Diplomarbeit, 2004
144 Seiten, Note: sehr gut (1,5)
1 – Das Erlebnis
1.1 Vom inflationären Gebrauch eines Wortes
1.2 Eine Begriffsbestimmung
1.2.1 Auf der Suche nach dem Erlebnisbegriff
1.2.2 Trennung von alltäglichen und außergewöhnlichen Erlebnissen
1.2.3 Das Erlebnis aus der Sicht der Soziologen
1.2.4 Das Erlebnis aus der Sicht der Psychologen
1.2.5 Das Erlebnis aus der Sicht der Pädagogen
1.2.6 Zusammenfassende Würdigung
2 – Historische Wurzeln der Erlebnispädagogik
2.1 Ausgewählte Wegbereiter
2.1.1 Jean Jacques Rousseau (1712-1778)
2.1.2 Henry David Thoreau (1817-1862)
2.2 Die Reformpädagogik in Deutschland
2.2.1 Arbeitsschulbewegung
2.2.2 Jugendbewegung
2.2.3 Kunsterziehungsbewegung
2.2.4 Landerziehungsheimbewegung
2.3 Kurt Hahns (1886-1972) Erlebnistherapie als Kristallisationspunkt
2.3.1 Die drei Grundpfeiler der Hahnschen Erlebnispädagogik
2.3.2 Die drei Stufen der Erlebnistherapie
3 – Moderne Erlebnispädagogik
3.1 Begriffliche Abgrenzung
3.2 Erlebnispädagogik – Eine Frage des Standpunktes
3.2.1 Ist Erlebnispädagogik eine Methode?
3.2.2 Oder ist es eine Wissenschaft?
3.2.3 Vielleicht ist es auch eine Lebensphilosophie?
3.3 Der Fluß Erlebnispädagogik
3.3.1 Zur Entstehung des Flusses
3.3.2 Der Verlauf des Flusses
3.3.2.1 Methodische Prinzipien
3.3.2.2 Medien
3.3.2.3 Weitere Einflußfaktoren
3.3.2.4 Zielorientierung
3.3.3 Die Mündung des Flusses
3.4 Weitere Bezugspunkte zur Erlebnispädagogik
3.4.1 Erlebnispädagogik und Ökologie
3.4.2 Erlebnispädagogik und Männlichkeit
3.4.3 Erlebnispädagogik und Freiwilligkeit
3.4.4 Erlebnispädagogik und „City Bound“
3.4.5 Erlebnispädagogik und Intensive Sozialpäd. Einzelmaß. (ISE)
4 – Die Reflexion
4.1 Reflexion – Was ist das?
4.1.1 Das Modell „the mountains speak for themselves“
4.1.2 Das Modell „Outward Bound plus“
4.1.3 Das metaphorische Modell
4.1.4 Praktische Würdigung der Reflexionsmodelle
4.2 Die Lernmodelle nach Simon Priest
4.3 Weitere Reflexionsmodelle
5 – Der Transfer
5.1 Transfer – Was ist das?
5.2 Transfermodelle
5.3 Transferhindernisse
5.4 Transfersicherungsmaßnahmen
5.4.1 Transfersicherung vor der Maßnahme
5.4.2 Transfersicherung nach der Maßnahme
5.5 Transferanforderungen
6 – Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des Transfers in der Erlebnispädagogik, indem sie das Wesen des Erlebnisses zwischen spontaner Aktion und pädagogischer Maßnahme analysiert und Wege aufzeigt, wie daraus nachhaltige Lernerfahrungen für den Alltag gewonnen werden können.
4.1.2 Das Modell „Outward Bound plus“
In diesem Ansatz spricht die Natur nicht mehr für sich alleine. Der Kursleiter muß ihr die Stimme verleihen. Das Arrangieren von Situationen und die Gewährleistung von Sicherheit reicht nicht mehr aus. Nach einer Aktion findet eine Reflexion statt, denn erst wenn aus dem Erlebten eine bewußte Erfahrung entsteht, kann Transfer stattfinden. In der Reflexion können Erlebnisse und Gefühle aufgearbeitet und auf ihre Relevanz für den Alltag überprüft werden. In diesem Modell wird Transfer als etwas angesehen, das wesentlich über eine kognitive Verarbeitung geschieht.
