Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Leistungssport
2.1 Ernährung im Leistungssport
3. Essstörungen
3.1 Klassische Essstörungen
3.1.1 Anorexia nervosa
3.1.2 Bulimia nervosa
3.1.3 Atypische Formen
3.2 Sportinduzierte Essstörungen
3.2.1 Anorexia athletica
3.2.2 Bulimia exercise
4. Prädisponierende Faktoren
4.1 Sportarten mit hohem Erkrankungsrisiko
4.1.1 Ausdauersportarten
4.1.2 Ästhetische Sportarten
4.1.3 Gewichtsabhängige Sportarten
4.2 Psychosoziale Faktoren
4..2.1 Persönlichkeitsmerkmale
4.2.1 Familiäre Bedingungen
4.2.2 Adoleszenz
4.3 Biologische Faktoren
4.4 Soziokulturelle Faktoren
4.5 Sportspezifische Faktoren
4.5.1 Anforderungen und Belastungen
4.5.2 Rolle des Trainers
5. Fallbeispiel: Eva-Maria Fitze
5.1 Leben und sportliche Karriere
5.2 Interview
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Leistungssport und der Entstehung von Essstörungen. Dabei wird analysiert, inwieweit das Leistungssportmilieu als Auslöser für gestörtes Essverhalten fungieren kann und welche psychosozialen, biologischen sowie sportspezifischen Faktoren diesen Prozess begünstigen oder verstärken.
3.1.1 Anorexia nervosa
„Die Bezeichnung Anorexia bedeutet so viel wie Appetitlosigkeit. Der Zusatz nervosa verweist auf die psychischen Ursachen des Phänomens.“ (Sorge & Schwarze, 2006, S.25). Diese wörtliche Übersetzung ist jedoch keine korrekte Beschreibung der Erkrankung, da den Betroffenen weniger der Appetit oder das Verlangen nach Nahrung fehlt, sondern viel mehr eine Sucht nach Hunger entsteht. Die synonym verwendete Bezeichnung Magersucht erscheint daher passend. „Magersüchtige sind süchtig nach Hunger“ (Hoffmann, 2009, S.3).
Anorektische Menschen haben als zentrales Motiv den Wunsch nach extremer Schlankheit und Selbstbestimmtheit (vgl. Gerlinghoff, 2002, S.12). Im Fokus der Betroffenen steht demzufolge die permanente Beschäftigung mit dem eigenen Körpergewicht und einer schnellen Gewichtsreduktion.
Sie nehmen nur sehr wenig Nahrung zu sich und achten zudem meist äußerst genau auf die Zusammensetzung der Nahrungsmittel, welche sie zuvor häufig in erlaubte und verbotene Lebensmittel einteilen. Somit werden zucker- und fetthaltige Lebensmittel meist komplett gemieden und mit Fortschreiten der Krankheit wird auch die Auswahl und Menge der Nahrungsmittel immer stärker eingeschränkt bzw. reduziert (vgl. Hoffmann, 2009, S.3).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Essstörungen im Leistungssport ein und formuliert das Forschungsinteresse anhand der persönlichen Geschichte der Eiskunstläuferin Eva-Maria Fitze.
2. Leistungssport: Dieses Kapitel grenzt den Leistungssport vom Breitensport ab und erläutert die Bedeutung von zielgerichtetem Training und Leistungsdruck.
2.1 Ernährung im Leistungssport: Hier wird die physiologische Bedeutung einer bedarfsgerechten und hochwertigen Ernährung für Leistungssportler sowie deren Einfluss auf die Regeneration dargestellt.
3. Essstörungen: Es erfolgt eine allgemeine Definition und Einordnung von Essstörungen als psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter.
3.1 Klassische Essstörungen: Dieser Abschnitt beschreibt klinische Erscheinungsformen wie die Anorexia nervosa und Bulimia nervosa sowie deren Diagnosekriterien.
3.1.1 Anorexia nervosa: Detaillierte Darstellung des Krankheitsbildes, das durch Sucht nach Hunger und extreme Gewichtsabnahme gekennzeichnet ist.
3.1.2 Bulimia nervosa: Erläuterung der „Ess-Brech-Sucht“, charakterisiert durch Heißhungerattacken und anschließende Kompensationsmaßnahmen.
3.1.3 Atypische Formen: Zusammenfassung von Essstörungen, die nicht alle klinischen Kriterien erfüllen, wie die Binge-Eating-Störung.
3.2 Sportinduzierte Essstörungen: Abgrenzung von sport-spezifischen Sonderformen, bei denen der Antrieb primär in der Leistungssteigerung liegt.
3.2.1 Anorexia athletica: Beschreibung der „Athleten-Anorexie“ zur bewussten Gewichtsreduktion für sportliche Vorteile.
3.2.2 Bulimia exercise: Erläuterung der Sportbulimie, bei der exzessives Training als Kompensationsmethode genutzt wird.
4. Prädisponierende Faktoren: Analyse der multifaktoriellen Ursachen, die die Entstehung von Essstörungen im Sportkontext begünstigen können.
