Magisterarbeit, 2004
123 Seiten, Note: 1,9
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Abgrenzung des Themas
1.3 Vorgehensweise
1.4 Forschungsstand
2. Begriffsklärung und theoretische Ansätze
2.1 IWF und internationale Währungspolitik als Gegenstand der Internationalen Beziehungen
2.1.1 Der IWF als internationale Organisation bzw. multilaterale Wirtschaftsorganisation
2.1.2 Internationale Währungspolitik – Theorie und historischer Abriss
2.1.2.1 Theoretische Grundlagen der Währungspolitik
2.1.2.2 Das internationale Währungssystem aus historischer Perspektive
2.2 Theorien der Internationalen Beziehungen und der Kooperation durch internationale Institutionen
2.2.1 Der Neorealismus
2.2.2. Der Neoinstitutionalismus
3. Die Entwicklung des IWF und internationale Währungspolitik bis 1997/98: Regimezerfall oder Regimewandel?
3.1 Der IWF als Wächter des Bretton-Woods-Systems (BWS)
3.1.1 Bretton Woods – Dollarstandard und der „eingebettete“ ökonomische Liberalismus
3.1.2 Der IWF und die internationale Währungspolitik in den 1950er und 1960er Jahren
3.1.3 Die Entstehung des BWS und der Akteursgrad des IWF aus Sicht des Neorealismus und des Neoinstitutionalismus
3.2 Der Funktionswandel des IWF zum Entwicklungsfinanzierer und Schuldenmanager
3.2.1 Der Kollaps der internationalen Finanzarchitektur in den 1970er Jahren
3.2.2 Der IWF in den 1970er und 1980er Jahren - Zwischen Ölschock und internationaler Schuldenkrise
3.2.3 Regimezerfall oder Regimewandel: Neorealisten vs. Neoinstitutionalisten
3.3 Der IWF als marktwirtschaftlicher Reformsteuerer und Krisenmanager
3.3.1 Das Ende des Ost- / Westkonfliktes und die ökonomische Globalisierung
3.3.2 Der IWF und „Casino Capitalism“
3.3.3 IWF als Teil einer Global Governance?
4. Die Asienkrise 1997/98 als Katalysator – Marktversagen vs. Staatsversagen
4.1 Finanz- und Währungskrisen – ein altes Problem mit neuen Ausmaßen
4.2 Papiertiger? Hintergründe und Verlauf der Asienkrise
4.3 Feuerwehr oder Brandstifter? Zur Rolle des IWF in der Asienkrise
4.4 Aspekte der Reformdebatte um den IWF
5. Fazit: Zur Akteursrolle des IWF in der internationalen Währungspolitik
Die vorliegende Arbeit untersucht die Akteursrolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Zeitraum von seiner Gründung 1944 bis zur Asienkrise 1997/98. Dabei soll analysiert werden, inwiefern der IWF als eigenständiger kollektiver Akteur die Entwicklung internationaler Währungspolitik beeinflusst und wie er mit Kooperationshemmnissen umgeht, wobei ausgewählte Theorien der Internationalen Beziehungen auf ihre Erklärungskraft geprüft werden.
