Bachelorarbeit, 2014
41 Seiten, Note: 1,6
Einleitung
1. Die Eudaimonia oder das gute Leben
1.1. Eudaimonia bei Aristoteles
1.2. Die Rolle der gerechten Verfassung der Gemeinschaft
1.3. Eudaimonia und politische Stabilität
2. Der Begriff der Gerechtigkeit
2.1. Gerechtigkeit als komplexe Tugend
2.2. Gerechtigkeit als Verteilungsgerechtigkeit
2.3. Der Maßstab der Würdigkeit bei Aristoteles
3. Der Kampf um Anerkennung
3.1. Anerkennung des Menschen durch aktuelle Würdigkeit
3.2. Anerkennung unter Einbezug der Potentialität des Menschen
3.3. Der Kampf um Anerkennung bei Axel Honneth
3.4. Kritik des Aristotelischen Gerechtigkeitskonzeptes nach H. Kelsen
3.5. Der Kampf um Anerkennung als offener Prozess
4. Gerechtigkeit, Freiheit und Eudaimonia
4.1. Das Problem mit der Offenheit der Freiheit und Potentialität
4.2. Intersubjektive, dialogische Anerkennung, Kritischer Diskurs
4.3. Gerechtigkeit und Anerkennung als Geburtshelfer der Eudaimonia
Zusammenfassung und Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von aristotelischer Eudaimonia (Glückseligkeit) und Gerechtigkeit, wobei sie eine kritische Lücke in Aristoteles' Konzept identifiziert: die Vernachlässigung des menschlichen Entwicklungspotentials. Ziel ist es, durch die Integration des Konzepts des „Kampfes um Anerkennung“ (Hegel/Honneth) eine prozessorientierte und gerechtere Perspektive zu entwickeln.
3.2. Anerkennung unter Einbezug der Potentialität des Menschen
Was wäre nun eine Form der Anerkennung, welche dem Menschen gerecht wird? Wenn aus der Feststellung der bloß konkreten Würdigkeit eines Menschen sein Güteranspruch folgt, dann fehlt in dieser Arbeit „Rechnung“ die Anerkennung des Menschen als Menschen, d.h. es fehlt ein Mindestmaß an zu verteilenden Gütern, in Bezug auf eben die viergliedrige verteilende Gerechtigkeit, welches Menschen als ein zur Freiheit und Selbstbestimmung fähiges Wesen zukommen muss, damit sich eben dieses Potential auch entfalten kann. Das heißt, es fehlt die Anerkennung der Potentialität des Menschen.
Eine mögliche Kritik wäre in etwa so zu formulieren: Da der Mensch ein Wesen mit Potential ist und dieses Potential, damit es wirksam werden kann, anerkannt werden muss, muss diese Potentialität auch in den Gerechtigkeitsbegriff bzw. in die Totalität der Gerechtigkeitsbetrachtung einfließen. Denn damit der Mensch seine Anlagen möglichst frei und am Gemeinwohl orientiert entfalten kann, braucht er notwendig eine gewisse Menge an Gütern und Ressourcen. In diese Mengenkalkulation gehört das noch nicht feststellbare zukünftige Können und die zu erwartende Würdigkeit irgendwie mit einbezogen, damit die Potentialität überhaupt unter den realen gesellschaftlichen Bedingungen und in Raum und Zeit zur Umsetzung, also zur Wirklichkeit, kommen kann.
Der „Kampf um Anerkennung“ ist in diesem Sinne dann nichts anderes als der Streit um die Wahrheit des Menschen eines immer unfertigen und werdenden Wesens, welches auf einen Vorschuss von Gütern (und Vertrauen) aus der Gemeinschaft prinzipiell angewiesen ist. Dieser Vorschuss ist gerecht und gleichzeitig problematisch, darauf wird in Kapitel 5 noch näher eingegangen.
1. Die Eudaimonia oder das gute Leben: Einführung in Aristoteles' Verständnis von Glückseligkeit und die fundamentale Bedeutung der politischen Gemeinschaft für das menschliche Gedeihen.
2. Der Begriff der Gerechtigkeit: Untersuchung von Gerechtigkeit als komplexer Tugend und Verteilungsprinzip, wobei der Fokus auf der Rolle der Würdigkeit liegt.
3. Der Kampf um Anerkennung: Kritische Auseinandersetzung mit aristotelischen Prämissen unter Einbeziehung des Anerkennungskonzepts von Axel Honneth und der Kritik von Hans Kelsen.
4. Gerechtigkeit, Freiheit und Eudaimonia: Synthese der vorangegangenen Überlegungen zur Entwicklung eines offeneren, dynamischen Gerechtigkeitsverständnisses, das menschliches Potential integriert.
Zusammenfassung und Schluss: Reflektion über die Ergebnisse der Arbeit und die Notwendigkeit, Gerechtigkeit stets als prozesshaften und dialogischen Kampf zu begreifen.
Eudaimonia, Gerechtigkeit, Aristoteles, Anerkennung, Axel Honneth, Potentialität, Hans Kelsen, soziale Gerechtigkeit, Freiheit, politische Gemeinschaft, Tugendethik, Menschenbild, Intersubjektivität, Diskurs, Lebensglück.
Die Arbeit befasst sich mit dem spannungsreichen Verhältnis zwischen der aristotelischen Vorstellung vom „guten Leben“ (Eudaimonia) und den Anforderungen an eine gerechte soziale Ordnung.
Zentrale Felder sind die Tugendethik des Aristoteles, Theorien des sozialen Kampfes um Anerkennung (Hegel, Honneth) und die kritische Hinterfragung rechtstheoretischer Ansätze (Kelsen).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das starre aristotelische Gerechtigkeitskonzept durch die Integration des „Kampfes um Anerkennung“ dynamisiert werden kann, um der individuellen Potentialität des Menschen gerecht zu werden.
Die Arbeit nutzt einen rekonstruktiven und kritisch-analytischen Ansatz, der klassische philosophische Texte mit modernen sozialphilosophischen Theorien in einen dialogischen Bezug setzt.
Der Hauptteil analysiert zunächst die Grundlagen bei Aristoteles, unterzieht diese einer Kritik durch Hans Kelsen und ergänzt sie durch die Anerkennungstheorie, um daraus ein neues Modell zur Bestimmung gerechter Teilhabe abzuleiten.
Wesentliche Begriffe sind Eudaimonia, Gerechtigkeit, Anerkennung, Potentialität, politische Gemeinschaft und sozialer Frieden.
Er wird als zu statisch und mathematisch-mechanisch kritisiert, da er das sich entwickelnde, werdende Potential des Menschen vernachlässigt und somit zu Ausschlussmechanismen führen kann.
Er dient als Korrektiv, das Gerechtigkeit nicht als fixen Zustand, sondern als fortlaufenden, dialogischen Prozess begreift, in dem die Anerkennung der individuellen Potentialität konstitutiv für soziale Teilhabe ist.
Eudaimonia wird nicht als bloßer Glücksmoment verstanden, sondern als gelingendes, selbstbestimmtes Leben in einer Gemeinschaft, für das die soziale Anerkennung der eigenen Fähigkeiten notwendig ist.
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