Diplomarbeit, 2014
88 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Homosexualität und Gender in Diskurs und Film
2.1 Homosexualität im historischen Diskurs
2.2 Homosexualität in der Geschichte Spaniens
2.3. Homosexualität im Film der USA von den 1940ern bis zu den 1970ern
Die 1940er Jahre – Ikonografie der schwulen Erotik
Die 1950er Jahre – Verfolgung in der McCarthy-Ära
Die 1960er Jahre: Schwule Avantgarde und Pop-Art
Die 1970er Jahre: Politisierung statt Underground
2.4 Homosexualität und Männlichkeitsbild im spanischen Film
2.4.1 Homosexualität im spanischen Film von den 1960ern bis heute
2.4.2 Das Männlichkeitsbild im spanischen Film
2.5 Genre im spanischen Film
Comedia Madrileña
Thriller
Melodram
3. Almodóvars Werk
3.1 Phasen in Almodovars Schaffen
3.2 Einordnung von Almodóvars Filmen in die spanische und die internationale Kinolandschaft
3.2.1 Spanisches Kino im Vergleich
Die Transición
Der Boom
Nach der Jahrtausendwende
3.2.2 Almodóvars nationaler und internationaler Erfolg
3.3 Einordnung von Almodóvars Filmen in die homosexuelle Kinolandschaft
4. Analyse
4.1 Die zwei Filme – Beschreibungen und Einordnungen
4.1.1 Inhaltsangabe mit homosexuellem Fokus: La ley del deseo (1987)
4.1.2 Inhaltsangabe mit homosexuellem Fokus: La mala educación (2004)
4.2 Konstruktion und Dekonstruktion von männlicher Homosexualität
4.2.1 Historischer und gesellschaftlicher Kontext: Stadt vs. Land – Männliche Sexualität im alten Spanien
4.2.2 Die Sex- und Doing Gender-Theorie, angewandt auf die Protagonisten
Pablo und Enrique
Antonio und Juan/ Ángel
Tina und Ignacio
Zusammenfassung
4.2.3 Einordnung der Protagonisten nach Sex, Gender, Desire und Sexual Practice
Paare: Pablo und Juan vs. Ignacio und Enrique
Paare: Pablo und Antonio vs. Enrique und Juan/ Ángel
Paare: Tina und ihr Vater vs. Padre Manolo und Ignacio, Señor Berenguer und Juan/ Ángel
Zusammenfassung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Inszenierung männlicher Homosexualität in Pedro Almodóvars Filmen La ley del deseo (1987) und La mala educación (2004). Ziel ist es, mithilfe von Theorien der Gender- und Queer-Studies zu analysieren, ob und wie Almodóvar traditionelle Geschlechterrollen in seinen Werken dekonstruiert und in welchem Verhältnis diese filmische Darstellung zur gesellschaftlichen Realität steht.
4.1.1 Inhaltsangabe mit homosexuellem Fokus: La ley del deseo (1987)
Bereits die erste Szene des Films weckt die Aufmerksamkeit der Zuschauer_innen sofort. Ein junger Mann in einem Zimmer zieht sich langsam aus, nach den Anweisungen einer männlichen Stimme aus dem Off. Mit einer weißen Unterhose bekleidet, betrachtet er sich im Spiegel, küsst sich selbst, reibt sein Glied am Spiegel und legt sich auf das Bett im Zimmer. Er beginnt sich zu streicheln und zu stöhnen, ist offensichtlich sexuell erregt, zieht sich – immer noch nach Anweisung – die Unterhose aus, dreht sich auf den Bauch und greift von unten mit seiner Hand zwischen seine Pobacken. In der Stimme aus dem Off ist nun ebenfalls sexuelle Erregung zu hören, er befiehlt dem jungen Mann auf dem Bett zu sagen: „¡Folláme!“
Der junge Mann zögert, hält kurz diskutierend inne und folgt dann dem erneuten Befehl. Er beginnt in großer sexueller Erregung zu masturbieren und zu stöhnen. In diesem Moment schwenkt die Kamera auf das Bild zweier Synchronsprecher. Die Zuschauer_innen haben einen Film im Film gesehen. Die nun folgenden Orgasmen verfolgen sie mit Blick auf die beiden – bereits älteren – Synchronsprecher. Ein weiterer Kameraschwenk zurück zum Film im Film zeigt, wie der junge Mann von seinem unsichtbaren Befehlsgeber Geld bekommt und es zufrieden zählt.