Dieses Modell verlangt auch eine veränderte Rolle vom Kursleiter. Neben seinen bisher genannten Aufgaben, muß er in der Lage sein, die gemachten Erlebnisse in der Gruppe und mit einzelnen zu verbalisieren. Dazu müssen seine Fähigkeiten unbedingt um die Kenntnisse der Gesprächsführung, der Gestalttherapie, der Transaktionsanalyse, der Maltherapie etc. erweitert werden. Stand bisher die fachsportliche und technische Ausbildung im Vordergrund, wird jetzt zunehmend pädagogische und psychologische Ausbildung gefordert.
Dieses Modell hat im Gegensatz zu „the mountains speak for themselves“ entscheidende Vorteile:
• Es kann zielgerichteter gearbeitet werden.
• Ein direkter Bezug zwischen Erlebnis und Alltag kann hergestellt und aufgearbeitet werden. Durch die Herausarbeitung von Problembereichen in direktem Bezug zu Bestandteilen der vorangegangenen Aktion, kann gezielter auf die Schwierigkeiten der Zielgruppe eingegangen werden.
• Durch maßgeschneiderte Kurse kann die Zielgruppe direkter angesprochen und somit Schlüsselqualifikationen gefördert werden.
1 – Das Erlebnis: Dieses Kapitel definiert den Erlebnisbegriff aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und grenzt alltägliche Erlebnisse von pädagogisch relevanten Erfahrungen ab.
2 – Historische Wurzeln der Erlebnispädagogik: Es werden die zentralen historischen Wegbereiter wie Rousseau, Thoreau und die Reformpädagogik sowie die erlebnispädagogischen Ansätze von Kurt Hahn beleuchtet.
3 – Moderne Erlebnispädagogik: Hier erfolgt eine aktuelle Einordnung der Erlebnispädagogik, eine Abgrenzung von verwandten Begriffen und die Einführung des „Fluss“-Modells zur Veranschaulichung der Methoden.
4 – Die Reflexion: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Reflexion als notwendiges Element, um Erlebnisse in Erfahrung zu transformieren, und stellt verschiedene Reflexionsmodelle vor.
5 – Der Transfer: Der Fokus liegt hier auf der Wirksamkeit der Erlebnispädagogik und der Frage, wie Teilnehmer ihre gemachten Erfahrungen erfolgreich in den Alltag übertragen können.
6 – Schluß: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und formuliert Forderungen an die zukünftige erlebnispädagogische Praxis und Forschung.
Erlebnispädagogik, Transfer, Reflexion, Erfahrungslernen, Persönlichkeitsentwicklung, Kurt Hahn, handlungsorientiertes Lernen, Isomorphie, Outdoor-Training, Sozialkompetenz, Transferhindernisse, Pädagogische Provinz, Erlebnistheorie, Ressourcenorientierung, Modellbildung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Umsetzung von Erlebnissen in dauerhafte Lernerfahrungen und stellt die Bedeutung der pädagogischen Begleitung in den Mittelpunkt.
Die Arbeit behandelt die historische Herleitung, die theoretische Fundierung, die methodische Reflexion und die praktische Transfersicherung in der Erlebnispädagogik.
Die Kernfrage ist, wie Teilnehmer Erfahrungen aus einer meist isolierten, erlebnispädagogischen Situation erfolgreich in ihr normales Alltagsleben übertragen können.
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, kombiniert diese mit einer eigenen Praxisbefragung unter 150 Organisationen und entwirft ein metaphorisches Modell zur Veranschaulichung der Prozesse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Erlebnisses, die historischen Wurzeln, die moderne erlebnispädagogische Praxis, die Reflexionsmodelle und die konkreten Mechanismen des Transfers.
Wichtige Begriffe sind Erlebnispädagogik, Transfer, Reflexion, Erfahrungslernen, Persönlichkeitsentwicklung und Zielorientierung.
Laut dem Autor fehlt diesen Ansätzen die pädagogische Strukturierung und Reflexion, ohne die Erlebnisse lediglich als kurzzeitige Sensationen verpuffen, anstatt nachhaltige Kompetenzen zu bilden.
Der Kursleiter wird von einem rein technischen Übungsleiter zu einem pädagogisch geschulten Begleiter, der aktiv Reflexionsprozesse steuern und Brücken zum Alltag des Klienten schlagen muss.
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