Masterarbeit, 2013
105 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Theoretische Grundlagen
1.1 Reiseliteratur und Exotismus
1.1.1 Zur Gattung der Reiseliteratur
1.1.2 Fremdwahrnehmung in der Reiseliteratur
1.2 Methode und Korpus
2 DDR-Zeitumstände und diskursive Realitäten Frankreichs
2.1 Bedingungen sozialistischer Reiseliteratur
2.2 Frankreich und die DDR: Fremdbildkonstruktionen und -konjunkturen
2.2.1 Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR
2.2.2 Frankreichbilder in der DDR
3 Analyse der Reiseberichte von DDR-Autoren über Paris 1961-1989
3.1 Dozenten, Weltbürger und Naive: Die Autoren der Pariser Reiseberichte
3.1.1 Die Dozenten
3.1.2 Die Weltbürger
3.1.3 Die Naiven
3.2 Motive der dargestellten Paris-Bilder
3.3 Die Exotisierungsstrategien der Paris-Reisenden
3.3.1 Sinneseindrücke: Paris hören, sehen, riechen und fühlen
3.3.2 Typisches und Kurioses: Realia, Gastronomie, Kulturspezifika und Exotik
3.3.3 Der „Zauber von Paris“: Geschichtsträchtiges und touristische Begeisterung
3.4 Reiseberichte zwischen authentischem Reiseersatz und exotischer Reiselust – Eine Bilanz
4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht Reiseberichte deutscher Autoren aus der DDR über Paris im Zeitraum von 1961 bis 1989. Ziel ist es zu analysieren, wie diese Autoren trotz der restriktiven Zensur und politischer Vorgaben ein entpolitisiertes, sinnliches Bild von Paris konstruierten und welche Exotisierungsstrategien sie nutzten, um ihren Lesern einerseits einen Ersatz für das physische Reisen zu bieten und andererseits gezielt Reiselust zu generieren.
3.3.1 Sinneseindrücke: Paris hören, sehen, riechen und fühlen
Das in 4.2 bereits erwähnte Zitat Schneiders aus dem ersten Kapitel seines Von Paris nach Frankreich setzt den inhaltlichen, als auch stilistischen Rahmen, in dem sich Schneider in seinen Reisenotizen bewegen wird. Schon die Gedanken vor seiner Abreise sind von sinnlicher Wahrnehmung geprägt, wenn Schneider Paris mit Musik assoziiert:
„Die Lieder tönen von kleinen, sich drehenden Scheiben aus schwarzem Kunststoff. Noch an dem Billigsten haftet ein kleiner verwaschener Fetzen Poesie, Paris je t’aime und j’ai deux amours, mon pays et Paris, mit der flirrenden Stimme von Josephine Baker.“
Frankreich kennt der DDR-Bürger eben auch aus den Chansons, deren Klang und Text beim Hören bereits Fremdheit und Exotik evozieren – so exotisch wie die berühmte Sängerin Josephine Baker selbst.
1 Theoretische Grundlagen: Einführung in die Gattung der Reiseliteratur und das kulturtheoretische Konzept des Exotismus als Wahrnehmungsmuster.
2 DDR-Zeitumstände und diskursive Realitäten Frankreichs: Erörterung der politischen Rahmenbedingungen für Literaturproduktion und des ambivalenten Frankreichbildes in der DDR.
3 Analyse der Reiseberichte von DDR-Autoren über Paris 1961-1989: Detaillierte Untersuchung der Autoren-Typologien und der angewandten literarischen Strategien zur Paris-Darstellung.
4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse und Bewertung der Exotisierungsstrategien im Kontext der sozialistischen Literatur.
DDR-Reiseliteratur, Frankreichbild, Paris, Exotismus, Fremdwahrnehmung, Reiseersatz, Reiselust, Sozialistische Literatur, Literatursoziologie, Imagologie, Authentizität, Interkulturalität, Kulturgeschichte, Diskursanalyse, Exotisierungsstrategien.
Die Arbeit analysiert Reiseberichte von DDR-Autoren über Paris, die zwischen dem Mauerbau 1961 und dem Fall der Mauer 1989 entstanden sind.
Im Zentrum stehen die Bedingungen der Literaturproduktion in der DDR, die Konstruktion von Frankreichbildern und die Strategien der Autoren, ein „fiktives Reisen“ zu ermöglichen.
Es soll untersucht werden, wie Autoren durch spezifische Exotisierungsstrategien ein entpolitisiertes Paris-Bild schufen, das sowohl als Reiseersatz diente als auch Reiselust weckte.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Gattungstheorie mit sozialpsychologischen Analyseansätzen zur Fremdwahrnehmung (z. B. nach Graumann/Wintermantel) verbindet.
Der Hauptteil kategorisiert die Autoren in Dozenten, Weltbürger und Naive und analysiert ihre Motive, wie Literaturbezug, Geschichtsbezug und Kapitalismuskritik, sowie konkrete Exotisierungsstrategien.
Wichtige Begriffe sind DDR-Reiseliteratur, Exotismus, Fremdwahrnehmung, Reiseersatz und Frankreichbild.
Während die „Dozenten“ Paris primär historisch-ideologisch und faktenbetont als „Wallfahrtsort“ interpretierten, suchten die „Naiven“ verstärkt nach sinnlichen, subjektiven Impressionen und unmittelbaren Erfahrungen.
Aufgrund der Reisebeschränkungen wurde Paris zum „Land der Sehnsucht“ und zur Projektionsfläche für individuelle Träume, die über das offizielle, ideologisch gefärbte Bild Frankreichs hinausgingen.
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