Magisterarbeit, 1999
123 Seiten
1 Einleitung
2 Nationalismus und Devolution – theoretische Auseinandersetzung
2.1 Der Nationenbegriff - der Versuch einer Nominaldefinition
2.2 Die nationale Identität - Identifikationsprozesse und Mythen
2.3. Nationalismus in der Moderne - Ansätze der „reaktiven Ethnizitätsthese“
2.4 Regionalismus in Europa und ‚Devolution‘
3 Landeskundliche Informationen
3.1 Geographie und Territorium
3.2 Land und Bevölkerung
3.3 Wirtschaft und Politik
3.4 Religion und Recht
3.5 Sprache und Kultur
4 Schlaglichter der schottischen Geschichte
4.1 Frühe Zeugnisse schottischer Eigenstaatlichkeit - die Declaration of Abroath von 1320
4.2 Gesellschaftspolitische Einflüsse der Reformation - die Union of the Crowns 1603
4.3 Sozioökonomische Determinanten eines Assimilierungsprozesses - der Act of Union of the Parliaments 1707
4.4 Konfrontation und Assimilation im 18. Jahrhundert - Entwicklung der 'managed autonomy'
4.5 Das British Empire - Chance, Integration und Forderung
4.6 Zwischenkriegszeit und wirtschaftliche Depression - Gründung der SNP, Zentralisierung und Referendum
4.7 Historischer Überblick von 1945 bis 1999 - Stagnation und Wiederbelebung des schottischen Nationalismus
5 Strategien der Devolution - Akteure und Aspekte
5.1 Strukturelle Unzufriedenheit als Grundlage und Potential für politische Mobilisierung
5.2 Nationale Identität der Schotten
5.3 Britisches Modernisierungsprogramm unter Tony Blair und Labour
5.4 Akteure der schottischen Devolution - Pole und Multiplikatoren
5.4.1 Die Scottish National Party als Vehikel nationalistischer Stimmungen
5.4.2 Die Rolle des Scottish Office nach Devolution
5.4.3 Agendasetting durch die schottische Medienlandschaft
6 Dynamik des Devolutionsprozesses - Konfliktbereiche und Vergleiche
6.1. Die West-Lothian-Frage (Repräsentation)
6.2 Die Barnett-Formel (Budgetierung)
6.3 Parallelen zu anderen Nationalismusbewegungen - Wales
7 Parlamentswahl 1999 - Anpassungsprozesse nach der Devolution
7.1 Wahlkampfstrategien der schottischen Parteien im Mai 1999
7.2 Wahlausgang in Verbindung mit der Wahlrechtsreform
7.3 Koalitionsverhandlungen als Novum - Entwicklungen und Taktiken
8 Schlußbetrachtung
9 Anhang
Die Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen nationalistischen Strömungen und der politischen Umsetzung von Devolution in Schottland. Dabei wird analysiert, wie nationale Identität als integrativer Faktor genutzt wird, um Forderungen nach Teilautonomie innerhalb des britischen Staatsgefüges zu artikulieren und durchzusetzen.
2.1 Der Nationenbegriff - der Versuch einer Nominaldefinition
Die Debatte innerhalb der Nationalismusforschung kreist primär um den historischen Zeitpunkt seiner gesellschaftlichen Vergegenständlichung sowie um die verschiedenen Definitionen des Begriffes ‚Nation‘. Im Rahmen der Fragestellung der Arbeit soll das, was in der Fachliteratur moderner Nationalismus genannt wird, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Dabei ist die Begrifflichkeit von Nation und Nationalismus schwer voneinander zu trennen, da die Transformation einer nationalen Identität in nationalistische Strömungen stark kontextabhängig ist.
Der moderne Nationalismus entwickelte sich nach den gesellschaftlichen Umbrüchen der Französischen Revolution in seiner dominierenden Ausprägung als souveräner Nationalstaat zu einer Art „Strukturprinzip Europas“, und wird mit dem sozioökonomischen Wandel infolge der Industrialisierung, der Verstädterung und der Vernetzung nationaler Ökonomien zueinander in Verbindung gesetzt. Durch die Entwicklung eines politisch zunehmend emanzipierten, ‚modernen‘ Bürgertums nahm er Züge einer sozialen Bewegung an, auch wenn er ursprünglich primär staatsrechtlich und geographisch verstanden wurde: „A nation may be said to consist of its territory, its people, its law“.
1 Einleitung: Einführung in die schottische Identität und die Fragestellung nach der Relevanz von Nationalismus im modernen Großbritannien.
2 Nationalismus und Devolution – theoretische Auseinandersetzung: Diskussion der theoretischen Konzepte von Nation, Nationalismus und sozialer bzw. systemischer Integration.
3 Landeskundliche Informationen: Darstellung der geographischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen Schottlands.
4 Schlaglichter der schottischen Geschichte: Historische Analyse der Beziehung zwischen Schottland und England sowie der Entstehung schottischer Autonomiebestrebungen.
5 Strategien der Devolution - Akteure und Aspekte: Analyse der politischen Akteure und deren Einfluss auf den Devolutionsprozess.
6 Dynamik des Devolutionsprozesses - Konfliktbereiche und Vergleiche: Untersuchung spezifischer Herausforderungen wie Repräsentation und Budgetierung im Verhältnis zu London.
7 Parlamentswahl 1999 - Anpassungsprozesse nach der Devolution: Analyse der Wahlkampfstrategien und der neuen politischen Dynamik nach der Parlamentseröffnung.
8 Schlußbetrachtung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung ethnischer Identität für die politische Stabilität im modernen Schottland.
Schottland, Devolution, Nationalismus, nationale Identität, Scottish National Party, politische Mobilisierung, Großbritannien, Regionalismus, politische Kultur, Integration, Autonomie, historische Mythen, Identifikationsprozesse, Parlamentswahl, Staatsgefüge.
Die Arbeit analysiert den Prozess der politischen Dezentralisierung (Devolution) in Schottland und untersucht, wie nationale Identität und nationalistische Bewegungen diesen Prozess beeinflusst haben.
Die Arbeit behandelt theoretische Nationalismustheorien, die schottische Geschichte, die Rolle von politischen Akteuren wie der SNP und dem Scottish Office sowie aktuelle Herausforderungen wie die West-Lothian-Frage.
Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen dem ordnungspolitischen Devolutionkonzept und den Identitätsmustern innerhalb der schottischen Gesellschaft zu verstehen.
Es wird eine narrativ-analytische Methode angewandt, um institutions- und ordnungspolitische Fragen in ihren historischen und sozioökonomischen Kontext zu stellen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Ansätzen die Geschichte Schottlands, die Strategien der politischen Akteure sowie spezifische Konfliktbereiche wie die Finanzierung (Barnett-Formel) untersucht.
Schottland, Devolution, Nationalismus, Identität, SNP, politische Mobilisierung, Regionalismus und politische Kultur.
Die Formel dient als Verteilungsschlüssel für öffentliche Gelder und ist zentral für die Debatte um die wirtschaftliche Autonomie und die finanziellen Beziehungen zwischen Schottland und der Zentralregierung.
Das Scottish Office fungierte als Regierungsinstrument zwischen London und schottischen Interessen; seine Rolle veränderte sich durch die Kompetenzübergabe an das neue schottische Parlament grundlegend.
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