Bachelorarbeit, 2014
36 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Metapher - von Aristoteles bis in die Gegenwart
2.1 Aristotelisches Metaphernkonzept
2.2 Zentrale linguistische Metapherntheorien
2.2.1 Vergleichs- bzw. Substitutionstheorie
2.2.2 Interaktionstheorie
2.2.3 Bildfeldtheorie
3. Metapherntheorie von Lakoff und Johnson
3.1 Metaphorische Konstruktion der Wirklichkeit
3.2 Metapher als Kulturträger
3.3 Metaphernarten nach Lakoff und Johnson
3.4 Jan Kruse: Problematiken, Kompromisse, Modifikationen
4. Politische Sprache
4.1 Definition
4.2 Funktionen der politischen Sprache
4.3 Rhetorische Figuren
5. Theorie und Praxis der Metaphernanalyse
5.1 Gegenstand
5.2 Rahmenbedingungen; Forschungsfragen
5.3 Methodik; Anwendung
6. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson und wendet diese methodisch auf eine politische Rede von Michail Gorbatschow aus dem Jahr 1989 an. Ziel ist es, die Struktur, Funktionsweise und Grenzen metaphorischer Konzepte innerhalb politischer Kommunikation zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Metaphern zur Konstruktion von Realität und zur Steuerung von Handlungsaufforderungen beitragen.
3.1 Metaphorische Konstruktion der Wirklichkeit
Laut Lakoff und Johnson sind Metaphern auf eine vorbewussten Weise allgegenwärtig in Denken, Kommunikation und Handeln. Sie sind der Ausdruck konzeptübergreifenden Denkens und eröffnen uns Handlungsdimensionen, indem bereits bekannte Zusammenhänge, Wissen und Einstelllungen vom bildspendenden Bereich auf unsere Handlungsziele übertragen werden (vgl Kruse: Seite 68). Sie bestimmen sogar unser Alltagshandeln und unsere Wahrnehmung, da beides von einem weitgehend metaphorischen Konzeptsystem bestimmt wird.
“Unser alltägliches Konzeptsystem, nach dem wir sowohl handeln als auch denken, ist im Kern und grundsätzlich metaphorisch” (Johnson : Seite 11).
Da die Metaphern allgegenwärtig und mit Selbstverständlichkeit gebraucht werden, sind diese oft schwer als solche zu identifizieren (vgl. Kruse: Seite 69). Um diese wahrnehmen und erfassen zu können muss man sie aus der Erfahrung bewusst heraus rekonstruieren. Hierzu stellen Lakoff und Johnson Konzepte vor, wodurch wir die metaphorische Konstruktion der Wirklichkeit erfassen könnten (vgl. Kruse: Seite 69).
Laut Lakoff und Johnson erfahren wir die Realität in vieldimensionalen strukturierten Ganzheiten, die sie Gestalten nennen. Diese Gestalten enthalten in ihrer vieldimensionalen Struktur Eigenschaften, Schemata und Skripte, wodurch wir unsere Erfahrungen einordnen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der kognitiven Metapherntheorie und die Zielsetzung der metaphernanalytischen Untersuchung einer politischen Rede.
2. Die Metapher - von Aristoteles bis in die Gegenwart: Historischer Überblick über die Metapherntheorien von Aristoteles über die Vergleichs- und Interaktionstheorie bis hin zur Bildfeldtheorie.
3. Metapherntheorie von Lakoff und Johnson: Darstellung der Grundsätze der kognitiven Metapherntheorie sowie der Konzepte der Wirklichkeitskonstruktion, der Metapher als Kulturträger und der verschiedenen Metaphernarten.
4. Politische Sprache: Definition der politischen Sprache, ihrer Funktionen sowie eine kurze Einführung in relevante rhetorische Figuren zur Überzeugungsbildung.
5. Theorie und Praxis der Metaphernanalyse: Beschreibung des konkreten Gegenstands (Gorbatschow-Rede) und der angewandten methodischen Schritte der rekonstruktiven Metaphernanalyse.
6. Ausblick: Kritische Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse und Überlegungen zu weiterführenden Forschungsansätzen.
Kognitive Metapherntheorie, Lakoff und Johnson, Metaphernanalyse, Politische Sprache, Jan Kruse, Wirklichkeitskonstruktion, Bildfeldtheorie, Rhetorik, Michail Gorbatschow, Sprachwissenschaft, Konzeptuelle Metaphern, Strukturmetaphern, Orientierungsmetaphern, Ontologische Metaphern, Diskursanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit der kognitiven Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson und ihrer Anwendung auf die politische Sprache am Beispiel einer Rede von Michail Gorbatschow.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Metapherntheorien, die kognitive linguistische Perspektive, die Analyse politischer Redemittel sowie die methodische Umsetzung der rekonstruktiven Metaphernanalyse.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metaphern als Instrumente der Realitätskonstruktion fungieren und wie sie genutzt werden können, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu strukturieren und Handlungen zu legitimieren.
Es wird die methodische Vorlage zur rekonstruktiven Metaphernanalyse von Jan Kruse verwendet, welche in vier Schritten – Sammeln, Kategorisieren, Abstrahieren und Interpretieren – auf das Textfragment angewendet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der kognitiven Metapherntheorie und einen angewandten Teil, in dem die Rede von Michail Gorbatschow aus dem Jahr 1989 metaphernanalytisch untersucht wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie kognitive Metapherntheorie, Wirklichkeitskonstruktion, politische Sprache, Metaphernanalyse und Handlungssteuerung geprägt.
Die Arbeit begründet diese Wahl mit der besonders hohen Metapherndichte in den Reden Gorbatschows, die eine detaillierte und aufschlussreiche Anwendung der Methode nach Jan Kruse ermöglicht.
Der Autor identifiziert zentrale Konzepte wie „Europa ist ein Haus“, „Die Entwicklung Europas ist ein Hindernislauf“ sowie die Inszenierung Europas als „Bühne/Schauplatz“ oder „menschliche Entität“.
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