Diplomarbeit, 2004
95 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. SITUATIONSANALYSE
2.1 Wandel der kindlichen Lebenswelt
2.1.1 Urbanisierung
2.1.2 Institutionalisierung
2.1.3 Mediatisierung
2.1.4 Kosumorientiertheit
2.2 Bewegungsmangel als Folge der veränderten Lebenswelt
2.2.1 Körperliche Auswirkungen von Bewegungsmangel
2.2.2 Psycho-soziale Auswirkungen von Bewegungsmangel
2.3 „Realität oder Panikmache?“ - Analyse der empirischen Datenlage zum Gesundheitszustand unserer Kinder heute
3. GESUNDHEIT UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG
3.1 Was ist Gesundheit?
3.1.1 Historische Entwicklung des Gesundheitsbegriffs
3.1.2 Ganzheitliches Verständnis von Gesundheit
3.2 Was ist Gesundheitsförderung?
3.2.1 Begriffsdifferenzierung
3.2.2 Kritik an den pathogenetisch orientierten Präventionsmaßnahmen
3.3 Zwischenfazit
4. DAS MODELL DER SALUTOGENESE NACH ANTONOVSKY
4.1 Gesundheit und Krankheit
4.2 Das Kohärenzgefühl
4.2.1 Verstehbarkeit
4.2.2 Handhabbarkeit
4.2.3 Bedeutsamkeit
4.2.4 Entwicklung des Kohärenzgefühl
4.3 Generalisierte Widerstandsressourcen
4.4 Stressoren und Spannungsregulation
4.5 Der Einfluss des Kohärenzgefühl auf die Gesundheit
4.6 Bewertung und Stand der empirischen Fundierung
5. STELLENWERT DER PSYCHOMOTORIK FÜR DIE GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM KINDESALTER
5.1 Historische Entwicklung der Psychomotorik
5.2 Grundannahmen
5.2.1 Entwicklung als Person – Kontext – Interaktion
5.2.2 Die Bedeutung von Bewegungserfahrungen
5.2.3 Die Bedeutung der Wahrnehmung
5.3 Ziele und Inhalte
5.3.1 Förderung der Ich-Kompetenz durch Körpererfahrung
5.3.2 Förderung der Sach-Kompetenz durch Materialerfahrung
5.3.3 Förderung der Sozial-Kompetenz durch Sozialerfahrung
5.4 Bezugstheorien
5.4.1 Identität und Selbstkonzept
5.4.2 Die Theorie der kognitiven Entwicklung nach Piaget
5.4.3 Weitere Theorien
5.5 Zwischenfazit zum Konzept der Psychomotorik
5.6 Gesundheitsfördernde Elemente der Psychomotorik
5.6.1 Stärkung des Kohärenzgefühls
5.6.2 Aufbau generalisierter Widerstandsressourcen
5.7 Konsequenzen für die Praxis
5.7.1 Leitlinien der Gesundheitsförderung im Elementarbereich
5.7.2 Praktische Beispiele für die Gesundheitsförderung im Elementarbereich
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, wie eine kindgemäße Gesundheitsförderung gestaltet sein kann, die die mangelnden Bewegungserfahrungen der heutigen Kindergeneration berücksichtigt. Die Arbeit setzt sich kritisch mit pathogenetisch orientierten Ansätzen auseinander und entwickelt auf Basis des Salutogenese-Modells von Aaron Antonovsky sowie des Konzepts der Psychomotorik einen ganzheitlichen, pädagogischen Förderansatz zur Stärkung der kindlichen Gesundheitsressourcen.
Verinselung
Um verständlich zu machen was unter dem Begriff Verinselung zu verstehen ist, bietet es sich an, kurz den bereits angerissenen Wandel der räumlichen Bedingungen, in denen Kindern von der Nachkriegszeit bis heute aufgewachsen sind nachzuzeichnen.
Zeiher (1991) beschreibt, dass es durch die Kriegsschäden zu einer weitgehenden Auflösung von funktionsorientierten bzw. spezialisierten Räumen kam. Sowohl Kinder als auch Erwachsene mussten sich ihre räumliche Umwelt für die jeweiligen Bedürfnissen passend machen. Für Kinder lag hier aber auch ein bestimmter Reiz bzw. ein enormes Entwicklungspotenzial. Sie konnten in konstruktiver Weise verändernd auf ihre unmittelbare Umwelt einwirken und sich diese allmählich, mit zunehmendem Alter, in „erweiternden konzentrischen Kreisen“ aneignen (s. Abb.1) (vgl. Fischer 2001, 71; Pfeil n. Zeiher 1991, 187). Kinder konnten zunächst ihren direkten Lebensraum, also die Wohnung, erkunden und dann Schritt für Schritt den näheren und schließlich auch den weiteren Lebensraum (vgl. Zeiher 1991, 187f).
