Fachbuch, 2014
78 Seiten
Vorwort
Vogel mit Zähnen
Der große Vogel des Westens
Hesperornis
Ichthyornis
Baptornis
Parahesperornis
Enaliornis
Canadaga
Teile des Vogelskeletts
Der Autor
Bücher von Ernst Probst
Die vorliegende Arbeit gibt einen detaillierten wissenschaftlichen Überblick über die paläontologische Bedeutung und Entdeckungsgeschichte der Hesperornithiformes, einer Gruppe ausgestorbener, bezahnter Tauchvögel aus der Kreidezeit. Im Fokus steht dabei die Evolution dieser Vögel, ihre Anpassung an ein aquatisches Leben und die historische Rivalität der Entdecker während der sogenannten „Knochenkriege“ in Nordamerika.
Der große Vogel des Westens
In der Kreidezeit vor etwa 110 bis 66 Millionen Jahren lebten in Nordamerika, Asien, Europa und Antarktika flugunfähige Vögel, die teilweise eine beachtliche Größe erreichten. Ihr Brustbein war noch gut entwickelt, ihr Kiel reduziert und ihre Flügel waren zurückgebildet. Diese bis zu 2,20 Meter langen Vögel hatten sich allmählich auf eine tauchende Lebensweise spezialisiert. Offenbar fischten sie in Flachmeeren, die während der Kreidezeit einen großen Teil von Nordamerika bedeckten. Zeitgenossen von ihnen waren Dinosaurier, Flugsaurier und Meeressaurier.
Die flugunfähigen Tauchvögel und andere Vögel aus der Kreidezeit trugen in ihrem Schnabel einfache, spitze Zähne, die sich zum Ergreifen von Fischen und Tintenfischen eigneten. Früher hat man Vögel mit bezahnten Kiefern aus der Kreidezeit als „Kreidezahnvögel“, „Zahnvögel“ (Odontornithen) oder „Fischvögel“ (Ichthyornithen) bezeichnet. Doch diese Begriffe gelten inzwischen als überholt.
Heute ordnet man die kreidezeitlichen Tauchvögel den Ornithurae („Vogel-Schwänze“) zu. Diesen Begriff hat 1866 der deutsche Biologe, Naturforscher, Philosoph und Physiker Ernst Haeckel (1834–1919) geprägt. Zur Gruppe der Ornithurae gehören alle echten Vögel mit kurzer Schwanzform. Sie unterscheidet sich damit vom ungefähr taubengroßen Urvogel Archaeopteryx mit langem Schwanz aus der Oberjurazeit vor rund 150 Millionen Jahren. Haeckel rechnete Archaeopteryx einer anderen Gruppe namens Sauriurae zu. Außerdem zählen die erwähnten Tauchvögel zur Ordnung der Hesperornithiformes, die 1889 erstmals von dem deutschen Anatom und Ornithologen Max Carl Anton Fürbringer (1846–1920) wissenschaftlich beschrieben wurde.
Vorwort: Einführung in die Thematik der bezahnten Tauchvögel und Verortung der Entdeckungen in die Epoche der „Knochenkriege“.
Vogel mit Zähnen: Kurzer Überblick über die Lebensbedingungen der Vögel in der Oberkreidezeit und die Rolle des Autors.
Der große Vogel des Westens: Allgemeine Einleitung zur Gruppe der flugunfähigen, zahntragenden Vögel und deren Einordnung in die Ornithurae.
Hesperornis: Detaillierte Darstellung der Entdeckung, der konkurrierenden Forscher Marsh und Cope sowie anatomische Besonderheiten.
Ichthyornis: Untersuchung eines kleinen, flugfähigen, bezahnten Vogels und dessen Bedeutung für die Evolutionstheorie.
Baptornis: Beschreibung der Gattung „Tauchender Vogel“ und Auswertung paläontologischer Funde.
Parahesperornis: Fokus auf diese kleinere Tauchvogelgattung und die Bestimmung von Typusexemplaren.
Enaliornis: Analyse der ältesten Gattung der Ordnung Hesperornithiformes aus europäischen Fundorten.
Canadaga: Vorstellung der größten bekannten Art dieser Familie und Diskussion zur Verbreitung in hohen Breitengraden.
Teile des Vogelskeletts: Übersichtliche Auflistung und Nomenklatur der Skelettstrukturen.
Der Autor: Biografische Notizen zum Wissenschaftsautor Ernst Probst.
Bücher von Ernst Probst: Ein Verzeichnis der weiteren publizierten Werke des Autors.
Hesperornis, Ichthyornis, Baptornis, Canadaga, Paläontologie, Kreidezeit, Western Interior Seaway, Othniel Charles Marsh, Edward Drinker Cope, Evolutionstheorie, Zahnvögel, Hesperornithiformes, Fossilien, Urvögel, Erdmittelalter
Das Buch behandelt die Biologie, Evolution und Entdeckungsgeschichte der ausgestorbenen, bezahnten Tauchvögel aus der Ordnung der Hesperornithiformes.
Neben der anatomischen Beschreibung der verschiedenen Gattungen wie Hesperornis und Ichthyornis liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der wissenschaftshistorischen Fehde zwischen Othniel Charles Marsh und Edward Drinker Cope.
Das Ziel ist es, dem Leser ein umfassendes Verständnis für diese ungewöhnlichen urzeitlichen Vögel zu vermitteln und die Bedeutung ihrer Entdeckung für die damalige Evolutionsforschung aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine fachjournalistische Aufarbeitung paläontologischer Daten, Fundberichte und historischer Dokumente.
Der Hauptteil gliedert sich in Porträts einzelner Gattungen, ihre Lebensweise im Western Interior Seaway sowie die Verknüpfung der Funde mit der wissenschaftlichen Debatte um Darwins Evolutionstheorie.
Besonders prägend sind Begriffe wie Hesperornis, Zahnvögel, Kreidezeit und Paläontologie.
Marsh war der führende Paläontologe, der durch zahlreiche Expeditionen die bedeutendsten Skelettfunde machte, wissenschaftlich beschrieb und diese als Beleg für die Evolution nutzte.
Weil die Entdeckung von Zähnen bei Vögeln die Lücke zwischen Reptilien und Vögeln schloss und damit die Abstammungslehre stützte.
Gemäß der Bergmannschen Regel wird diskutiert, ob größere Arten in kälteren, nördlichen Breiten aufgrund eines vorteilhafteren Oberfläche-Volumen-Verhältnisses einen geringeren Wärmeverlust hatten.
Während Hesperornis ein großer, flugunfähiger Tauchvogel war, war Ichthyornis ein kleiner, flugfähiger Vogel mit modernem Brustbein, der ökologisch eher heutigen Möwen ähnelte.
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