Fachbuch, 2014
37 Seiten
EINLEITUNG
HAT ES RETHRA ÜBERHAUPT GEGEBEN?
LAG RIEDEGOST ALIAS RETHRA IM „GAU DER REDARIER“?
Summa summarum:
WAS SPRICHT FÜR DIE LAGE IN CIRCIPANIEN?
1. Die Reimchronik
2. Der Bruderkrieg um das Heiligtum
3. Zweifelnde Historiker der Neuzeit
4. Der Untergang
WAS SPRICHT FÜR DARGUN?
1. Die grundlegenden Merkmale nach Thietmars Beschreibung
2. Thietmars Meer
3. Die Entfernung von Hamburg
4. Die Lage an der Via Regia des Nordens
5. Die Gründung des Zisterzienser Klosters
6. Die „Altenburg Dargan“
7. Die Unterschätzung der bisherigen archäologischen Befunde
SCHLUSSFOLGERUNG
ANLAGEN:
Anlage 1: Aktuelles – laut Artikel im Nordkurier
Anlage 2: „Riedegost“ in Karten
Anlage 3: „Riedirierun“
Literaturempfehlung
Diese Arbeit hinterfragt die historisch etablierte Lokalisierung des slawischen Zentralheiligtums Rethra und präsentiert eine neue Hypothese, die den Tempelort zweifelsfrei bei der Stadt Dargun verortet. Auf Basis einer kritischen Analyse historischer Überlieferungen und archäologischer Befunde wird argumentiert, dass das Heiligtum nicht im Gau der Redarier, sondern im Herrschaftsgebiet der Circipaner zu suchen ist.
Die grundlegenden Merkmale nach Thietmars Beschreibung
Ein Dreieck, drei Tore – das sind die signifikanten Geländemerkmale, die uns Thietmar für Riedegost alias Rethra vorgibt und er ergänzt dazu, dass zwei der Tore für jedermann offen stehen und hinter dem dritten Tor der Tempel mit dem sorgfältig gehüteten Inventar seinen Platz in besonders geschützter Lage einnimmt. Das finden wir passend auf einem Geländesporn nordwestlich von Dargun, eingebettet zwischen den Niederungen zweier Fließgewässer.
Dass sich die Tore in hintereinander gestaffelten Befestigungen (den heute noch deutlich vorhandenen Erdwällen) befanden, entspricht nicht nur exakt Thietmars Beschreibung über die „Zugangsrechte“ zum Tempel, diese Anordnung verkörpert auch, nach der Meinung von Experten, aus fortifikatorischer Sicht den Höchststand des damals bautechnisch möglichen Vollzugs von Wehranlagen. Die an den beiden Flanken befindlichen Niederungen waren zudem mit Sicherheit schlecht passierbares Sumpfland. An den Erdbauten um den „Jüdischen Friedhof“ herum sind deutlich Gefälleverhältnisse sichtbar, die auf eine künstlich angelegte Wasserhaltung schließen lassen. Zusammen mit dichter Bewaldung im Süden, ist insgesamt von einer kriegerisch schwer zu bezwingenden Anlage auszugehen.
EINLEITUNG: Einführung in den Mythos von Rethra als zentralem Heiligtum und Darlegung der neuen Hypothese zur Verortung bei Dargun.
HAT ES RETHRA ÜBERHAUPT GEGEBEN?: Diskussion über die Historizität des Tempelortes und die Bedeutung der Berichte Thietmars von Merseburg.
LAG RIEDEGOST ALIAS RETHRA IM „GAU DER REDARIER“?: Linguistische und philologische Analyse des Begriffs „Riedirierun“, die eine Verortung im Gau der Redarier ausschließt.
Summa summarum: Fazit zur philologischen Herleitung, das den Liutizenbund als eigentliche Identität hinter dem Begriff Riedirierun herausstellt.
WAS SPRICHT FÜR DIE LAGE IN CIRCIPANIEN?: Untersuchung der Reimchronik, des Bruderkriegs und historischer Einschätzungen, die für eine Lage bei den Circipanen sprechen.
WAS SPRICHT FÜR DARGUN?: Detaillierte Argumentation für den Standort Dargun anhand von Geländemerkmalen, Hydrologie und Siedlungsgeschichte.
SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung der Indizien, die Dargun als den wahrscheinlichsten Ort für das historische Riedegost alias Rethra bestätigen.
Rethra, Riedegost, Dargun, Liutizenbund, Redarier, Circipaner, Thietmar von Merseburg, slawisches Heiligtum, Burgwall, Christianisierung, Archäologie, Mittelalter, Siedlungsgeschichte, Zisterzienserkloster, Via Regia.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lokalisierung des sagenhaften slawischen Zentralheiligtums Rethra und hinterfragt die gängige Lehrmeinung, die den Ort im Gebiet der Redarier vermutet.
Im Zentrum stehen die historische Quellenkritik, die Analyse slawischer Stammesgebiete, die Interpretation archäologischer Befunde rund um Dargun sowie die Rolle christlicher Missionierung.
Das Hauptziel ist der Beweis, dass das historische Riedegost (Rethra) zweifelsfrei im Raum Dargun zu verorten ist, basierend auf einer akkuraten Interpretation der Quellen.
Der Autor nutzt einen empirischen Ansatz, kombiniert mit linguistischen Textanalysen der Originalhandschriften von Thietmar von Merseburg und der Auswertung historischer Karten sowie topographischer Gegebenheiten.
Der Hauptteil analysiert spezifische Indizien wie die Geografie, die Bedeutung von Fließgewässern, die Rolle des Liutizenbundes und die Gründungsgeschichte des Darguner Klosters als Indikator für einen zentralen Machtort.
Die wichtigsten Begriffe sind Rethra, Riedegost, Dargun, Liutizenbund, Circipaner und Thietmar von Merseburg.
Der Autor weist philologisch nach, dass der Originalbegriff "Riedirierun" in Thietmars Chronik falsch als "Redariorum" interpretiert wurde, was Generationen von Forschern in die Irre führte.
Das Kloster wird als Indikator für einen bereits bestehenden, bedeutenden heidnischen Hauptsitz interpretiert, den die christlichen Missionare gezielt durch ihre Bauten besetzten, um Einfluss zu gewinnen.
Der Autor kritisiert eine Unterschätzung der Befunde und eine wissenschaftliche Fixierung auf das Redarier-Axiom, die eine objektive Bewertung der Überreste in Dargun bisher verhindert habe.
Die Wallanlage, die im 19. Jahrhundert als Jüdischer Friedhof bezeichnet wurde, wird als archäologisch bedeutendes Überbleibsel einer slawischen Tempelburg interpretiert, deren Bedeutung durch spätere Überlagerungen verdeckt wurde.
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