Daraus ergibt sich ein „Modell des einheitlichen Lebensraums“, indem alle Einzelsegmente in einem klaren und nachvollziehbaren räumlichen Zusammenhang zu einander stehen (vgl. ebd., 187).
Mit der Spezialisierung von Orten auf bestimmte Funktionen und der zunehmenden Institutionalisierung und Verplanung der kindlichen Freizeitgestaltung geht eine „Verinselung des Lebensraums“ einher (s. Abb.2). Kinder suchen heute für bestimmte Tätigkeiten speziell dafür vorgesehene Orte, wie z.B. den Kindergarten, den Sportverein oder die Musikschule auf.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik des kindlichen Bewegungsmangels und formuliert die zentrale Fragestellung nach einer kindgemäßen Gesundheitsförderung.
2. SITUATIONSANALYSE: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der kindlichen Lebenswelt durch Urbanisierung, Institutionalisierung, Mediatisierung und Konsumorientierung sowie deren psycho-soziale Auswirkungen.
3. GESUNDHEIT UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG: Hier werden unterschiedliche Gesundheitsbegriffe und -definitionen diskutiert sowie pathogenetisch orientierte Ansätze kritisch hinterfragt.
4. DAS MODELL DER SALUTOGENESE NACH ANTONOVSKY: Das Kapitel stellt das Modell der Salutogenese als Gegenentwurf zur klassischen Pathogenese vor, wobei der Fokus auf dem Kohärenzgefühl und den Widerstandsressourcen liegt.
5. STELLENWERT DER PSYCHOMOTORIK FÜR DIE GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM KINDESALTER: Dieser Hauptteil verknüpft das Konzept der Psychomotorik mit salutogenetischen Grundgedanken, um eine ganzheitliche Förderung von Körper-, Sach- und Sozialkompetenz zu begründen.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst zusammen, dass Psychomotorik ein geeigneter Weg ist, um die Bedingungen für eine gesunde kindliche Entwicklung im Sinne der Salutogenese in der Praxis umzusetzen.
Gesundheitsförderung, Psychomotorik, Salutogenese, Kindesalter, Kohärenzgefühl, Bewegungsmangel, Entwicklung, Selbstkonzept, Widerstandsressourcen, Bewegungserfahrungen, Körpererfahrung, Selbstwirksamkeit, Gesundheitsbewusstsein, Lebenswelt, Handlungskompetenz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gesundheitsförderung im Kindesalter und der Frage, wie man dem aktuellen Trend des Bewegungsmangels durch ein pädagogisch fundiertes Konzept entgegenwirken kann.
Die Themenfelder umfassen die Situationsanalyse kindlicher Lebensbedingungen, die theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Gesundheit und Gesundheitsförderung sowie die methodische Verknüpfung von Salutogenese und Psychomotorik.
Das primäre Ziel ist es, ein kindgemäßes, ganzheitliches Gesundheitsförderungskonzept zu entwerfen, das auf der Psychomotorik basiert und den Anforderungen des salutogenetischen Modells gerecht wird.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie aktuelle Literatur, Studien und Fachdiskurse aus der Erziehungswissenschaft, Gesundheitssoziologie und Psychomotorik sichtet und kritisch vergleicht.
Im Hauptteil werden das Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky und der Stellenwert der Psychomotorik erläutert. Zudem wird aufgezeigt, wie diese beiden Ansätze ineinandergreifen, um die kindliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kohärenzgefühl, Bewegung, Ganzheitlichkeit, Selbstwirksamkeit und Kompetenzförderung charakterisiert.
Im Gegensatz zu pathogenetisch orientierten Programmen, die oft auf ein isoliertes Defizit-Training und Verbote setzen, fokussiert dieser Ansatz auf die Stärkung vorhandener Ressourcen und die Förderung der Freude an der Bewegung.
Die Psychomotorik fördert die Gesundheit, indem sie den Kindern vielfältige Erfahrungsräume bietet, die ihr Selbstbild stärken, ihnen ein Gefühl von Handhabbarkeit vermitteln und sie motivieren, aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt teilzuhaben.
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