Magisterarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
0.1 Fragestellung und Themenabgrenzung
0.2 Forschungsstand
1. Personalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf
1.1 Das politische System der USA
1.1.1 Das Wahlsystem
1.1.2 Das Vorwahlsystem: Primaries
1.1.3 Organisation und Struktur der Parteien
1.1.4 Das Verhältnis von Partei und Kandidat im Wahlkampf
1.1.5 Zusammenfassung
1.2 Personalisierung der Wahlkampfführung
1.2.1 Negative campaigning und opposition research
1.2.2 Die Rolle des Fernsehens im Wahlkampf
1.2.3 Sachthemen und Kandidatenimage
1.2.4 Zusammenfassung
2. Professionalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf
2.1 Political consultants
2.2 Kampagnenmanagement: Campaign managers
2.3 Demoskopie und gezielte Wähleransprache: Private pollsters
2.4 Wahlkampffinanzierung: Fundraisers
2.4.1 Gesetzeslage zur Wahlkampffinanzierung
2.4.2 Methoden des fundraisings
2.5 Themenmanagement: Media consultants
2.5.1 Paid media und unpaid media
2.5.1.1 Hard news
2.5.1.2 Soft news
2.6 Wahlkampf im Internet: E-campaigning
2.6.1 Die Webseite
2.6.2 Neue Formen der Kampagnenarbeit
2.7 Zusammenfassung
3. Ausblick: Amerikanisierung von Bundestagswahlkämpfen: Personalisierungs- und Professionalisierungstrends in Deutschland
3.1 Die Modernisierungsthese
3.2 Die Amerikanisierungsthese
3.3 Personalisierung von Bundestagswahlkämpfen
3.3.1 Bedeutungszuwachs der Spitzenkandidaten und Kandidatenfokussierung der Kampagne
3.4 Professionalisierung von Bundestagswahlkämpfen
3.4.1 Externalisierung und Spezialisierung
3.4.2 Fernsehwahlkampf
3.4.3 Wahlkampfstrategien
4. Konklusion
Die Arbeit analysiert die Trends der Personalisierung und Professionalisierung in amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfen und untersucht deren Übertragbarkeit auf deutsche Bundestagswahlkämpfe.
1.2.1 Negative campaigning und opposition research
Negativkampagnen und Gegnerausforschung sind Strategien und zugleich Ergebnis eines personenbezogenen Wahlkampfs.
Unter negative campaigning versteht man hierzulande meist schlammige Schmutzkampagnen auf einem politisch gesehen sehr niedrigen Niveau. In den USA hingegen blickt negative campaigning als erfolgreiche Wahlkampfstrategie auf eine fast zweihundertjährige Tradition in der Wahlkampfgeschichte zurück. Dort werden Attacken auf die Person des Gegners als selbstverständlicher Bestandteil von Wahlkampagnen akzeptiert. Da die Massenmedien als Vermittlungsinstanz zwischen Kandidat und Wähler fungieren, ist es oberstes Ziel einer jeden Kampagne, mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Was wäre dazu besser geeignet, als eine Sensationsnachricht mit Skandalgeruch? Die Strategie des negative campaigning entspricht dem Wettkampfformat der Medien, dem Rahmen, wie sie über Wahlkämpfe berichten (horse-race-journalism). Je härter der Wettbewerb, desto ausführlicher widmen sich die Medien den Anschuldigungen, Unterstellungen und Verleumdungen der Kandidaten. Sie sind ein bewährtes Mittel, um die Aufmerksamkeit des Wählers auf sich zu ziehen. In den achtziger Jahren wurde das negative campaigning zur dominierenden Wahlkampfstrategie.
Die Wahlkampfberater hielten die negativen Botschaften für sehr einprägsam und wirkungsvoll, vor allem wenn es direkt um die Charaktereigenschaften des Kandidaten ging. Es wurde deshalb viel Zeit darauf verwandt, die Schwächen des Gegners ausfindig zu machen. 1984 wurde im Vorfeld des Präsidentschaftswahlkampfes erstmals eine opposition research group (ORG) innerhalb des republikanischen Wahlkampfstabs gebildet. Aufgabe der Experten war es, eine Recherchedatenbank einzurichten, die sämtliche Details der Biographien demokratischer Gegner erfasste, ihr Abstimmungsverhalten im Kongress archivierte und wörtliche Interviewzitate jederzeit abrufbar machte.
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der zunehmenden Personalisierung und Professionalisierung amerikanischer Wahlkämpfe ein und definiert das Forschungsziel der Arbeit.
1. Personalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: In diesem Kapitel werden die systemischen Ursachen und die Ausprägungen der Personalisierung in den USA, insbesondere durch das Wahlsystem und den Einfluss des Fernsehens, erläutert.
2. Professionalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von externen Experten, Demoskopen und Fundraisern, die den modernen, professionalisierten Wahlkampf in den USA prägen.
3. Ausblick: Amerikanisierung von Bundestagswahlkämpfen: Personalisierungs- und Professionalisierungstrends in Deutschland: Hier wird der Transfer amerikanischer Wahlkampftechniken auf das deutsche System anhand der Modernisierungs- und Amerikanisierungsthese diskutiert.
4. Konklusion: Das Fazit fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und ordnet die Personalisierungs- und Professionalisierungstendenzen in den jeweiligen nationalen Kontexten ein.
Wahlkampf, Personalisierung, Professionalisierung, USA, Präsidentschaftswahlkampf, Political Consultants, Negative Campaigning, Fundraising, Medienstrategie, Internet-Wahlkampf, Bundestagswahl, Amerikanisierung, Politische Kommunikation, Demoskopie, Spin Doctoring
Die Arbeit befasst sich mit den modernen Entwicklungen der Personalisierung und Professionalisierung im Wahlkampfgeschehen der USA und prüft, ob und inwieweit diese Tendenzen in Deutschland bei Bundestagswahlen beobachtbar sind.
Die zentralen Felder umfassen das amerikanische Wahlsystem, die Rolle spezialisierter Politikberater, die Bedeutung von Demoskopie und Wahlkampffinanzierung sowie die Auswirkungen der Massenmedien und des Internets auf die Wahlkampfstrategien.
Das Ziel ist der Nachweis, dass der amerikanische Wahlkampf durch Personalisierung und Professionalisierung geprägt ist, und die Analyse, welche Faktoren eine mögliche Amerikanisierung deutscher Wahlkämpfe begrenzen.
Es handelt sich um eine politik- und kommunikationswissenschaftliche Analyse auf Basis vorhandener Literatur, empirischer Wahlkampfbeobachtungen und der Auswertung von Fallbeispielen aus vergangenen Wahlkämpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der US-amerikanischen Praxis (Kandidatenfokussierung, Consulting-Strukturen, Medienarbeit) und einen anschließenden Transfer auf das deutsche Parteiensystem.
Schlüsselbegriffe sind Personalisierung, Professionalisierung, Political Consulting, Negative Campaigning, Fundraising und E-Campaigning.
Das Internet fungiert als neuer, kosteneffizienter Kommunikationsraum, der Instrumente wie Online-Fundraising, E-Mail-Kampagnen und virtuelle Town-Hall-Meetings ermöglicht, auch wenn dessen Nutzung in Deutschland noch in der Erprobungsphase steckt.
Während in den USA bezahlte Fernsehwerbung ein zentrales Instrument ist, unterliegt diese in Deutschland strengen gesetzlichen Regulierungen bei öffentlich-rechtlichen Anstalten, was die Wirkungsmöglichkeiten und Strategien der Parteien einschränkt.
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