Examensarbeit, 2010
45 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
2. Einleitung
3. Theoretische Grundlagen
3.1. Die Szene - Begriffsbestimmung und Bedeutung
3.2. Das soziale Drama – produktionsästhetische Überlegungen
3.3. Rezeptionsästhetische Überlegungen
3.4. Didaktische Überlegungen und Lernziele
3.4.1. Psychosoziale und motivationale Begründungen
3.4.2. Das Primat der Tätigkeit - Ganzheitliche Begründungen
3.4.3. Die Entwicklung der Imagination
3.4.4. Die Bedeutung des Gestaltens
3.4.5. Identität: Bewusstwerdung des eigenen Rezeptionsprozesses
3.4.6. Perspektivenübernahme: Fremdverstehen
3.4.7. Lernprozesse
4. Planung, Durchführung und Reflexion des Konzeptes
4.1. Propädeutische Übungen
4.2. Rollenbiographien
4.3. Rollenmonologe
4.4. Standbilder
4.4.1. Situationsbezogene Standbilder
4.4.2. Statuen
4.5. Szenisches Spiel
5. Evaluation
5.1. Evaluationsbereich und Ziel der Evaluation
5.2. Evaluationskriterien und Qualitätsindikatoren
5.3. Planung und Methodenauswahl
5.4. Sammlung und Aufarbeitung der Daten
5.5. Analyse und Bewertung der Daten und Konsequenzen
6. Schlussbetrachtung
8. Anhang
8.1. Bilder
8.2. Fragen zur Einfühlung in die Rolle
8.3. Rollentexte
8.4. Szenisches Lesen mit inneren Monologen
8.5. Fragebogen zur Einschätzung des Lernfortschritts
Die Arbeit untersucht das Potenzial der szenischen Interpretation im Literaturunterricht der Einführungsstufe 10, um das Textverständnis und die affektive Kompetenz der Schülerinnen und Schüler bei der Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker" zu fördern.
3.1. Die Szene - Begriffsbestimmung und Bedeutung
Das Attribut "szenisch" hat seinen etymologischen Ursprung im altgriechischen skené (= "die Hütte", "das Zelt") und beschreibt im antiken theatron das ganze hölzerne Bühnenhaus einschließlich seiner Ankleide- und Requisitenräume. Die moderne Literaturwissenschaft versteht unter dem Szenenbegriff eine Gliederungseinheit des Dramas. Während zunächst nur diejenigen Teile des Dramas oder Aktes als einzelne Szenen galten, die an verschiedenen Orten spielten, wurde mit dem Begriff später die kleinste Untereinheit des Dramas bezeichnet, die durch das Auf- oder Abgehen einer oder mehrerer Personen abgegrenzt wird.
Für den Literaturunterricht ist der Begriff der Szene in dreierlei Hinsicht von entscheidender Bedeutung. Da Dramen – im Gegensatz zu prosaischen und lyrischen Texten – nicht für eine bestimmte Leserschaft, sondern in erster Linie für ein Theaterpublikum geschrieben werden, erhält der dramatische Text seine eigentliche Bestimmung erst durch seine Aufführung auf der Bühne. Er ist eine "Partitur, ein Spielentwurf, eine Anweisung für seine aktive und produktive szenische Umsetzung", auch wenn Dramen im unterrichtlichen Rahmen vorwiegend als literarische Texte rezipiert werden.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema unter Berücksichtigung lerntheoretischer Grundlagen und der aktuellen Problematik der Textrezeption bei Jugendlichen.
3. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Begriffs "Szene" und Verankerung des Konzepts der szenischen Interpretation in rezeptionsästhetischen und didaktischen Theorien.
4. Planung, Durchführung und Reflexion des Konzeptes: Detaillierte Beschreibung der praktischen Methoden (Propädeutik, Rollenbiographie, Standbilder, Szenisches Spiel) inklusive konkreter Unterrichtsbeispiele.
5. Evaluation: Systematische Auswertung der Lernfortschritte mittels Fragebögen, Beobachtungen und Reflexionsgesprächen zur Überprüfung der Wirksamkeit des Konzepts.
6. Schlussbetrachtung: Fazit über den Erfolg des methodischen Vorgehens und kritische Reflexion des Zeitaufwands im Verhältnis zum Lernerfolg.
8. Anhang: Sammlung von ergänzendem Material, einschließlich Rollentexten, Bildmaterial und Fragebögen zur Lernfortschrittseinschätzung.
Szenische Interpretation, Die Physiker, Friedrich Dürrenmatt, Literaturunterricht, Rollenbiographie, Standbild, Szenisches Spiel, Rezeptionsästhetik, Handlungsorientierung, Produktive Verfahren, Affektive Kompetenz, Rollenmonologe, Lernprozesse, Schulpraxis.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Evaluation der "szenischen Interpretation" als methodischem Ansatz für den Literaturunterricht, speziell angewandt auf Dürrenmatts Drama "Die Physiker" in einer 10. Klasse.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des szenischen Interpretierens, die praktische Planung von Unterrichtseinheiten durch produktive Verfahren sowie die systematische Überprüfung des Kompetenzerwerbs bei Schülern.
Das Ziel ist es, durch spielerische und produktive Methoden das Textverständnis der Lernenden zu vertiefen und ihnen zu helfen, komplexe Figurenkonstellationen sowie ironische Signale im Text eigenständig zu erschließen.
Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung, die eine Kombination aus theoretischer Herleitung (Literaturdidaktik) und einer handlungsorientierten Schulpraxis mit systematischer Evaluation darstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung, eine detaillierte methodische Darstellung der Übungen (z. B. Standbilder, Rollenbiographien) und eine anschließende Evaluation der durchgeführten Unterrichtseinheiten.
Wichtige Begriffe sind Szenische Interpretation, Handlungsorientierung, produktive Verfahren, Rezeptionsästhetik, Rollenbiographie und Lernprozessreflexion.
Die "innere Stimme" dient dazu, die verborgenen Beweggründe, Emotionen und Gedankengänge der Figuren im Drama für die Schüler greifbar zu machen und sie zum Perspektivwechsel zu animieren.
Standbilder ermöglichen eine plastische, körperbetonte Auseinandersetzung mit abstrakten Problemen und Figurenbeziehungen, wodurch affektive und kognitive Kompetenzen gleichermaßen angesprochen werden.
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