Diplomarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 2
1. Alkoholismus
1.1 Die Alkoholikerpersönlichkeit
1.2 Weiblicher Alkoholismus
2. Alkoholbelastete Familien
2.1 Die Situation in alkoholbelasteten Familien
2.2 Adaptionsmechanismen in den Familien
2.3 Co-Abhängigkeit
2.4 Retter- Opfer- Ankläger- Spiel in der Familie
3. Kinder in Alkoholikerfamilien
3.1 Das Rollenverhalten der Kinder
3.2 Wechseln und Ausbrechen aus den Rollen
3.3 Die Auswirkungen des Alkoholismus auf Kinder
4. Zusammenfassung
Teil II - Empirische Untersuchung
1. Methodischer Rahmen und Anlage der Untersuchung
1.1 Die Erhebungsmethode: Experteninterview
1.2 Die Interviewpartnerinnen
1.3 Durchführung der Interviews
2. Auswertung der Interviews
2.1 Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Alkoholismus
2.2 Probleme in Alkoholikerfamilien
2.3 Kinder von Alkoholikerinnen
3. Resümee
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von mütterlichem Alkoholismus auf Kinder in betroffenen Familien. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Belastungen und das daraus resultierende Rollenverhalten der Kinder zu erforschen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zum väterlichen Alkoholismus liegt, um die in der Literatur oft vernachlässigte Perspektive des mütterlichen Alkoholismus durch einen empirischen Ansatz zu ergänzen.
Typen der weiblichen Lebenswelten
Vogt charakterisiert zwei Gruppen von alkoholabhängigen Frauen, die unter verschiedenen Lebensbedingungen und in unterschiedlichen Lebensformen einen Alkoholismus entwickeln:
Frauen, die dem Typ 1 zugerechnet werden, weisen ein Einstiegsalter zwischen 25 und 35 Jahren in die Alkoholabhängigkeit auf. Sie beginnen verhältnismäßig spät mit dem Trinken alkoholischer Getränke. Der hohe Alkoholkonsum wird in den meisten Fällen durch konkrete Ereignisse und nicht zu bewältigende Lebenskrisen ausgelöst. Dabei handelt es sich überwiegend um familiäre Probleme. Der Alkoholismus löst in diesen Frauen erhebliche Schuldgefühle aus, da sie dessen Ursache sich selbst zuschreiben.
Ebenso weisen sie sich die Schuld für die physischen Gewalthandlungen ihrer Partner zu. Ihr Selbstbild ist geprägt von Unwertgefühlen, Selbstzweifeln und einer Abwertung ihrer eigenen Leistungen. Ihr Privatleben und ihre Beziehungen sind geordnet. Sie leben mit einem Mann und ihren Kindern. Auch ihre Kontakte zu Eltern und Geschwistern sind regelmäßig. Sofern ihre Kinder nicht in den Machtkampf der Eltern verstrickt sind, unterhalten sie zu diesen gute Beziehungen.
Ihr Berufsleben ist wie das familiäre Leben klar strukturiert und erfolgreich. Ihre gesundheitliche Situation ist jedoch schon bevor sie alkoholabhängig werden, durch psychosomatische Störungen beeinträchtigt.
Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Frauen (Typ 1), beginnen die Frauen des Typs 2 sehr früh Alkohol zu trinken. Ihre Erfahrungen reichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren von Räuschen bis zu Alkoholexzessen. Es besteht jedoch kein Dauerkonsum. Der hohe Alkoholkonsum steht nicht wie bei Typ 1 im Zusammenhang mit konkreten Ereignissen, viel mehr stehen diese Frauen unter einer chronischen Spannung. Sie haben in ihrer Kindheit und Jugend körperlichen und sexuellen Missbrauch erfahren. Im Gegensatz zu Typ 1, sind diese Frauen nicht durch Schuldgefühle wegen ihres Alkoholismus geprägt. Wenn sie sich Schuld zuweisen, dann im Zusammenhang mit äußeren Umständen und anderen Personen.
1. Alkoholismus: Einführung in die Definition, Ursachen und psychologischen Aspekte des Alkoholismus sowie die Darstellung der idealtypischen Alkoholikerpersönlichkeit.
2. Alkoholbelastete Familien: Analyse der dysfunktionalen Strukturen, Regeln und Adaptionsmechanismen, die in Familien mit alkoholabhängigen Mitgliedern entstehen.
3. Kinder in Alkoholikerfamilien: Untersuchung der spezifischen Rollenmuster, die Kinder entwickeln, um in einem gestörten Familiensystem zu überleben.
4. Zusammenfassung: Ein kurzer Überblick über die zentralen theoretischen Erkenntnisse zur Problematik des Alkoholismus in der Familie.
1. Methodischer Rahmen und Anlage der Untersuchung: Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes durch Experteninterviews mit Fachkräften aus der Praxis.
2. Auswertung der Interviews: Analyse der empirischen Daten hinsichtlich geschlechtsspezifischer Unterschiede im Trinkverhalten und der Auswirkungen mütterlichen Alkoholismus auf Kinder.
3. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion der Erkenntnisse aus Theorie und Praxis.
Alkoholismus, Weiblicher Alkoholismus, Alkoholbelastete Familien, Co-Abhängigkeit, Rollenverhalten, Kinder, Familiensystem, Experteninterviews, Sozialpädagogik, Psychologie, Adaptionsmechanismen, Sucht, Rollenmuster, Normalbiographie, Prävention
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Rollenverhalten von Kindern, die in Familien mit alkoholabhängigen Elternteilen aufwachsen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem mütterlichen Alkoholismus liegt.
Die zentralen Themen sind das familiäre System, die Suchtmechanismen, Co-Abhängigkeit und die spezifische Anpassungsstrategien sowie Rollen, die Kinder in solchen Familiengefügen einnehmen.
Ziel ist es zu untersuchen, ob es Unterschiede im Rollenverhalten von Kindern gibt, je nachdem ob der Vater oder die Mutter alkoholabhängig ist, und wie dies die Entwicklung der Kinder prägt.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Untersuchung, die auf leitfadenorientierten Experteninterviews mit einer Sozialpädagogin, einer Psychologin und einer Kinderpflegerin basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Alkoholismus und der Co-Abhängigkeit gelegt, gefolgt von der Analyse der empirischen Interviews zur Situation von Kindern bei mütterlichem Alkoholismus.
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Alkoholismus, mütterlicher Alkoholismus, Co-Abhängigkeit, Rollenmuster von Kindern und Familiensystem.
Die Arbeit legt nahe, dass der mütterliche Alkoholismus aufgrund der traditionellen Rollenverteilung – bei der die Mutter als primäre Bezugsperson für Haushalt und Kinder fungiert – eine direktere und schwerwiegendere Auswirkung auf den familiären Alltag hat als der väterliche Alkoholismus.
Da die Mutter bei einer Abhängigkeit oft ihre Versorgerrolle für Haushalt und Kinder vernachlässigt, sind die Kinder gezwungen, diese Aufgaben zu übernehmen, um das Überleben und die Funktionalität des Familiensystems zu sichern.
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