Bachelorarbeit, 2014
54 Seiten, Note: 1,3
1 EINFÜHRUNG: PROBLEMSTELLUNG, ZIEL UND VORGEHENSWEISE
2 VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN EU-BEITRITT
2.1 Kopenhagener Kriterien
2.2 Messung wirtschaftlicher Konvergenzkriterien
3 WIRTSCHAFTLICHE ANALYSE DER TÜRKEI
3.1 Realwirtschaft und Wachstumsdynamik
3.1.1 Wirtschaftsstruktur und Wachstum
3.1.2 Beschäftigung und Arbeitsmarkt
3.2 Geld- und Fiskalpolitik
3.2.1 Inflationsentwicklung
3.2.2 Öffentliche Finanzen
3.3 Außenwirtschaft
3.3.1 Leistungsbilanz
3.3.2 Ausländische Direktinvestitionen
4 PRIVATISIERUNGSMAßNAHMEN ZUR WETTBEWERBSSTEIGERUNG
5 CHANCEN, GRENZEN UND ALTERNATIVEN DES EU-BEITRITTS
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit analysiert die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Türkei vor dem Hintergrund eines möglichen Beitritts zur Europäischen Union, um die wirtschaftliche Beitrittsreife des Landes auf Basis ökonomischer Faktoren zu bewerten.
3.1.1 Wirtschaftsstruktur und Wachstum
Um zunächst einen Überblick über die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur der Türkei zu verschaffen und das Wirtschaftswachstum detailliert zu analysieren, ist eine kurze Darstellung der Wirtschaftsgeschichte sinnvoll. Nach der Gründung der Republik Türkei im Jahre 1923 war das Land zunächst technisch rückständig und von der Landwirtschaft dominiert. Mit dem Ziel, die Industrie aufzubauen, wurde 1937 das etatistische Wirtschaftssystem eingeführt. Dies beinhaltete die Führung des Privatsektors durch den Staat anhand von Zielvorgaben und Preiskontrollen und die Beteiligung an kapitalintensiven Wirtschaftssektoren.
In den folgenden Jahren wurde eine Importsubstitutionspolitik verfolgt. Güter, die ursprünglich importiert werden mussten, sollten im Inland produziert werden und dadurch die Importabhängigkeit verringert und die Devisenreserven geschont bleiben. Diese Wirtschaftspolitik konnte im Bereich der Konsumgüter umgesetzt werden und führte zunächst zu einer Ausweitung der inländischen Produktion. Allerdings erforderte die steigende inländische Produktion vermehrt entsprechende Vorprodukte und Investitionsgüter, die nicht im Inland hergestellt werden konnten, weshalb diese im großen Umfang importiert werden mussten, um den Industrialisierungsprozess voranzutreiben. Die hohe Importabhängigkeit der Wirtschaft führte zu einem rapiden Anstieg des Leistungsbilanzdefizits und einem Schrumpfen der Devisenreserven, was in einer schweren Wirtschaftskrise mündete.
Daraufhin verfolgte die Regierung ab 1980 eine exportorientierte Wirtschaftspolitik, um das Leistungsbilanzdefizit zu beseitigen, Devisen zu erwirtschaften und die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen zu fördern. Daher wurde die Türkische Lira abgewertet und exportierende Unternehmen durch Steuervergünstigungen und Subventionen massiv gefördert, sodass diese allmählich wettbewerbsfähiger wurden und dadurch ihre Kapazitäten ausbauen konnten. Diese Exportorientierung der türkischen Wirtschaft hält bis heute an und wurde im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung intensiviert.
1 EINFÜHRUNG: PROBLEMSTELLUNG, ZIEL UND VORGEHENSWEISE: Diese Einleitung definiert den Fokus auf ökonomische Rahmenbedingungen anstelle politischer Aspekte und legt die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise dar.
2 VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN EU-BEITRITT: Es werden die Kopenhagener Kriterien erläutert und Konzepte zur quantitativen Messung der wirtschaftlichen Konvergenz von Beitrittskandidaten vorgestellt.
3 WIRTSCHAFTLICHE ANALYSE DER TÜRKEI: Dieses Kapitel analysiert detailliert die türkische Wirtschaftsstruktur, das Wachstum, den Arbeitsmarkt sowie die Geld-, Fiskal- und Außenwirtschaftspolitik.
4 PRIVATISIERUNGSMAßNAHMEN ZUR WETTBEWERBSSTEIGERUNG: Die Untersuchung befasst sich mit der Historie und dem Prozess der Privatisierung von Staatsunternehmen als Mittel zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit.
5 CHANCEN, GRENZEN UND ALTERNATIVEN DES EU-BEITRITTS: Hier werden die ökonomischen Chancen und Risiken diskutiert sowie alternative Integrationsmodelle zur Vollmitgliedschaft beleuchtet.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die wirtschaftliche EU-Beitrittsreife der Türkei.
Türkei, EU-Beitritt, Volkswirtschaft, Wirtschaftswachstum, Leistungsbilanzdefizit, Arbeitsmarkt, Privatisierung, Konvergenzkriterien, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Außenwirtschaft, Direktinvestitionen, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturwandel, Handelsbilanz.
Die Arbeit analysiert die ökonomische Ausgangslage der Türkei im Kontext einer möglichen EU-Mitgliedschaft, wobei der Fokus auf wirtschaftlichen Rahmenbedingungen liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Wirtschaftsstruktur, der Arbeitsmarktsituation, der Geld- und Fiskalpolitik sowie der Außenwirtschaft und den Privatisierungsprozessen der Türkei.
Das Ziel ist es, die wirtschaftliche Beitrittsreife der Türkei auf Basis ökonomischer Faktoren wissenschaftlich zu beurteilen.
Es erfolgt eine systematische Analyse relevanter ökonomischer Indikatoren, die an den Konvergenzkriterien der Deutschen Bank Research und den Transition Indicators der EBRD orientiert sind.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Sektoren- und Kennzahlenanalyse der türkischen Wirtschaft sowie die Evaluierung von Privatisierungsmaßnahmen zur Wettbewerbssteigerung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem EU-Beitrittsreife, strukturelle Wirtschaftsanalyse, Leistungsbilanzdefizit, Arbeitsmarktproblematik und Privatisierungsstrategien.
Der informelle Sektor ist ein wesentliches strukturelles Problem in der Türkei, das sich negativ auf Produktivität und Einkommensverteilung auswirkt und eine Hürde für die Angleichung an EU-Standards darstellt.
Sie repräsentieren junge, dynamische mittelständische Unternehmen in Zentral- und Ostanatolien, die maßgeblich zum Beschäftigungszuwachs in der Industrie außerhalb der urbanen Zentren beigetragen haben.
Alternativen wie die „privilegierte Partnerschaft“ oder die „abgestufte Integration“ werden diskutiert, wobei deren Akzeptanz durch die Türkei aufgrund des Ausschlusses einer Vollmitgliedschaft als schwierig eingeschätzt wird.
Sie werden als stabilisierend bewertet, da sie langfristiger Natur sind und neben Kapital auch Technologie- und Wissenstransfer in die türkische Wirtschaft bringen.
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