Es folgt ein Schnitt, und wir sind im Kino. Bei den vorangegangen Szenen handelte es sich um Ausschnitte aus dem neuesten Film von Pablo, einem erfolgreichen homosexuellen spanischen Regisseur. Pablo wird von seinem begeisterten Publikum und von Journalisten belagert. Seine Schwester Tina hält sich an seiner Seite, während sein Liebhaber Juan eher im Hintergrund verweilt. Wir sehen Antonio, einen Zuschauer aus dem Kinopublikum, auf die Toilette gehen, um zu onanieren.
1. Einleitung: Einführung in die Filmografie Almodóvars und die Forschungsfrage zur Inszenierung männlicher Homosexualität unter Berücksichtigung des historischen Kontextes.
2. Homosexualität und Gender in Diskurs und Film: Historischer Überblick über die Entwicklung des Begriffs der Homosexualität, die Situation in Spanien sowie eine Einordnung des US-amerikanischen und spanischen Films.
3. Almodóvars Werk: Analyse der Schaffensphasen Almodóvars und seiner Positionierung innerhalb der nationalen und internationalen Kinolandschaft.
4. Analyse: Detaillierte Untersuchung der Protagonisten aus La ley del deseo und La mala educación unter Anwendung theoretischer Konzepte wie Doing Gender und des Dekonstruktivismus.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass Almodóvar Geschlechterrollen in seinen Filmen dekonstruiert und eine pluralistische sexuelle Identität jenseits normativer Konzepte entwirft.
Pedro Almodóvar, Homosexualität, Gender Studies, Queer Theory, La ley del deseo, La mala educación, Doing Gender, Dekonstruktion, Spanisches Kino, Männlichkeit, Identität, Diskursanalyse, Melodram, Thriller, Movida Madrileña
Die Arbeit untersucht, wie Pedro Almodóvar männliche Homosexualität in seinen Filmen La ley del deseo und La mala educación inszeniert und ob er dabei traditionelle Geschlechterrollen hinterfragt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Männlichkeit, der Anwendung von Gender- und Queer-Theorien auf Filmfiguren sowie dem kulturellen und historischen Kontext des spanischen Kinos nach der Franco-Diktatur.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, inwiefern Almodóvars Inszenierungen die binären Geschlechterkategorien dekonstruieren und in welchem Verhältnis diese filmische Darstellung zur gesellschaftlichen Realität der jeweiligen Entstehungsjahre steht.
Es werden Ansätze aus den Gender- und Queer-Studies angewandt, insbesondere der diskurstheoretische Dekonstruktivismus, der interaktionistische Konstruktivismus (Doing Gender) und die erweiterte Analyse mittels Desire und Sexual Practice.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung der Homosexualität, eine Einordnung des Regiewerks von Almodóvar und eine detaillierte Szenen- und Charakteranalyse der beiden ausgewählten Filme.
Die zentralen Begriffe umfassen Pedro Almodóvar, Homosexualität, Gender Studies, Queer Theory, Dekonstruktion, spanisches Kino, Männlichkeit und Identität.
Das Dorf dient in den Filmen oft als Symbol für das rückständige, traditionelle Spanien, während die Großstadt als libertärer Raum für die Entfaltung selbst gewählter Identitäten und Lebensweisen fungiert.
Das Konzept beschreibt die Fähigkeit der Almodóvar-Figuren, ihre sexuelle Identität "selbstmächtig" und autonom zu produzieren, was besonders in den urbanen Settings der Filme eine zentrale Rolle spielt.
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