Magisterarbeit, 2003
76 Seiten, Note: 1,3
0. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1. Beschreibung von Präpositionen
1.1 Terminologie
1.2 Abgrenzung und konstitutive Eigenschaften der Wortklasse
1.2.1 Funktion von Präpositionen und Abgrenzung der Wortklasse
1.2.2 Flektierbarkeit und Satzgliedfähigkeit
1.2.3 Rektion
1.2.4 Stellung
1.3 Grammatikalisierung
1.3.1 Grammatikalisierung und Sprachwandel
1.3.2 Prinzipien der Grammatikalisierung deutscher Präpositionen
1.3.2.1 Morpho-phonologische Veränderungen
1.3.2.2 Semantische Veränderungen
1.3.2.3 Syntaktische Veränderungen (Stellung und Rektion)
1.4 Orthographische Besonderheiten der Genitivräpositionen
2. Präpositionen mit dem Genitiv
2.1 Präsentation der untersuchten Grammatiken
2.2 Bestandsaufnahme der Präpositionen mit dem Genitiv
2.2.1 Präpositionen mit auschließlicher Genitivrektion
2.2.2 Bestandsaufnahme der Regeln im Zusammenhang mit dem Gebrauch der Genitivpräpositionen
2.2.2.1 Relative Häufigkeit der Rektionsvarianten
2.2.2.2 Flexionsgrammatik
2.2.2.3 Stellungsvariation
2.2.2.4 Stilistik
3. Analyse der Gebrauchsregeln von Genitivpräpositionen
3.1 Grundlegende Betrachtungen Kasusvariation von Präpositionen
3.1.1 Kasuszuordnung durch Prototypisierung
3.1.2.1 Verschmelzungen aus Präposition und Substantiv
3.1.1.2 Bildungen mit grammatikalischen Suffixen
3.2 Analyse der Gebrauchsregeln
3.2.1 Realitive Häufigkeit der Rektionsvarianten
3.2.2 Flexionsgrammatik
3.2.3 Stellungsvariation
3.2.4 Stilistik
4. Korpusanalyse: Orthographie der Präpositionen mit dem Genitiv
5. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht den Gebrauch von Präpositionen, die den Genitiv regieren können, und analysiert deren theoretische Grundlagen sowie aktuelle Gebrauchsregeln im Deutschen. Ziel ist es, die Produktivität der Genitivrektion in diesem Kontext zu erforschen und die orthographischen Besonderheiten im Hinblick auf neue und alte Rechtschreibungsregeln kritisch zu bewerten.
1.3.2.1 Morpho-phonologische Veränderungen
Bei fortschreitender Grammatikalisierung kann man einen Schwund der Lautsubstanz der betroffenen sprachlichen Ausdrücke feststellen. Lindqvist (1994) beschreibt ausführlich den Zusammenhang zwischen der phonetischen Substanz und dem Grad der Präpositionalisierung, wobei idealtypische Präpositionen möglichst kurz sind. Neben der phonetischen Länge/Kürze stellt Lindqvist (1994) für das Deutsche und Schwedische auch lautliche Assimilationserscheinungen infolge von Univerbierung fest:
[n+b>mb] in bezug auf (auch Reanalyse als definites im möglich)
[n+g>ŋg] in Grenzen daneben die progressive Regression: [gn>gŋ>ŋ] wegen
[s+z>s] diesseits
Deutlicher sind solche lautlichen Angleichungen, die in früheren Sprachstufen stattfanden und Eingang in die Schriftsprache gefunden haben. Die morphologische Transparenz ist dann nicht mehr gegeben:
ahd. in bor ‚in die Höhe’ / in bore ‚in der Höhe’ > mhd. enbor(e)/ embor > nhd. empor.
Die phonologische Erosion bewirkt also auch einen Rückgang der morphologischen Transparenz eines solchen Ausdrucks, wie das Beispiel binnen (ahd. be + innan) erkennen lässt. Di Meola (2000, 133) und (2002, 103) spricht in diesen Zusammenhang von morpho phonologischer Differenzierung, die im Rahmen der Grammatikalisierung ein Unterprinzip des funktionalen Prinzips der maximalen Differenzierung darstellt. Zweck der maximalen Differenzierung ist es, Unterschiede zur Ausgangsstruktur zu maximieren, um eine Verwechslung von Inhalts- und Funktionswort auszuschließen.
Aufbau und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, thematisiert den Genitivschwund und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der Grammatikalisierungstheorie.
Beschreibung von Präpositionen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis, indem es die Wortart Präposition, deren konstitutive Eigenschaften sowie das Konzept der Grammatikalisierung diskutiert.
Präpositionen mit dem Genitiv: Hier werden ausgewählte Grammatiken verglichen, um eine systematische Bestandsaufnahme der Genitivpräpositionen und der dazugehörigen Gebrauchsregeln zu erstellen.
Analyse der Gebrauchsregeln von Genitivpräpositionen: Dieses Kapitel vertieft die Analyse, indem es die Mechanismen der Kasuszuordnung und die strukturellen Hintergründe der Genitivrektion untersucht.
Korpusanalyse: Orthographie der Präpositionen mit dem Genitiv: Der empirische Teil dokumentiert den tatsächlichen Gebrauch der Präpositionalschreibung anhand eines Zeitungskorpus und bewertet den Einfluss der Neuregelung.
Genitivpräpositionen, Grammatikalisierung, Kasusrektion, Dativ, Sprachwandel, Prototypisierung, Rechtschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung, Korpusanalyse, Wortart, Morphologie, Syntax, Stilistik.
Die Arbeit befasst sich mit dem Gebrauch von Präpositionen, die den Genitiv regieren können, und analysiert deren theoretische Grundlagen sowie aktuelle orthographische und grammatikalische Verwendungsregeln im Deutschen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Grammatikalisierung von Präpositionen, die Kasusvariation zwischen Genitiv und Dativ sowie die orthographische Handhabung von Präpositionen, insbesondere hinsichtlich der Getrennt- und Zusammenschreibung.
Das Ziel ist es, den Gebrauch und die Grammatikalisierung von Genitivpräpositionen zu untersuchen und zu analysieren, wie normativ orientierte Grammatiken den Gebrauch regeln und wie sich dies in der tatsächlichen Schriftsprache widerspiegelt.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive linguistische Analyse der theoretischen Grundlagen (insbesondere nach Claudio Di Meola) mit einem Vergleich verschiedener Standardgrammatiken sowie einer empirischen Korpusanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Beschreibung von Präpositionen, eine Bestandsaufnahme der Genitivpräpositionen aus verschiedenen Grammatiken sowie eine detaillierte Analyse der Gebrauchsregeln und der orthographischen Umsetzung.
Wichtige Begriffe sind Genitivpräpositionen, Grammatikalisierung, Kasusrektion, Sprachwandel, Prototypisierung sowie Rechtschreibungsnormen.
Die Neuregelung hat die Möglichkeiten der Kleinschreibung eingeschränkt und durch die Tendenz zur Großschreibung von Substantiven den substantivischen Charakter vieler Präpositionen stärker in den Fokus gerückt, was teilweise eine „Degrammatikalisierung“ darstellt.
Die Korpusanalyse dient als empirisches Korrektiv zu den eher normativ geprägten Regeln der Grammatikbücher, um zu zeigen, wie Schreibende in der Praxis tatsächlich mit den fakultativen Schreibvarianten (z. B. Zusammen- vs. Getrenntschreibung) umgehen.
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