Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten, Note: 1,7
Zur vorliegenden Arbeit
1 Grundlagen
1.1 Begriffsklärungen
1.2 Exkurs CO
1.2.1 Definition CO
1.2.2 Methodik & Grundprinzipien
Persönliche Gespräche (one on one)
Versammlung, Machtanalyse und Recherche (research)
Aktion (action)
Reflektion und Organisationsaufbau
1.2.3 Konfliktorientierung?
1.2.4 Konflikttheorie
1.2.5 Konflikttaktiken
1.2.6 Broad-based Community Organizing
1.3 CO und die Rezeption
1.3.1 Die Wurzeln von CO
1.3.2 Die erste Rezeptionswelle (1945 - 1967)
1.3.3 Die zweite Rezeptionswelle (1967 – 1993)
1.3.4 Die dritte Rezeptionswelle (1993 – 2004)
1.3.5 Die vierte Rezeptionswelle – Status Quo
1.4 CO Fort-, Ausbildung/Training
1.5 Fazit & Ausblick
Diese Arbeit setzt sich mit der Rezeption von Community Organizing (CO) in der Bundesrepublik Deutschland auseinander. Ziel ist es, die These von Bauer und Szynka zu prüfen, wonach der Umgang mit CO in der BRD als Nicht-Rezeption aufzufassen ist, indem historische Entwicklungen, theoretische Einordnungen und die Verbreitung von Trainingsindikatoren analysiert werden.
1.2.3 KONFLIKTORIENTIERUNG?
„Conflict is the essential core of a free and open society”
(Szynka 2006 S. 234, zit. n. Alinsky 1971, S. 62)
CO ist eine konfliktorientierte Methode, welche auf Grundlage von Machtausgleich die Demokratie und Zivilgesellschaft beleben und stärken soll, so Müller und Szynka 2014. Laut jenen sollte dies jedoch nicht mit aggressivem oder destruktivem Handeln gleichgesetzt werden. Die Aggressivität und Destruktivität von CO wird (in der Fachwelt) jedoch oft kritisch angenommen. (vgl. Müller, Szynka 2014, S. 17 ff.) In Szynkas 2006 veröffentlichtem Werk jedoch schrieb er selbst erst:
„Die bisherige Rezeption von Alinskys Ansatz als „agressive“ oder „konfliktorientierte Methode“ ist insofern unrichtig (vgl. Müller 1971, Müller 1982). Alinsky ist nicht an Konflikten „orientiert“ sondern daran, durch Konflikte gleichberechtigte Verhandlungen und konkrete Verbesserungen zu erzielen. Er sieht Konflikte als notwendige Durchgangsstadien an, die er – im Unterschied zu vielen seiner Zeitgenossen – allerdings zu vermeiden sucht.“ (Szynka 2006, S. 236)
Bei Betrachtungen der Wurzeln Alinskys lassen sich die Ursprünge seines Konfliktbegriffs in der jüdischen Tradition auffinden. In jener ist der Konflikt positiv bewertet und steht vielmehr für eine argumentative Auseinandersetzung und Konstruktivität, welche der Wahrheitsfindung diene. (vgl. Szynka 2006, S. 232)
1 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, die methodischen Phasen des CO, die Bedeutung der Konfliktorientierung sowie die Besonderheiten des Broad-based Community Organizing.
1.1 Begriffsklärungen: Definition wichtiger Fachbegriffe wie Community, Leader, Macht, Organizer und Organisation, die für das Verständnis des Community Organizing im Kontext der BRD essenziell sind.
1.2 Exkurs CO: Einleitende Betrachtung der philosophischen Grundsätze, der Definitionen nach verschiedenen Autoren und der methodischen Struktur des Community Organizing.
1.2.1 Definition CO: Überblick über verschiedene Definitionsansätze des Community Organizing, sowohl im amerikanischen Kontext als auch in der vereinfachten Anwendung für die BRD.
1.2.2 Methodik & Grundprinzipien: Detaillierte Skizzierung der vier Phasen des CO-Prozesses: persönliche Gespräche, Versammlung/Machtanalyse/Recherche, Aktion sowie Reflektion und Organisationsaufbau.
1.2.3 Konfliktorientierung?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Konfliktbegriff im CO, der Abgrenzung von Aggression und der historischen Verwurzelung in der jüdischen Tradition.
1.2.4 Konflikttheorie: Erläuterung der Unterscheidung zwischen überlegten und spontanen Konflikten sowie der Notwendigkeit der Personalisierung von Konflikten im CO.
1.2.5 Konflikttaktiken: Zusammenstellung praktischer Taktiken nach Alinsky, die dazu dienen, konstanten Druck auf Zielpersonen auszuüben und konstruktive Verhandlungsergebnisse zu erzielen.
