Studienarbeit, 2007
65 Seiten
1 Einleitung
2 Zum Begriff „ geistige Behinderung“
3 Was versteht man unter Sexualität?
4 Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.1 Verhinderte Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.2 Sexuelle Aufklärung und die Sexuelle Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.2.1 Sexuelle Aufklärung
4.2.1.1 Wann sollten wir sexuell aufklären?
4.2.1.2 Das Körperbild beeinflussen
4.2.1.3 Positives Körpergefühl
4.3 Die psychosexuelle Entwicklung Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.1 Entwicklung der Sexualität
4.3.2 Die sexuelle Entwicklung bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.3 Sexuelle Entwicklung im Kindesalter
4.3.4 Die Pubertät
4.3.4.1 Pubertät bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.4.2 Identitätskrise
4.3.4.3 Erste Regelblutung und erster Samenerguss
4.3.4.4 Selbstbefriedigung
4.4 Empfängnisverhütung
4.4.1 Hormonale Verhütungsmittel
4.4.2 Chemische Verhütungsmittel
4.4.3 Mechanische Verhütungsmittel
4.4.4 Operative Methode ( Sterilisation)
4.4.4.1 Sterilisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten
5 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die gesellschaftliche Tabuisierung und die mit Vorurteilen behaftete Wahrnehmung der Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten aufzubrechen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten trotz gesellschaftlicher Barrieren und fehlender Unterstützungsangebote ein selbstbestimmtes Sexualleben führen können und welche pädagogischen Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind.
4.2.1.2 Das Körperbild beeinflussen
Sexuelle Aufklärung kann sowohl in der Gruppe als auch individuell geschehen. Sie kann als Erfahrungsaustausch in der Gruppe stattfinden: Laut Bosch besteht hier die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen bei den Teilnehmern wieder zu erkennen, sowie Unterschiede wahrzunehmen, und zu erfahren, dass das alles ganz normal und selbstverständlich ist. Auf der anderen Seite kann individuell Aufklärung stattfinden, wenn man dem eventuellen Druck in der Gruppe nicht gewachsen ist oder wenn die Privatsphäre gewahrt bleiben soll. Viele Menschen mit geistiger Behinderung haben ein geringes Selbstvertrauen aus negativen Erfahrungen. Deswegen spricht man oft von einem negativen Selbstbild, bzw. Körperbild (Vgl. Bosch 2004, S.107). „So manches haben sich diese Menschen anhören müssen. Z.B. dass sie sich nicht an die Anforderungen, die die Umgebung an sie stellt anpassen können“ (Ebd., S.107).
Wir müssen bei der sexuellen Aufklärung beim Selbstbild der Betroffenen anfangen. Denn je positiver dieses Bild dabei ist, desto besser können wir Grenzen setzen und den Wünschen und Bedürfnissen anderer Rechnung tragen. Auf dieser Basis können BetreuerInnen, Lehrkräfte, oder Eltern eine Gruppe von Menschen mit geistiger Behinderung aufklären. Sie können dazu ein Feedback geben und das Ganze gemeinsam evaluieren. Die positiven Erkenntnisse müssen von den BetreuerInnen sowohl verbal als auch nonverbal verstärkt werden (Vgl. Ebd., S.107f).
Manchmal wird bemerkbar, dass Menschen mit geistiger Behinderung in der Schule viele negative Erfahrungen gemacht haben. Durch das einsetzen von Medien im Unterricht entstehen oft Lernsituationen, die für SchülerInnen mit geistiger Behinderung nicht von Vorteil sind. Oft sind solche Mittel mit zu vielen Detailinformationen gespickt, nicht übersichtlich genug oder erfordern ein sehr hohes Abstraktionsvermögen, was zu einer Überforderung führen kann. Aus diesem Grunde sollten solche Hilfsmittel bewusst und gut ausgewählt werden (Vgl. Mühl 2000, S. 136).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönlichen Beweggründe der Autorin, die durch berührende Begegnungen mit Menschen mit Lernschwierigkeiten in ihrer Heimat motiviert wurden, das Thema Sexualität aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen.
2 Zum Begriff „ geistige Behinderung“: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, dass es keine einheitliche Definition für geistige Behinderung gibt, da der Begriff stark von pädagogischen, medizinischen und gesellschaftlichen Konstruktionen geprägt ist, die häufig auf Defizitorientierung beruhen.
3 Was versteht man unter Sexualität?: Hier wird Sexualität als ganzheitliches, lebenslanges Bedürfnis dargestellt, das sich nicht auf Fortpflanzung oder Genitalsexualität reduzieren lässt, sondern einen wesentlichen Teil der Persönlichkeitsentwicklung und zwischenmenschlichen Kommunikation ausmacht.
4 Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten: Das Hauptkapitel diskutiert die vielfältigen Barrieren, Vorurteile und die Diskriminierung, mit denen Menschen mit Lernschwierigkeiten konfrontiert sind, und plädiert für eine realistische, respektvolle Begleitung ihrer sexuellen Entwicklung und Selbstverwirklichung.
5 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten weiterhin ein stark tabuisiertes Thema bleibt und dass die ständige Abhängigkeit von anderen Personen eine selbstbestimmte Lebensführung, insbesondere beim Kinderwunsch, erheblich erschwert.
Sexualität, Menschen mit Lernschwierigkeiten, geistige Behinderung, sexuelle Aufklärung, sexuelle Entwicklung, Selbstbestimmung, Verhütung, Sterilisation, Identitätsentwicklung, Pubertät, Diskriminierung, Selbstbild, Körperbild, sexuelle Gewalt, Inklusion.
Die Arbeit thematisiert die Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten und setzt sich kritisch mit den Vorurteilen und gesellschaftlichen Barrieren auseinander, die ihnen den Zugang zu einer selbstbestimmten Sexualität verwehren.
Die zentralen Felder umfassen die Definition geistiger Behinderung, die Bedeutung von Sexualität, die sexuelle Aufklärung, die psychosexuelle Entwicklung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter sowie Fragen der Verhütung und Sterilisation.
Das Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, für die Bedürfnisse von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu sensibilisieren und einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Sexualität zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen heilpädagogischen und sexualwissenschaftlichen Ansätzen.
Der Hauptteil analysiert die sexuelle Entwicklung, die Rolle der Eltern und Betreuer, Methoden der Aufklärung sowie ethische und rechtliche Aspekte der Empfängnisverhütung und Sterilisation.
Wichtige Begriffe sind Sexualität, Selbstbestimmung, Inklusion, Aufklärung, Diskriminierung und psychosexuelle Entwicklung.
Aufklärung ist der wichtigste Schutz vor sexueller Gewalt und ermöglicht es den Betroffenen, den eigenen Körper zu verstehen, Grenzen zu setzen und ein positives Körperbild zu entwickeln.
Es wird das ethische Problem der unfreiwilligen Sterilisation diskutiert, bei der oft über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden wird, was häufig eine Form der Entmündigung und Diskriminierung darstellt.
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