grundlage dient, da deutsche empirische Studien zu diesem Thema weitgehend fehlen.
3 Theoretische Zugänge zum Handeln von Mediatoren: Hier werden theoretische Konzepte diskutiert und als methodisches Hilfsmittel drei Idealtypen (evaluativ, facilitativ, transformativ) rekonstruiert, die für die empirische Analyse zentral sind.
4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert das explorative qualitative Vorgehen, begründet die Wahl von Leitfadeninterviews als Datenerhebungsmethode und beschreibt das computergestützte Auswertungsverfahren mittels thematischen Codierens.
5 Ergebnisanalyse: Die Analyse präsentiert die empirischen Befunde, vergleicht das Handeln der Mediatoren anhand der drei Idealtypen und stellt fest, dass in der Praxis meist eine Mischung verschiedener Handlungstypen vorliegt.
6 Ergebnisdiskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, mit der internationalen Forschung in Beziehung gesetzt und Implikationen für die Mediatorenpraxis sowie weiterer Forschungsbedarf abgeleitet.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die empirischen Erkenntnisse über die Bandbreite des Mediatorenhandelns und diskutiert die zukünftigen Herausforderungen hinsichtlich Transparenz und Standardisierung im Kontext des neuen Mediationsgesetzes.
Mediation, Mediatorenhandeln, Evaluative Mediation, Facilitative Mediation, Transformative Mediation, Idealtypen, Empirische Untersuchung, Leitfadeninterviews, Konfliktlösung, Mediationspraxis, Professionalisierung, Qualitative Sozialforschung, MAXQDA, Rollenverständnis, Interventionsdimension.
Die Arbeit untersucht empirisch das bisher kaum erforschte Handeln von Mediatoren in der deutschen Praxis, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Vorgehen aufzuzeigen.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung des Mediatorenhandelns anhand von drei theoretisch fundierten Idealtypen (evaluativ, facilitativ, transformativ) sowie der Einfluss beruflicher Hintergründe der Mediatoren auf deren Praxis.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit Unterschiede im Handeln von Mediatoren empirisch festgestellt werden können und wie sich diese individuell kombinieren lassen.
Der Autor wählt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf Leitfadeninterviews mit 12 Mediatoren, deren Aussagen mittels thematischem Codieren und der Software MAXQDA ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Rekonstruktion der Idealtypen, das methodische Vorgehen, die detaillierte Ergebnisanalyse des codierten Materials sowie eine umfassende Diskussion der Befunde.
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Mediation, Idealtypen, Mediatorenhandeln, qualitative Forschung, Interventionsstrategien und berufliche Prägung.
Die Studie zeigt, dass kein Mediator ausschließlich nach einem Idealtyp handelt, sondern meist eine individuelle Mischung bevorzugt, wobei der facilitative Ansatz als Handlungsbasis dominiert, jedoch mit evaluativen oder transformativen Elementen kombiniert wird.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere ein juristischer Hintergrund Mediatoren dazu tendieren lässt, auch in der Mediation rechtliche Expertise einzubringen und evaluativ zu handeln, während pädagogische oder psychologische Hintergründe oft mit transformativen oder stark facilitativen Ansätzen korrelieren.
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