1.2.6 Broad-based Community Organizing: Vorstellung einer organisationszentrierten Form des CO, die auf breiteren Strukturen aufbaut und sich stärker an institutionellen Akteuren orientiert.
1.3 CO und die Rezeption: Historische Nachzeichnung der Aufnahme von CO-Konzepten in der BRD, unterteilt in vier chronologische Rezeptionswellen seit 1945.
1.3.1 Die Wurzeln von CO: Biografischer und theoretischer Hintergrund zu Saul D. Alinsky als Begründer des Community Organizing und seinen Erfahrungen in Chicago.
1.3.2 Die erste Rezeptionswelle (1945 - 1967): Analyse der ersten, zumeist oberflächlichen Berührungspunkte und der literarischen Aufnahme amerikanischer Methoden in der deutschen Sozialarbeit.
1.3.3 Die zweite Rezeptionswelle (1967 – 1993): Betrachtung der Phase, in der GWA als dritte Methode der Sozialen Arbeit etabliert wurde und der Ruf nach konfrontativeren Konzepten laut wurde.
1.3.4 Die dritte Rezeptionswelle (1993 – 2004): Untersuchung der institutionellen Etablierung des Forum Community Organizing (FOCO) und des verstärkten Vergleichs zwischen nordamerikanischem CO und deutscher GWA.
1.3.5 Die vierte Rezeptionswelle – Status Quo: Analyse des aktuellen Stands, geprägt durch Thesen zur Nicht-Rezeption und dem Bestreben, CO stärker als eigenständigen Ansatz zu professionalisieren.
1.4 CO Fort-, Ausbildung/Training: Bewertung von Ausbildungsmaßnahmen als Indikator für die praktische Etablierung und Implementierung von Community Organizing in Deutschland.
1.5 Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung zur Rezeption von CO in der BRD, die die These der Nicht-Rezeption stützt und auf zukünftige Herausforderungen verweist.
Community Organizing, Soziale Arbeit, Gemeinwesenarbeit, Saul D. Alinsky, Rezeption, Nicht-Rezeption, Konfliktorientierung, Macht, Bürgerplattform, Partizipation, Empowerment, Zivilgesellschaft, Sozialraum, Methodenentwicklung, Ausbildung.
Die Arbeit untersucht die historische und theoretische Rezeption des Community Organizing (CO) in Deutschland sowie die These, dass das Konzept in der BRD bisher keine umfassende theoretische oder praktische Implementierung erfahren hat.
Die zentrale Fragestellung lautet, ob die These von Bauer und Szynka zutreffend ist, dass der Umgang mit CO und Alinskys Schriften innerhalb der BRD als Nicht-Rezeption zu werten ist.
Der Autor führt eine Literaturarbeit durch, die den historischen Verlauf der Rezeption über verschiedene Zeitphasen nachzeichnet und durch die Analyse von Ausbildungsindikatoren sowie Fachdiskursen unterfüttert.
Die Arbeit deckt die Grundlagen und Methodik des CO, die historische Entwicklung der Rezeptionswellen, die Rolle des Konflikts und der Macht in der sozialen Arbeit sowie die Bedeutung von Bildungsangeboten für die praktische Verankerung des Ansatzes ab.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz Phasen verstärkten Interesses keine hinreichende Rezeption oder Etablierung von CO stattgefunden hat, was unter anderem mit historisch gewachsenen Strukturen und Abhängigkeiten in der deutschen Soziallandschaft begründet wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Community Organizing, Gemeinwesenarbeit, Nicht-Rezeption, Konfliktorientierung und Empowerment geprägt, die den Fokus auf die fachliche Einordnung und die kritische Distanz zur etablierten Sozialarbeit widerspiegeln.
Die Arbeit identifiziert die Kirchen als Akteure, deren finanzielle und strukturelle Abhängigkeiten oft im Widerspruch zu den konfliktorientierten, systemkritischen Ansätzen des Community Organizing standen, was beispielhaft am Scheitern des Projekts in Osnabrück (1999) erläutert wird.
Der Begriff dient als analytische Klammer, um aufzuzeigen, dass trotz der stetigen Bezugnahme auf Alinsky das eigentliche Potenzial und die methodische Konsequenz von CO in der BRD weitgehend ungenutzt blieben und oft durch eine „oberflächliche“ oder rein literarische Aufnahme ersetzt wurden.
FOCO wird als treibende Kraft für die systematische Implementierung angesehen, wobei der Autor auch die internen Debatten und die teils schwierige finanzielle Situation thematisiert, die eine flächendeckende Ausbreitung des Modells erschwerten.
Dieser Satz verdeutlicht die zirkuläre Debatte in der Fachwelt, bei der oft die Diskussion über das Konzept selbst wichtiger ist als die praktische Anwendung, wodurch die ursprüngliche Zielsetzung von CO in der deutschen Praxis eher in den Hintergrund tritt.
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