Magisterarbeit, 2012
129 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Methode
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
1.3. Begriffserklärungen
1.3.1. Der Alldeutsche Verband – Liga Pangermânica – und die „Deutsche Gefahr“
1.3.2. Deutsch - Deutscher
1.3.3. Deutschtum – Deutschbrasilianertum
1.3.4. Kolonie – Kolonisation
1.3.5. Estado Novo
1.3.6. Nationalisierung – Nativismus
1.3.7. Naturalisierung
1.3.8. Pastor und Pfarrer
2. Die Auswanderung aus Europa
2.1. Gründe für die Auswanderung der Deutschen
2.2.Probleme bei der Auswanderung
3. Die Einwanderung der Deutschen in Brasilien
3.1. Gründe und Probleme bei der Einwanderung in Brasilien: gesetzliche und politische Lage
3.2. Einwanderungsdaten
3.3. Die Anfänge der Einwanderung und die Folgen der Kolonisation für die Einwanderer
4. Die Entstehung und Entwicklung Blumenaus
4.1. Dr. Hermann Blumenau und sein Werk in Brasilien
4.2. Die Entwicklung Blumenaus: von der Kolonie zur Stadt
5. Hermann Faulhabers Leben und Werk und die lokale Gesellschaft in Blumenau zu seiner Zeit
5.1. Faulhabers Leben in Deutschland und die Auswanderung nach Brasilien als Kirchenmann
5.2. Faulhaber als Pastor und ein Einblick in die Religionsgeschichte Südbrasiliens
5.3. Faulhaber als Begründer und Redakteur der Zeitung
5.4. Faulhaber als Lehrer, Schulleiter und Autor und das brasilianische Bildungssystem
5.5. Faulhaber: ein Deutscher in Brasilien
5.6. Die Rückkehr nach Deutschland
6. Ausblick bis zur Nationalisierungskampagne und die Folgen des Zweiten Weltkrieges in Brasilien
Diese Arbeit untersucht die Geschichte der deutschen Einwanderung in Brasilien im 19. und 20. Jahrhundert, wobei das Leben des Pastors Hermann Faulhaber als Fallbeispiel dient, um die lokale gesellschaftliche Entwicklung in der Kolonie Blumenau zu analysieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf das Wirken von Kirchen- und Bildungseinrichtungen sowie auf die Integrationsprozesse der Einwanderer.
3.1. Gründe und Probleme bei der Einwanderung in Brasilien: gesetzliche und politische Lage
Als Brasilien im April 1500 von Pedro Alvares Cabral entdeckt wurde, gelangte es unter die administrative Führung Portugals, als Kolonie dieses Reiches. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde diese Abhängigkeit vom Mutterland durch die ständige Präsenz der Königsfamilie im Lande abgelöst.
Fröschle meint, dass der portugiesische Prinzregent D. João 1807 – um genauer zu sein, schiffte er sich am 29. November 1807 in Lissabon ein – vor Napoleon flüchtete. Der portugiesische Hof begab sich nach Rio de Janeiro und machte die Stadt zum neuen Regierungssitz. In der Folge fand eine Europäisierung durch die Anwesenheit tausender Höflinge, Diplomaten, Soldaten und Händler statt. Dagegen meint Dreher, dass Napoleon Portugal erst Oktober 1808 besetzen ließ und dass die Königsfamilie danach flüchtete.
Mit dem Freibrief von Ende Januar 1808 öffnete der König – eigentlich regierte Dom João bis 1818 als Prinzregent, da er erst nach dem Tode der Königin Maria I. von Portugal im Jahre 1818 zum König ausgerufen wurde – die brasilianischen Häfen für den Handel mit befreundeten Nationen. Am 25. November 1808 erließ D. João VI ein Dekret, das Ausländern die Möglichkeit eröffnete, Land in Brasilien zu bekommen. Dadurch sollte Brasilien für die Europäer attraktiv gemacht werden, die nach Amerika auswandern wollten.
1. Einleitung: Definiert das Thema und die Einschränkungen der Arbeit durch den Fokus auf die Person Hermann Faulhaber als Beispiel für die Einwanderungsgeschichte.
2. Die Auswanderung aus Europa: Analysiert die Push-Faktoren, wie soziale Motive und wirtschaftliche Umbrüche, die zur Massenauswanderung aus Deutschland führten.
3. Die Einwanderung der Deutschen in Brasilien: Beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen Brasiliens, die Einwanderungsdaten und die Auswirkungen der Kolonisation auf die Siedler.
4. Die Entstehung und Entwicklung Blumenaus: Beschreibt die Gründung der Kolonie Blumenau, die Rolle von Dr. Hermann Blumenau und die Transformation von einer ländlichen Kolonie zur Stadt.
5. Hermann Faulhabers Leben und Werk und die lokale Gesellschaft in Blumenau zu seiner Zeit: Untersucht das Wirken Faulhabers als Pastor, Lehrer, Zeitungsherausgeber und seine Interaktion mit dem gesellschaftlichen Umfeld.
6. Ausblick bis zur Nationalisierungskampagne und die Folgen des Zweiten Weltkrieges in Brasilien: Analysiert die politischen Spannungen und Krisenzeiten der 1930er und 1940er Jahre sowie die Auswirkungen auf das Deutschtum in Brasilien.
Deutsche Einwanderung, Brasilien, Blumenau, Hermann Faulhaber, Kolonisation, Deutschtum, Assimilation, Kirche, Schule, Südbrasilien, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Nationalismus, Weltkriege, Estado Novo.
Die Arbeit analysiert die Geschichte der deutschen Einwanderung in Brasilien im 19. und 20. Jahrhundert, wobei die soziale und kulturelle Integration anhand der Biografie von Pastor Hermann Faulhaber in der Kolonie Blumenau nachvollzogen wird.
Zentrale Themen sind die Rolle der Kirche und des Bildungswesens bei der Erhaltung der deutschen Kultur, der Einfluss nationaler Politik auf die Siedler und die Akkulturation bzw. Assimilation im brasilianischen Umfeld.
Das Hauptziel ist es, ein Gesamtbild der deutschen Einwanderungsgeschichte zu zeichnen und exemplarisch an Faulhabers Leben aufzuzeigen, wie sich politische, religiöse und kulturelle Faktoren auf das Schicksal der deutschen Einwanderer und ihrer Nachkommen auswirkten.
Die Arbeit nutzt eine biographieanalytische Methode, kombiniert mit einer historischen Auswertung von Primärquellen (Archivdokumente, Briefe, Presseartikel) und einer Analyse der zeitgenössischen Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Auswanderungsgründe, die Bedingungen der Einwanderung in Brasilien, die Entwicklung der Kolonie Blumenau und eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Tätigkeitsbereiche Faulhabers (Pastorat, Lehrtätigkeit, Zeitungsherausgeberschaft).
Wichtige Begriffe sind Deutsche Einwanderung, Blumenau, Hermann Faulhaber, Deutschtum, Assimilation, Kolonisation und der Einfluss politischer Umbrüche wie das Estado Novo auf die Siedlergemeinschaften.
Faulhaber wird als ein aktiver, aber nicht übermäßig bekannter Akteur gewählt, der exemplarisch für die Verflechtungen von Kirche, Schule und Presse im täglichen Leben einer deutschen Kolonie in Brasilien steht.
Die Weltkriege führten zu einer massiven Verschärfung des sozialen und politischen Drucks, einem Verbot der deutschen Sprache in öffentlichen Räumen, Schulen und Kirchen sowie zu weitreichenden Repressionen gegen die deutschstämmige Bevölkerung.
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