3.1.1 Bretton Woods – Dollarstandard und der „eingebettete“ ökonomische Liberalismus
Bretton Woods in New Hampshire / USA war im Juli 1944 der Tagungsort einer Konferenz über die Neugestaltung der internationalen Währungs- und Finanzbeziehungen. Es entstanden der IWF sowie die Weltbankgruppe. Um die Entstehungsgeschichte des Bretton-Woods-Systems aufzuzeigen, ist es unerlässlich die spezifischen Interessen der maßgeblichen Konstrukteure dieser Weltwirtschaftsordnung, den Vereinigten Staaten und Großbritannien, näher zu beleuchten. So sieht Rainer Tetzlaff die Gründung des BWS als eine Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise von 1929 und den Zweiten Weltkrieg, bei der die Vereinigten Staaten als „nunmehr stärkste Industriemacht der westlichen Welt und einzige größere Gläubigernation die entscheidende Rolle gespielt“ haben. Die Tatsache, dass die USA den größten Anteil an der Entstehung des BWS trugen, bildet zugleich einen Paradigmenwandel in der Geschichte der amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik. Die USA verfolgten bis Mitte der 1930er Jahre eine weitestgehend protektionistische und binnenorientierte Wirtschaftspolitik, ohne dabei den inter-nationalen ökonomischen Problemen viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dies resultierte in wirtschaftlicher Hinsicht aus der Größe des US-Binnenmarktes und den großen Rohstoffvorkommen. Die USA besitzen somit auch noch bis in die heutige Zeit reichende relevante Alleinstellungsmerkmale:
„Die vorgegebenen natürlichen Grundgegebenheiten ermöglichen ökonomische Autarkie und außenpolitische Autonomie, und damit einen weit geringeren Abhängigkeitsgrad von den weltwirtschaftlichen Umweltbeziehungen als die etwa für die Bundesrepublik oder Japan gilt.“
Der wirtschaftspolitische Isolationismus der USA muss dabei differenziert betrachtet werden: Die USA fühlten sich aus ihrer politischen Tradition dem Freihandel verpflichtet, vermieden es aber gleichzeitig „formale und institutionalisierte Regelwerke und Vereinbarungen in der internationalen Politik zu schaffen“.
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand, die zeitliche Abgrenzung, die methodische Vorgehensweise sowie den Forschungsstand.
2. Begriffsklärung und theoretische Ansätze: Erörtert den IWF als internationale Organisation und stellt die theoretischen Debatten zwischen Neorealismus und Neoinstitutionalismus dar.
3. Die Entwicklung des IWF und internationale Währungspolitik bis 1997/98: Regimezerfall oder Regimewandel?: Analysiert historisch die Wandlungsprozesse des IWF von der Gründung bis zum Ende des Gold-Dollar-Standards und darüber hinaus.
4. Die Asienkrise 1997/98 als Katalysator – Marktversagen vs. Staatsversagen: Untersucht anhand der Asienkrise das Agieren des IWF als Krisenmanager und diskutiert die Reformdebatte.
5. Fazit: Zur Akteursrolle des IWF in der internationalen Währungspolitik: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Erklärungskraft der angewandten Theorien.
Internationaler Währungsfonds, IWF, Währungspolitik, Finanzkrisen, Asienkrise, Bretton-Woods-System, Neorealismus, Neoinstitutionalismus, Globalisierung, Weltwirtschaft, Finanzmärkte, Konditionalität, Internationale Organisationen, US-Dollar, Kapitalströme.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung des Internationalen Währungsfonds (IWF) als Akteur der internationalen Währungspolitik im Zeitraum von 1944 bis 1998.
Zentrale Themen sind die theoretische Verortung internationaler Institutionen in der Politikwissenschaft, die historische Entwicklung der Weltwährungsordnung sowie die Analyse der Krisenbewältigung durch den IWF.
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich der Akteurscharakter des IWF über die Zeit verändert hat und inwiefern der IWF bestehende Kooperationshemmnisse im internationalen Währungssystem überwinden kann.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Ergebnisse der Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsgeschichte zusammenführt, ergänzt durch eine historische Analyse und Fallstudien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffs- und Theoriediskussion sowie eine empirische Untersuchung, die den Wandel des IWF vom Regimehüter zum Entwicklungsfinanzierer und schließlich zum Krisenmanager nachzeichnet.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören IWF, internationale Währungspolitik, Finanzkrisen, Asienkrise, Neorealismus, Neoinstitutionalismus und Globalisierung.
Die Arbeit zeigt, dass die Interessen der USA die Struktur und das Agieren des IWF maßgeblich prägten, da die USA eine dominierende Machtposition sowohl bei der Stimmrechtsverteilung als auch bei der wirtschaftlichen Strategie einnahmen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass der IWF als Krisenmanager in Asien zwar zur Stabilisierung beitrug, jedoch unflexibel auf die globalen Marktverwerfungen reagierte und dabei in die Kritik geriet, die Krise durch neoliberale Auflagen eher verschärft zu haben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

