Bachelorarbeit, 2014
79 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten des sexuellen Missbrauchs
2.1 Definition ´Sexueller Kindesmissbrauch´
2.1.1 Definition ´Inzest´ und ´Pädophilie´
2.1.2 Rechtliche Grundlagen
2.2 Häufigkeiten sexuellen Missbrauchs
3 Die Rolle der Mutter in der Gesellschaft
3.1 17. und 18. Jahrhundert
3.2 19. Jahrhundert
3.3 20. Jahrhundert und aktuelle Entwicklungen
4 Wahrnehmungsbarrieren von sexuellen Kindesmissbrauch durch Mütter
5 Typologien
5.1 Die Liebhaberin
5.2 Die Mittäterin
5.3 Die prädisponierte Täterin
5.4 Die atypische Täterin
6 Der Tatzyklus
7 Formen und Strategien des sexuellen Missbrauchs
8 Erklärungsansätze für sexuell missbrauchendes Verhalten von Müttern
8.1 Eigener Missbrauch und negative Bindungserfahrungen
8.2 Soziale Isolation
8.3 Bildung und sozialer Status
8.4 Alter der Täterinnen zum Zeitpunkt des Missbrauchs
8.5 Gewalterfahrungen und Gefühle der Machtlosigkeit
8.6 Kognitive Dissonanz
8.7 Symbiotische Mutter-Kind-Beziehung
8.8 Suchtmittelabhängigkeit und psychische Erkrankungen
9 Folgen
9.1 Psychische und soziale Folgen
9.2 Selbstschädigendes Verhalten und Suizidalität
9.3 Dissoziative Störungen
9.3.1 Ambivalente Gefühle
9.3.2 Störungen der Identitätsentwicklung
9.4 Reviktimisierung und Gewaltweitergabe
9.5 Ängste
10 Interventionsansätze
10.1 Voraussetzungen
10.1.1 Kognitive Dissonanz
10.1.2 Vertrauensverhältnis
10.1.3 Therapievertrag
10.2 Opferorientierte Interventionen
10.2.1 Einzel- und Gruppentherapie
10.2.2 Rollenspiele
10.2.3 Weitere Ansätze
10.3 Täterinnenorientierte Interventionen
10.3.1 Phasenmodell
10.3.2 Medikamentöse Therapie
11 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das wenig erforschte Phänomen des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Mütter, um ein Bewusstsein für diese Straftat zu schaffen, deren Motive zu verstehen und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
3.1 17. und 18. Jahrhundert
Ein erstes Mutterbild entstand laut Badinter mit dem 17. Jahrhundert. Im 17. und 18. Jahrhundert war es durchaus verbreitete Praxis gewesen, dass Mütter aus allen Bevölkerungsschichten ihre Kinder zum Stillen und zur Pflege einer Amme übergaben (vgl. Badinter 1996, S. 45). Die adelige Mutter lehnte das Stillen ihres eigenen Kindes ab, denn sie wollte nicht zu Hause bleiben und auf ihre gesellschaftlichen Aktivitäten verzichten, was aber für das Stillen notwendig gewesen wäre (vgl. ebd., S. 69). Dies tat ihr die bürgerliche Frau gleich, denn sie war stets darum bemüht, mehr Ansehen zu gewinnen und zur damaligen Zeit galt das Stillen des eigenen Kindes als „Eingeständnis, daß man nicht zur besseren Gesellschaft gehörte.“ (ebd., S. 71) Die Mütter im 17. und 18. Jahrhundert verweigerten jegliche mütterliche Aufgaben, denn sie brachten ihnen keine Anerkennung und Achtung und dies führte dazu, dass sie darin keine Notwendigkeit sahen, diese auszuführen (vgl. ebd., S. 74). Je nach wirtschaftlichen Verhältnissen zog für das Stillen der Kinder eine Amme ins Haus, oder das Kind wurde der Amme gebracht, die meist mehrere Stunden entfernt wohnte und wo die Kinder mehrere Jahre blieben (vgl. ebd., S. 45). Oftmals waren jedoch die Ammen durch die mangelnde Hygiene von Krankheiten betroffen und dieses wirkte sich auch auf die Muttermilch aus, die die Kinder tranken. Aus diesem Grund kamen die Kinder häufig schlecht ernährt und krank zurück zu ihren leiblichen Eltern (vgl. ebd., S. 95 ff.). Kaum war das Kind zurück bei seinen Eltern, wurden die Jungen in ein Internat und die Mädchen in eine Klosterschule geschickt und somit fand eine erneute Trennung zwischen den Eltern und den Kindern statt (vgl. ebd., S. 103 ff.). Die Jungen sollten im Internat gebildet und die Mädchen erzogen werden (vgl. ebd., S. 207). Für die Mädchen war eine „intellektuelle Bildung“ (ebd., S. 82) verboten, aber sie sollten zu „fromme[n] Ehefrauen und tüchtige[n] Hausfrauen und Hausherrinnen“ (ebd., S. 82) erzogen werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit anhand eines realen Falls und führt in die wissenschaftliche Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Mütter ein.
