Doktorarbeit / Dissertation, 2014
377 Seiten, Note: rite = (3)
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Erkenntnisinteresse und methodisches Vorgehen
1.3 Aufbau der Arbeit
I Theoretischer Teil
2 Stand der Forschung
3 Migrations- und Integrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland: Überblick
3.1 Die neue Zuwanderungspolitik und das neue Zuwanderungsgesetz
3.2 Bewertung des neuen Zuwanderungsgesetzes
3.3 Integrationskurse (vor und) nach dem neuen Zuwanderungsgesetz
3.4 Inhalt und Methode der Integrationskurse
3.5 Gutachten und Evaluation der Integrationskurse
3.6 Fazit
4 Grundsätzliches zu Migration und Integration
4.1 Migration: Ein Erklärungsversuch
4.2 Migrationsursachen und Migrationsformen
4.3 Migrationsphasen und Migrationsprobleme
4.4 Integration: Ein Definitionsversuch
4.5 Integrationstheorien
4.5.1 Integrationstheorie von Hartmut Esser
4.5.2 Assimilationskonzept von Hartmut Esser
4.5.3 Kritische Überlegungen zu Essers Theorie
4.5.4 Integration in der Praxis: Probleme und Schwierigkeiten der Integration
4.5.5 Sprache und Spracherwerb als Hauptprobleme der Integration
5 Forschungsfragen
6 Exkurs: Zur Migrationsgeschichte der Iraner und zur Lage der iranischen Migranten in der Bundesrepublik Deutschland
6.1 Islamische Revolution 1979: ein historischer Wendepunkt in der iranischen Geschichte
6.2 Migration der Iraner nach der islamischen Revolution 1979
6.2.1 Migrationsursachen
6.2.2 Migrationsphasen
6.2.3 Migrationstypen
6.3 Soziale Daten und Merkmale der iranischen Migranten
6.4 Iranische Migranten in Deutschland und die deutsche Iran-/Asylpolitik)
II Empirischer Teil
7 Forschungsmethode und Methode der Datenerhebung
7.1 Problemzentriertes Leitfadeninterview
7.2 Gütekriterien für die qualitative Forschung
8 Untersuchungsdesign
8.1 Untersuchungsverfahren
8.2 Untersuchungsgruppe
8.3 Untersuchungsinstrumente
8.3.1 Fragebögen zu Sozialdaten und zur sprachlichen und sozialen Integration
8.3.2 Aufbau des Fragebogenkatalogs
8.3.3 Sprachstandstest und Selbsteinschätzung des eigenen Sprachstandes
8.3.4 Das problemzentrierte Interview und der Interviewleitfaden
8.4 Untersuchungsplan
9 Durchführung der Untersuchung
9.1 Vorarbeit und Pretest
9.2 Sprachstandstest und die Selbsteinschätzung des eigenen Sprachstandes
9.3 Sozialdaten und Fragebogenbefragung zur sprachlichen und sozialen Integration
9.4 Leitfadeninterview/PZI
9.5 Auswertungsdesign und Auswertungsmethode
9.5.1 Kategoriensystem
9.5.2 Transkriptionsregeln
9.6 Besonderheiten der Untersuchungsdurchführung
10 Analyse und Auswertung der erhobenen Daten
10.1 Zusammensetzung der Befragtengruppe
10.2 Einzelfallanalyse der Daten der Befragten
10.2.1 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten KA01
10.2.2 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten HE08
10.2.3 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten BH01
10.2.4 Analyse und Auswertung der Aussagen der Befragten FT12
10.2.5 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten ME10
10.2.6 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten MH17
10.2.7 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten MH15
10.2.8 Analyse und Auswertung der Aussagen der Befragten MI16
10.2.9 Analyse und Auswertung der Aussagen des Befragten FA13
10.2.10 Analyse und Auswertung der Aussagen der Befragten RA30
11 Diskussion der Ergebnisse und Gesamtauswertung
12 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer qualitativen Perspektive die subjektiven Erfahrungen iranischer Migranten in Bremen hinsichtlich des Nutzens von Integrationskursen für ihre sprachliche und soziale Integration in Deutschland. Das primäre Forschungsziel besteht darin zu klären, wie diese spezifische Personengruppe den Spracherwerb im Integrationskurs wahrnimmt und welchen Einfluss diese Kurse tatsächlich auf ihren Integrationsprozess sowie ihre Alltagsbewältigung haben.
1.1 Problemstellung
Die Einrichtung von ‚Integrationskursen‘ für Zuwanderer geht von der Annahme aus, dass die Sprache der „Schlüssel zur Integration“ sei und dass „ohne sprachlichen Zugang keine Partizipation“ im Zuge der Integration möglich sei (vgl. BMI 2001: 235). Aufgrund dieser Annahme werden für eine ‚gelungene Integration‘ ausreichende Sprachkenntnisse und das Zertifikat Deutsch vorausgesetzt; die danach erworbene Einbürgerung wird als „Ausdruck einer geglückten Integration“ bezeichnet (vgl. Internetquelle [4]).
Über den Erfolg oder Misserfolg dieser Kurse und deren Auswirkungen auf die Integration der Migranten besteht jedoch Uneinigkeit: Während das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Integrationskurse (BAMF) als einen Erfolg und ein Modell für Europa darstellen (vgl. ebd.; BAMF 2009), führt beispielsweise Schroeder (2007) (bezogen auf die gleiche Evaluation) an, dass die Erwartungen gedämpft werden müssten (vgl. ebd.:9-10; s. a. Bommes 2006: 80, Fußnote 32).