4.1 Sportarten mit hohem Erkrankungsrisiko: Kategorisierung von Sportdisziplinen, in denen das Körpergewicht eine entscheidende leistungsbestimmende Rolle spielt.
4.1.1 Ausdauersportarten: Untersuchung des Einflusses von Körpermasse auf die Ausdauerleistung und das Risiko für Kaloriendefizite.
4.1.2 Ästhetische Sportarten: Erläuterung, warum Sportarten mit subjektiver Bewertung (z.B. Eiskunstlauf) einen hohen Druck zur Schlankheit ausüben.
4.1.3 Gewichtsabhängige Sportarten: Analyse des „Gewichtmachens“ in Disziplinen mit strikten Gewichtsklassen.
4.2 Psychosoziale Faktoren: Darstellung des Einflusses von Persönlichkeitsstrukturen, dem familiären Umfeld und der Entwicklungsphase der Adoleszenz.
4..2.1 Persönlichkeitsmerkmale: Aufzeigen von Zusammenhängen zwischen Perfektionismus, Zwanghaftigkeit und Essstörungsrisiko.
4.2.1 Familiäre Bedingungen: Untersuchung dysfunktioneller Familienstrukturen und deren Einfluss auf das Essverhalten von Kindern.
4.2.2 Adoleszenz: Beschreibung des erhöhten Risikos während der Pubertät durch Körperbildwandel und soziale Belastung.
4.3 Biologische Faktoren: Kurze Erwähnung genetischer Veranlagungen und der biologischen Folgen chronischen Kalorienmangels.
4.4 Soziokulturelle Faktoren: Erläuterung des Einflusses von Medienbildern und dem gesellschaftlichen Schlankheitsideal.
4.5 Sportspezifische Faktoren: Zusammenfassende Analyse der Belastungen aus dem Leistungssport.
4.5.1 Anforderungen und Belastungen: Diskussion von Doppelbelastung durch Schule und Sport sowie Umgang mit Verletzungen.
4.5.2 Rolle des Trainers: Analyse des Einflusses von Trainern auf das Selbstbild und Essverhalten ihrer Schützlinge.
5. Fallbeispiel: Eva-Maria Fitze: Praxisnahe Aufarbeitung der Bulimie-Erkrankung einer ehemaligen Eiskunstläuferin.
5.1 Leben und sportliche Karriere: Kurzbiografie des sportlichen Werdegangs von Eva-Maria Fitze.
5.2 Interview: Analyse der Ursachen der Erkrankung von Fitze im Kontext der erarbeiteten Faktoren.
6. Fazit: Zusammenfassende Ergebnisse und Empfehlungen für präventive Maßnahmen im Leistungssport.
Leistungssport, Essstörungen, Anorexia athletica, Bulimie, Gewichtsreduktion, Sportpsychologie, Prävention, Trainerrolle, Leistungsdruck, Körperbild, Ernährung, Adoleszenz, Risikosportarten, multifaktorielle Genese, Selbstkontrolle.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik von Essstörungen bei Leistungssportlern und untersucht, welche Faktoren aus dem sportlichen und sozialen Umfeld diese Erkrankungen begünstigen oder auslösen können.
Die Themenfelder umfassen die Differenzierung verschiedener Essstörungen, die Identifikation von Risikosportarten, die Rolle psychosozialer Einflüsse sowie die Bedeutung des Leistungssportmilieus für die psychische Gesundheit.
Das Ziel ist zu untersuchen, ob das Leistungssportmilieu als Auslöser für Essstörungen fungiert und wie das Zusammenspiel von Faktoren wie Leistungsdruck, Trainer-Feedback und Medienbildern dazu führt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der qualitativen Auswertung eines Interviews mit der ehemaligen Eiskunstläuferin Eva-Maria Fitze, um theoretische Faktoren am Fallbeispiel zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Krankheitsbildern, die Analyse von Risikofaktoren (Sportart, Psyche, Biologie, Soziokultur) und die sportspezifischen Faktoren wie die Trainer-Athlet-Beziehung.
Leistungssport, Anorexia athletica, Bulimie, Leistungsdruck, Trainerrolle, Prävention und psychosoziale Faktoren.
Das Fallbeispiel dient als praktische Illustration der „multifaktoriellen Genese“ und zeigt auf, wie abwertende Kommunikation von Trainern und medialer Druck bei einer Athletin ein destruktives Essverhalten auslösen können.
Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da bei sportinduzierten Formen wie der Anorexia athletica die primäre Motivation in der Leistungsoptimierung liegt, während klinische Formen oftmals tiefere psychische Ursachen haben.
Die Autorin empfiehlt eine bessere Ausbildung von Trainern, regelmäßige Überprüfungen des Gesundheitsstatus der Athleten sowie den Einbezug von Ernährungsfachkräften, um ein gesundes Leistungsverständnis zu fördern.
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