2 Begrifflichkeiten des sexuellen Missbrauchs: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Inzest und Pädophilie und klärt die rechtliche Grundlage nach deutschem Strafgesetzbuch.
3 Die Rolle der Mutter in der Gesellschaft: Hier wird die historische Entwicklung des Mutterbildes vom 17. bis zum 21. Jahrhundert und dessen Einfluss auf die Gesellschaft dargestellt.
4 Wahrnehmungsbarrieren von sexuellen Kindesmissbrauch durch Mütter: Es werden die Gründe analysiert, warum dieser Missbrauch gesellschaftlich kaum wahrgenommen oder bagatellisiert wird.
5 Typologien: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Täterinnenprofile, wie die Liebhaberin oder die Mittäterin, um ein besseres Verständnis für Motive zu ermöglichen.
6 Der Tatzyklus: Hier wird der theoretische Ablauf einer Straftat beschrieben, von den ersten Gedanken über die Planung bis zur Tat und der anschließenden Verharmlosung.
7 Formen und Strategien des sexuellen Missbrauchs: Dieses Kapitel beschreibt konkret, wie Mütter ihre pflegerische Rolle nutzen, um sexuellen Missbrauch zu verbergen.
8 Erklärungsansätze für sexuell missbrauchendes Verhalten von Müttern: Es werden verschiedene psychologische und soziale Faktoren, wie eigene Missbrauchserfahrungen oder soziale Isolation, als Erklärungsmodelle aufgeführt.
9 Folgen: Hier werden die psychischen, sozialen und identitätsbezogenen Auswirkungen für die betroffenen Kinder detailliert erarbeitet.
10 Interventionsansätze: Das Kapitel stellt verschiedene therapeutische Ansätze und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit mit Täterinnen und Opfern vor.
11 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Dringlichkeit weiterer empirischer Forschung im deutschsprachigen Raum.
Sexueller Kindesmissbrauch, Mütter, Inzest, Täterinnen, Rollenbilder, Gewaltprävention, Identitätsentwicklung, psychische Folgen, therapeutische Intervention, Machtgefälle, Bindungstheorie, kognitive Dissonanz, soziale Isolation, Opferschutz, Missbrauchsprävention.
Die Arbeit befasst sich mit dem Tabuthema des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Mütter, beleuchtet historische Hintergründe und aktuelle Forschungsergebnisse.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Mutter in der Gesellschaft, Wahrnehmungsbarrieren, Täterinnentypologien, den Tatzyklus sowie Interventions- und Präventionsstrategien.
Das Ziel ist es, zur Wahrnehmung der Tatsache beizutragen, dass auch Mütter Kinder sexuell missbrauchen, und Grundlagen für Prävention und Intervention zu schaffen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien aus den USA und Großbritannien, da im europäischen Bereich nur wenige Daten vorliegen.
Der Hauptteil analysiert Typologien, den Tatzyklus, Formen der Tatbegehung unter dem Deckmantel der Pflege sowie psychologische Erklärungsansätze für das Verhalten der Mütter.
Die zentralen Begriffe sind Sexueller Kindesmissbrauch, Mütter, Täterinnen, Rollenbilder, Missbrauchsprävention und psychische Folgen.
Der Begriff wird verwendet, da es sich um sexuellen Kontakt zwischen Verwandten handelt, was eine besondere Form des Missbrauchs innerhalb der familiären Struktur darstellt.
Kognitive Dissonanz dient Täterinnen dazu, ihr Handeln vor sich selbst zu rechtfertigen, zu verharmlosen oder zu beschönigen, um das Idealbild einer "guten Mutter" aufrechtzuerhalten.
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