Bachelorarbeit, 2014
65 Seiten, Note: 1
1 Fotojournalismus
1. 1 Fotojournalismus – Definition und Tätigkeiten
1. 2 Das Pressefoto - Funktionen und Besonderheiten
2 Manipulationsmöglichkeiten im Produktionsprozess eines Pressefotos
2. 1 Manipulation
2. 2 Inszenierung von Bildinhalten als Manipulation
2. 3 Die neue Bildwirklichkeit als inszenierende Manipulation
2. 4 Gestaltungsmittel der Bildkomposition als inszenierende Manipulation
3 Ökonomische und kommerzielle Ursachen für eine gestalterisch-inszenierende Bildmanipulation
3. 1 Aufmerksamkeitsökonomie und Verkauf
3. 2 Selektion anhand des Nachrichtenwertes als ökonomisches Handlungsmotiv
3. 2. 1 Der Schlüsselbild-Effekt
3. 3 Kunstkommerzielle Verwendung von Pressebildern - der World Press Photo Award
4 Konstruktion von Wirklichkeit im Fotojournalismus
4. 1 Objektivitätsanspruch und Authentizität im Fotojournalismus
4. 2 Wirklichkeit im Konstruktivismus
4. 2. 1 Medienwirklichkeit - Die ptolemäische und kopernikanische Perspektive
4. 3 Wirklichkeitskonstruktion im Fotojournalismus – das Pressefoto als Ausschnitt der Realität
5 Möglichkeiten zur Reduktion von Wirklichkeitskonstruktion
5. 1 Die Bildunterschrift
5. 2 Visual Literacy
Diese Arbeit untersucht die Mechanismen der bildgestalterischen Inszenierung im Fotojournalismus und deren Einfluss auf die Wirklichkeitskonstruktion. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ökonomische Zwänge und künstlerische Entscheidungen während des Aufnahmeprozesses die Authentizität von Pressebildern beeinflussen und verfälschen können.
3. 3 Kunstkommerzielle Verwendung von Pressebildern - der World Press Photo Award
Pressefotos stellen im Zeitalter von Fernsehen, Internet und Multimedia nicht mehr die ersten und schnellsten Überbringer von Bildinformation dar. „Die journalistische Fotografie muss mit immer mehr aktuellen visuellen Reizen konkurrieren; sie hat damit ähnlich wie die Tageszeitung einen neuen Stellenwert in der Vielfalt der Medien bekommen.“ Die zentrale Stärke, die sich daraus aus dem Vergleich zu anderen heutigen Medien für den Fotojournalismus ableiten lässt, ist seine augenscheinliche Schwäche: die Statik. Diese hält den zentralen Augenblick im stehenden Bild fest und ermöglicht dem Betrachter das Pressebild mehrfach und in Ruhe zu ergründen. Sontag schreibt dazu: „Fotos sind einprägsamer als bewegliche Bilder – weil sie nur einen säuberlichen Abschnitt und nicht das Dahinfließen der Zeit zeigen.“ Pressefotografien entwickeln sich so mit Hilfe von emotionalisierenden Inhalten zu sogenannten Objekten des Nachdenkens. „Der Fotojournalismus wird zur Kunst.“ Fotojournalist Christoph Bangert äußert sich dazu wie folgt: „Es ist anders, als zwei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen und sich hinterher kaum zu erinnern, was man in den Nachrichten gesehen hat. Dies erklärt die zunehmende Entwicklung bzw. Fokussierung des Fotojournalismus auf die Verbindung von visueller Informationsvermittlung und künstlerischem Einzelbild. Hierzu stellt Grittmann fest:
„In Analogie zum künstlerischen Werk sind gerade auch Pressefotografien in den Kreislauf der musealen und kunstkommerziellen Präsentations- und Verwertungskette eingegangen.“
1 Fotojournalismus: Definition des Fotojournalismus und Darstellung der grundlegenden Tätigkeiten sowie Funktionen von Pressefotos.
2 Manipulationsmöglichkeiten im Produktionsprozess eines Pressefotos: Analyse verschiedener Formen der Inszenierung und Gestaltungsmittel, die während der Aufnahme als manipulative Elemente fungieren können.
3 Ökonomische und kommerzielle Ursachen für eine gestalterisch-inszenierende Bildmanipulation: Erörterung der wirtschaftlichen Hintergründe wie Aufmerksamkeitsökonomie und Nachrichtenwert, die Fotojournalisten zu dramatisierten Bildgestaltungen bewegen.
4 Konstruktion von Wirklichkeit im Fotojournalismus: Theoretische Auseinandersetzung mit der Unmöglichkeit objektiver Abbildung und der Rolle des Fotojournalismus als Wirklichkeitskonstrukteur.
5 Möglichkeiten zur Reduktion von Wirklichkeitskonstruktion: Darstellung der Bildunterschrift und der Visual Literacy als Instrumente, um eine kritische Mediennutzung und Transparenz zu fördern.
Fotojournalismus, Pressefotografie, Wirklichkeitskonstruktion, Bildmanipulation, Inszenierung, Bildkomposition, Aufmerksamkeitsökonomie, Nachrichtenwert, Authentizität, Objektivität, Konstruktivismus, Bildunterschrift, Visual Literacy, Medienkompetenz, Bildgestaltung
Die Arbeit analysiert, wie Pressefotos im Entstehungsprozess durch bildgestalterische Mittel inszeniert werden und wie dadurch Wirklichkeit im Fotojournalismus konstruiert wird.
Die zentralen Felder sind die Manipulationsmöglichkeiten bei der Bildaufnahme, die ökonomischen Motive des Fotojournalismus sowie die konstruktivistische Medientheorie.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass authentische Bildberichterstattung kaum möglich ist und warum eine kritische visuelle Medienkompetenz des Rezipienten notwendig ist.
Die Auseinandersetzung erfolgt primär auf Basis einer fundierten Literaturrecherche.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Produktionsmanipulationen, ökonomischen Ursachen, der medientheoretischen Wirklichkeitskonstruktion und Möglichkeiten zur Reduktion dieser Konstruktion.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Fotojournalismus, Wirklichkeitskonstruktion, Inszenierung, Authentizität und Visual Literacy.
Weil Pressebilder im kommerziellen Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Rezipienten stehen, was Fotografen zu einer dramatisierenden Bildgestaltung motiviert.
Sie liefert den notwendigen Kontext, der die Vieldeutigkeit eines Bildes einengt und dadurch eine einheitlichere Informationsgrundlage für den Rezipienten schafft.
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