Darüber hinaus ist bisher weder klar, wie sprachliche Kompetenz im DaZ-Unterricht im Hinblick auf Integration vermittelt werden soll, noch kann davon ausgegangen werden, dass Sprachkompetenz allein für eine gelungene Integration ausreiche (vgl. Büttner & Kohte-Meyer 2002: Zusammenfassung).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der Migration in Deutschland ein und skizziert die Fragestellungen, die sich mit dem Spracherwerb und der sozialen Integration von Migranten beschäftigen.
2 Stand der Forschung: In diesem Kapitel werden bisherige Studien und Evaluationen zu Integrationskursen und dem Spracherwerb von Migranten kritisch aufgearbeitet und der Forschungsbedarf begründet.
3 Migrations- und Integrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland: Überblick: Hier wird die historische Entwicklung der Zuwanderungs- und Integrationspolitik seit 1945 sowie die Implementierung des Zuwanderungsgesetzes und der Integrationskurse dargestellt.
4 Grundsätzliches zu Migration und Integration: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte zur Migration und Integration, wobei insbesondere die Integrationstheorie von Hartmut Esser und der Spracherwerb als Integrationsfaktor im Zentrum stehen.
5 Forschungsfragen: Dieser Abschnitt formuliert die zentralen Fragestellungen der Untersuchung basierend auf den Schwerpunkten Spracherwerb, Akkulturation und persönliche Einstellungen.
6 Exkurs: Zur Migrationsgeschichte der Iraner und zur Lage der iranischen Migranten in der Bundesrepublik Deutschland: Dieser Teil widmet sich speziell der iranischen Migration, insbesondere nach der islamischen Revolution 1979, und beleuchtet die soziokulturellen Merkmale dieser Gruppe.
7 Forschungsmethode und Methode der Datenerhebung: Dieses Kapitel begründet das methodische Vorgehen, insbesondere die Triangulation von qualitativen problemzentrierten Interviews und quantitativen Fragebögen.
8 Untersuchungsdesign: Hier wird das Untersuchungsdesign erläutert, einschließlich der Auswahl der Probandengruppe, der verwendeten Untersuchungsinstrumente und des Untersuchungsplans.
9 Durchführung der Untersuchung: Dieser Teil beschreibt den Prozess der Datenerhebung, die Pretests, die Durchführung der Interviews sowie das Vorgehen bei der Transkription und Auswertung.
10 Analyse und Auswertung der erhobenen Daten: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Einzelfallanalysen der befragten Probanden und wertet diese anhand der festgelegten Kategorien aus.
11 Diskussion der Ergebnisse und Gesamtauswertung: Die empirischen Befunde werden hier zusammengeführt, in den theoretischen Kontext eingeordnet und kritisch diskutiert.
12 Ausblick: Der abschließende Teil leitet aus den gewonnenen Erkenntnissen Empfehlungen für eine inklusivere Integrationspolitik ab und diskutiert den weiteren Forschungsbedarf.
Integration, Migration, Integrationskurs, Spracherwerb, Iranische Migranten, DaZ, Akkulturation, Soziale Inklusion, Problemzentriertes Interview, Qualitative Forschung, Sprachkompetenz, Migrationsgeschichte, Arbeitsmarktintegration, Selbstkonzept, Interkulturelle Kompetenz
Die Dissertation untersucht aus qualitativer Perspektive die Erfahrungen und Sichtweisen iranischer Migranten in Bremen in Bezug auf Integrationskurse und deren Wirksamkeit für eine erfolgreiche sprachliche und soziale Integration in Deutschland.
Die zentralen Themenfelder sind Spracherwerb, Akkulturation, das psychosoziale Wohlbefinden der Migranten sowie die Rolle der beruflichen Eingliederung und persönlicher Einstellungen im Integrationsprozess.
Die zentrale Frage ist, wie iranische Migranten den Spracherwerb und den Besuch von Integrationskursen wahrnehmen und welchen Einfluss diese Maßnahme aus ihrer Sicht auf ihren Integrationsprozess hat.
Es wird ein methodischer Ansatz der Triangulation verfolgt, der qualitative problemzentrierte Interviews (PZI) mit quantitativen Elementen wie Fragebogenbefragungen und standardisierten Sprachstandstests kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der den Stand der Forschung und theoretische Grundlagen (wie die Integrationstheorie von Esser) darlegt, und einen empirischen Teil, der die Untersuchung, die Datenauswertung sowie die Diskussion der Ergebnisse und einen Ausblick umfasst.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Integration, Migration, Spracherwerb, soziale Inklusion, iranische Migranten und qualitative Sozialforschung aus.
Der berufliche Erfolg wird von den Befragten als entscheidender Faktor genannt, der weit über den bloßen Spracherwerb hinausgeht und eine Schlüsselfunktion für das Selbstwertgefühl und die soziale Teilhabe einnimmt.
Der Autor wählte diese Gruppe, da er sich als gebürtiger Iraner in diesem soziokulturellen Kontext auskennt und iranische Migranten in der deutschen Forschung, trotz ihres meist hohen Bildungsniveaus, bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten haben.
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