Bachelorarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1. Aufbau der Arbeit
1.2. Forschungsstand
2. Der sowjetische Sicherheitsapparat in der SBZ
2.1. Die Organisation der sowjetischen Sicherheitsdienste
2.2. Die Struktur des Sicherheitsapparates
2.3. Die Arbeit der tschekistischen Organe
3. Die Vorläufer des deutschen Ministeriums für Staatssicherheit in der SBZ
3.1. Der Aufbau der Polizei
3.2. Das Dezernat K 5 der Kriminalpolizei
3.2.1. Die Bildung einer politischen Polizei
3.2.2. Der Befehl Nr. 201 der SMAD
3.2.3. Die Mitarbeiter der K 5
3.3. Die Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft
4. Das deutsche Ministerium für Staatssicherheit
4.1. Gründung und Aufbau des MfS
4.2. Repression und Entspannung - Die Ära Wollweber
4.3. Die Zusammenarbeit des MfS mit den sowjetischen Geheimdienstorganen
4.4. Die Mitarbeiter des MfS
4.5. Das Verhältnis zwischen MfS und SED
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese geheimpolizeilicher Strukturen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und deren Transformation zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das SED-Regime diese Strukturen einband, welche Rolle der sowjetische Einfluss spielte und wie sich die deutsche Geheimpolizei unter sowjetischer Anleitung entwickelte.
2.1. Die Organisation der sowjetischen Sicherheitsdienste
Mit dem Eindringen der Roten Armee im Januar 1945 gelangten auch verschiedene russische Geheimdienste auf deutsches Gebiet. Mit der Abwehr gegnerischer Spionage und dem Aufdecken von Verrätern innerhalb der Roten Armee war Smersch - ein russisches Akronym für „Tod den Spionen“ - unter der Leitung von Viktor Abakumov vertraut. Das Volkskommissariat für Staatssicherheit, kurz NKGB, unter Führung von Vsevolod Merkulov übernahm die Aufgabe der politischen Geheimpolizei innerhalb und außerhalb der UdSSR. Schließlich agierte daneben noch das Volkskommissariat für Inneres, das NKWD, an dessen Spitze Lavrentij Berija stand. In dessen Zuständigkeit fielen unter anderem die Kriegsgefangenenlager, die Straflager, sowie die sowjetische Miliz und die Grenztruppen. Das NKWD war zudem durch eigene Truppen in der Lage, eigenständige militärische Operationen größeren Maßstabs durchzuführen. Nur so konnte die Aufgabe, das eroberte Feindgebiet zu sichern und zu kontrollieren, erfüllt werden. Da das NKWD dabei jedoch Zugriff auf die Informations- und Agentennetzwerke von NKGB und Smersch benötigte, unterstanden die operativen Gruppen, kurz Opergruppen, der beiden Geheimdienste den aus Moskau entsandten Bevollmächtigten des NKWD.
Die Opergruppen von Smersch und NKWD erhielten während des russischen Vormarsches, einer Direktive des Staatlichen Komitees der UdSSR für Verteidigung folgend, offiziell den Auftrag, „in dem vom Feind befreiten Gebieten die notwendigen tschekistischen Maßnahmen durchzuführen, die faschistischen Diversanten und Terroristen auszurotten, die Agentur der deutschen Aufklärungs- und Sicherheitsorgane, die Mitglieder der faschistischen Organisationen und die Funktionäre des faschistischen Regimes aufzudecken und zu verhaften, die illegalen Funkstationen, Geheimdruckereien, Waffen und Munition zu konfiszieren“. Als die Einheiten dieser Dienste die spätere SBZ betraten, hatten sie im Baltikum, dem von den Deutschen befreiten sowjetischen Gebiet und den angrenzenden osteuropäischen Staaten reichlich Erfahrungen mit der Installierung kommunistischer Regime und seinen entsprechenden Organen gesammelt.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den zeitgeschichtlichen Kontext nach 1945 und definiert den Aufbau sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Der sowjetische Sicherheitsapparat in der SBZ: Dieses Kapitel analysiert die Organisation, Struktur und Arbeitsweise der sowjetischen Sicherheitsorgane (NKWD, NKGB, Smersch) in der frühen Besatzungszeit.
3. Die Vorläufer des deutschen Ministeriums für Staatssicherheit in der SBZ: Es wird der Wiederaufbau der deutschen Polizei, die zentrale Rolle des Dezernats K 5 und die Etablierung einer politischen Polizei unter sowjetischer Lenkung untersucht.
4. Das deutsche Ministerium für Staatssicherheit: Das Kapitel behandelt die offizielle Gründung, die Ära unter Wollweber, die Zusammenarbeit mit sowjetischen Beratern, das Personal und die enge Verflechtung mit der SED.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Geheimpolizei vom Kriegsende bis in die fünfziger Jahre unter sowjetischem Einfluss.
SBZ, MfS, Staatssicherheit, Sowjetische Geheimdienste, NKWD, Dezernat K 5, SED, Politische Polizei, Entnazifizierung, Spionageabwehr, Agentennetz, DDR, SMAD, Geheimdienst, Parteikontrolle.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der deutschen Geheimpolizei in der Sowjetischen Besatzungszone, die schließlich im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mündete.
Zentrale Themen sind der sowjetische Einfluss auf den Sicherheitsapparat, der Aufbau des Dezernats K 5, die Rolle der SED bei der Instrumentalisierung der Sicherheitsorgane und die personelle Zusammensetzung des MfS.
Ziel ist es, die Genese der geheimpolizeilichen Strukturen in der SBZ aufzuzeigen und zu analysieren, inwieweit das SED-Regime durch diese Apparate Macht ausübte.
Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse historischer Quellen und greift auf einen breiten Forschungsstand sowie Dokumente der Besatzungszeit zurück.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sowjetischen Dienste, die Vorläuferorganisationen der Polizei sowie die institutionalisierte Gründung und Ausrichtung des MfS unter SED-Führung.
Wichtige Begriffe sind SBZ, MfS, Politische Polizei, sowjetische Geheimdienste und der Einfluss der SED auf die Sicherheitsorgane.
Der Befehl Nr. 201 war entscheidend, da er die Befugnisse der politischen Polizei erweiterte und die K 5-Einheiten in die Lage versetzte, eigenständig Entnazifizierungsmaßnahmen und Verhaftungen durchzuführen.
Das MfS agierte als "Schild und Schwert" der Partei; die politische Kontrolle wurde durch die SED-Führung und spezielle Parteiorganisationen innerhalb des Ministeriums streng durchgesetzt.
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