Bachelorarbeit, 2014
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Fragestellung
2. Der lange Weg zum Ring
2.1 Die Eifel bis 1925
2.2 Planung und Bau
3. Adenau und der Nürburgring
3.1 Die ersten Jahre
3.2 Der Nürburgring ab 1933
4. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Auswirkungen der Errichtung des Nürburgrings auf die strukturschwache Region Adenau im Zeitraum von 1925 bis 1939. Ziel ist es, aufzuzeigen, welche ökonomischen Erwartungen mit dem Großprojekt verbunden waren, inwiefern diese für die lokale Bevölkerung erfüllt wurden und welche Rolle politische Entscheidungsträger sowie der spätere Wandel der Rennstrecke unter nationalsozialistischem Einfluss spielten.
Die „Grüne Hölle“ als Segen?
Die Eifel 1925 – ein über 5.000 Quadratkilometer großes Mittelgebirge, eingegrenzt zwischen den industriellen Ballungsräumen Trier, Aachen und Koblenz. Während Ende des 19. Jahrhunderts die Großstädte rund um sie herum wuchsen und die Industrie sich immer schneller entwickelte, kam es in der Eifel zu Missernten und daraus resultierenden Hungersnöten. Auch der „Eifelfond“, der von Preußen zur Unterstützung seiner ärmsten Region in der Rheinprovinz eingerichtet wurde, konnte die Lage langfristig nicht verbessern. 1888 wurde der Eifelverein gegründet, der die industrielle Rückständigkeit der Region nutzen und „die Eifel als Gegenwelt der Industrie neu“ darstellen wollte.
Denn schnell wurde erkannt, dass die „einzige Möglichkeit, die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung zu verbessern, [...] die Heranziehung eines soliden Fremdenverkehrs“ war, „wie etwa in den Alpenländern“. Schon in der Zeit der Romantik am Ende des 18. Jahrhunderts wurde das „reizende Ahrtal mit seinen schroffen Bergen und stolzen Burgen […] von Dichtern besungen, von Malern dargestellt und von Geschichtsforschern erkundet und verherrlicht.“ Hundert Jahre später war die Eifel bereits von Wanderwegen durchzogen. Das Vorhaben, die Rückständigkeit der Region als Markenzeichen zu etablieren, wurde auch von der aufkommenden Wandervogelbewegung unterstützt, der Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem Jugendliche angehörten.
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der wirtschaftlichen Bedeutung des Nürburgrings für die Region Adenau zwischen 1925 und 1939.
2. Der lange Weg zum Ring: Hier werden die ökonomischen Probleme der Eifel vor 1925 sowie die Planung und der Bau der Rennstrecke als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme detailliert beschrieben.
3. Adenau und der Nürburgring: Dieser Teil analysiert die wirtschaftlichen Folgen der Eröffnung, die Problematik der Infrastruktur und die Instrumentalisierung des Rings durch das NS-Regime.
4. Fazit: Das Kapitel reflektiert die ursprünglichen Hoffnungen der Planer und zieht eine Bilanz über den tatsächlichen ökonomischen Nutzen für die Anwohner.
Nürburgring, Adenau, Eifel, Wirtschaftsgeschichte, Strukturwandel, Fremdenverkehr, Arbeitslosenfürsorge, Motorsport, NS-Propaganda, Silberpfeil-Ära, Infrastruktur, Landrat Dr. Otto Creutz, Weimarer Republik, Drittes Reich, Regionalentwicklung.
Die Arbeit analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen des Baus und Betriebs des Nürburgrings auf die strukturschwache Region Adenau in der Eifel in den Jahren 1925 bis 1939.
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Nürburgring seine Rolle als „Segen“ für die wirtschaftlich notleidende Bevölkerung erfüllte und wer tatsächlich von dem Großprojekt profitierte.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Archivmaterial, Verwaltungsberichten der Region, zeitgenössischen Presseberichten sowie historischer Fachliteratur.
Themen sind die schwierige Ausgangslage der Eifel, die Planungs- und Baugeschichte, die finanzielle Belastung für den Kreis Adenau sowie die politische Vereinnahmung des Rennsports in der NS-Zeit.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Bauphase als Notstandsarbeit, die Probleme der unausgeglichenen Auslastung der Strecke sowie die propagandistische Instrumentalisierung in den 1930er Jahren.
Die zentralen Schlagworte sind Nürburgring, Eifel, wirtschaftliche Entwicklung, Fremdenverkehr, Strukturwandel und NS-Propaganda.
Der Kreis litt unter geographischer Isolation, schlechter Infrastruktur, fehlender Industrie und der kleinbäuerlichen Wirtschaftsstruktur mit dem sogenannten Teilerbrecht.
In der NS-Zeit wurde der Ring durch massive staatliche Subventionen finanziell gesichert und als Instrument für Propaganda und Prestige („Stellvertreterkrieg“) genutzt.
Der Landrat Dr. Otto Creutz trieb das Projekt maßgeblich voran, um die wirtschaftliche Lage seines Kreises zu verbessern; er sah den Ring als Chance, die Armut in der Region zu lindern.
Nein, der erhoffte florierende Tourismus blieb aus; der Ring brachte zwar punktuelle Verdienstmöglichkeiten an Renntagen, aber keine nachhaltige wirtschaftliche Stabilität oder feste Arbeitsplätze für die breite Masse.
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