Bachelorarbeit, 2014
31 Seiten, Note: 5.7
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Konzept der intergenerationellen Mobilität
2.2 Einflussfaktoren intergenerationeller Einkommenstransmission
2.3 Messansätze zur Schätzung intergenerationeller Einkommensmobilität
2.3.1 Das Modell von Becker und Tomes
2.3.2 Schwierigkeiten bei der Schätzung
3 Empirische Evidenz
3.1 Gesammelte empirische Ergebnisse
3.2 Die intergenerationelle Einkommensmobilität in der Schweiz
3.3 Fazit
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht aus einer arbeitsmarktökonomischen Perspektive, ob die Schweiz als meritokratische Gesellschaft bezeichnet werden kann. Im Zentrum steht die Frage, ob der ökonomische Erfolg von Individuen primär auf eigenen Leistungen basiert oder inwieweit er von leistungsfremden Faktoren wie der sozialen Herkunft beeinflusst wird, wobei das Konzept der intergenerationellen Einkommensmobilität als zentraler Indikator dient.
2.3 Messansätze zur Schätzung intergenerationeller Einkommensmobilität
Mit dem Artikel „Regression Towards Mediocrity in Hereditary Stature“ (1986) lieferte Galton als erster ein statistisches Modell zur Messung der intergenerationellen Transmission. Galton (1986) misst in seinem Artikel den Zusammenhang zwischen der Körpergrösse der Kinder und deren Eltern und kommt zum Schluss, dass eine sogenannte „regression towards mediocrity“ (Galton, 1886 plate IX, S. 546) oder auf Deutsch, Regression zur Mitte (bzw. Regressionseffekt) in den Körpergrössen besteht. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Abweichung der menschlichen Körpergrössen vom Mittelwert von Generation zu Generation geringer wird bis sich Körpergrössen langfristig ausgleichen. In ferner Zukunft würden also alle Menschen dieselbe, mittlere Körpergrösse aufweisen (Gigerenzer et al., 1989, S. 165).
Dieses Phänomen, ist nicht nur auf die Körpergrössen beschränkt, sondern lässt sich auch gut mit ökonomischen Themen in Zusammenhang bringen. Beispielsweise kann Galtons Modell angewendet werden, um zu erklären, inwiefern der ökonomische Status einer Generation auf die nächste übertragen wird (Zimmermann, 1992, S. 409). Wird ein grosser Teil vererbt, so liegt geringe Regression zur Mitte vor, umgekehrt haben wir schnelle Regression zur Mitte.
In der Regel wird die intergenerationelle Einkommensmobilität durch die Schätzung einer Funktion, welche die theoretischen Annahmen des Modells von Becker und Tomes (1979; 1986) reflektieren, gemessen (siehe nächstes Kapitel). Das Einkommen des Kindes wird dabei meist als lineare Funktion des elterlichen Einkommens dargestellt, wobei ein erstrangiger Markov-Prozess unterstellt wird. Das heisst, dass der ökonomische Status einem speziellen stochastischen Prozess folgt und die gesamte Information, die benötigt wird, um den Status der nächsten Generation zu prognostizieren, in der gegenwärtigen Generation vorhanden ist und nicht von vergangenen Generationen abhängt (Gabler Wirtschaftslexikon).
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert das Konzept der Meritokratie und leitet die Forschungsfrage ab, ob in der Schweiz ökonomischer Erfolg tatsächlich auf individuellen Leistungen beruht oder von leistungsfremden Merkmalen abhängt.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der intergenerationellen Mobilität, analysiert die Transmissionskanäle und stellt den Standardansatz zur Schätzung mittels des Modells von Becker und Tomes vor.
3 Empirische Evidenz: Hier werden empirische Ergebnisse zur intergenerationellen Mobilität im internationalen Vergleich sowie eine spezifische Analyse für die Schweiz präsentiert, um die Forschungsfrage zu beantworten.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Schlusskapitel resümiert die Arbeit und kommt zu dem Ergebnis, dass die Schweiz trotz eines starken Bildungssystems nicht als perfekt meritokratisch gelten kann, da leistungsfremde Faktoren weiterhin einen signifikanten Einfluss ausüben.
Meritokratie, intergenerationelle Einkommensmobilität, Chancengleichheit, Arbeitsmarktökonomie, soziale Mobilität, Einkommenspersistenz, Humankapitalinvestitionen, Bildungsrenditen, soziale Herkunft, Einkommensungleichheit, Leistungsgesellschaft.
Die Arbeit untersucht, ob die Schweiz eine meritokratische Gesellschaft ist, in der Erfolg ausschließlich auf individueller Leistung basiert, anstatt auf Faktoren wie der sozialen Herkunft.
Die zentralen Themenfelder umfassen die intergenerationelle Einkommensmobilität, das Konzept der Meritokratie, die Rolle des Bildungssystems und den Einfluss des familiären Hintergrunds.
Das Ziel ist es, aus einer ökonomischen Perspektive zu beurteilen, inwieweit die Chancengleichheit in der Schweiz gewährleistet ist und ob die ökonomische Position von Individuen von leistungsfremden Attributen abhängt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender ökonometrischer Schätzungen zur intergenerationellen Einkommenselastizität, primär basierend auf dem Modell von Becker und Tomes.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der intergenerationellen Transmission erarbeitet und anschließend empirische Daten zur Mobilität im internationalen Vergleich sowie spezifisch für die Schweiz analysiert.
Wichtige Begriffe sind Meritokratie, intergenerationelle Mobilität, Chancengleichheit, soziale Herkunft und Einkommenselastizität.
Die Schweiz zeigt eine vergleichsweise tiefe intergenerationelle Einkommensmobilität und weist eine hohe Abhängigkeit des ökonomischen Status von Faktoren wie der ethnischen Zugehörigkeit auf.
Die Arbeit zeigt auf, dass der ökonomische Hintergrund der Eltern und bei Migranten die ethnische Herkunft signifikante Faktoren für den zukünftigen ökonomischen Erfolg der Kinder sind.
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