Masterarbeit, 2013
140 Seiten, Note: 1
2. Einleitung
3. Eine kurze Geschichte der sowjetischen Besserungsarbeitslager
4. Das sowjetische Arbeitsbesserungsrecht am Anfang der zwanziger Jahren
4.1. Die sowjetische Strafpolitik der dreißiger Jahre im Wandel
4.2. Eine sowjetische Wirklichkeit
5. Die Geschichte der Solovecki-Inseln bis zur Gründung der nördlichen Sonderlager
5.1. Nach der Gründung der Sonderlager
6. Die Lagerpresse
7. Das Theater auf den Solovecki-Inseln: Die Erste Abteilung
7.1. Die kleinen Theatergruppen
7.1.1. Das Theaterkollektiv „ХЛАМ“
7.1.2. Das Theaterkollektiv „Свои“
7.2. Das Ende des Theaters auf den Solovecki-Inseln in den zwanziger Jahren
7.3. Die dreißiger Jahre auf den Solovecki-Inseln
8. Das Theater in Kem'.
8.1. Touren zu den Neben-Lagerpunkten und Baustellen von Kem'
8.2. Weitere Wanderungen
8.3. Die Zerstörung des Theaters in Lodejnoe Pole
9. Lagerschauspieler in der Zeit des Großen Terrors
9.1. Theater im Uchtpečlag
9.2. Das Theater in Vorkuta
10. Das Theater beim Bau des Weißmeer-Ostsee-Kanals
10.1. Das Zentrale Theater des Weißmeer-Ostsee-Kanals und andere Theater
10.2. Die Agitationsbrigaden
11. Conclusio
12. Ausblick
13. Literatur
13.1. Offline
13.1.1. Primärliteratur
13.1.1.1. Zeitungen
13.1.1.2. Zeitschriften
13.1.2. Sekundärliteratur
13.1.2.1. Zeitschriften
13.2. Online
13.2.1. Primärliteratur
13.2.2. Sekundärliteratur
13.3. Audioaufnahmen
Die Diplomarbeit untersucht das Wesen des Theaters in sowjetischen Arbeitsbesserungslagern (GULAG) in den 1920er und 1930er Jahren mit dem Ziel, die Motivation hinter der Organisation dieser Aufführungen sowie deren tatsächliche Relevanz und ideologische Funktion für Häftlinge und Lagerverwaltung zu ergründen.
Das Theater auf den Solovecki-Inseln: Die Erste Abteilung
Den Eindruck des abgebrannten Klosters vergassen die Tschekisten und Häftlinge nicht so schnell, die am 3. Juni 1923 auf dem Schiff „Ямал“ auf die Solovecki-Inseln angekommen waren. Der Komplex hatte Bedachung und Tore eingebüßt, die weißen Wände waren mit Ruß bedeckt, weder die Turmuhr noch die Glocken waren intakt. Die Brandstätte war dem launischen Wetter der Insel ausgesetzt, und niemand hatte sich darum gekümmert.
Das wirkliche Ausmaß der Zerstörung wurde nur langsam sichtbar. Das Überleben hing davon ab, dass der Wiederaufbau bis zum Einbruch des Winters erfolgreich vonstatten ging. Am Wichtigsten war die Reparatur des Elektrizitätswerks, weil die neu angekommenen Gefangenen immer mehr wurden und die Energieversorgung lebenswichtig war. Damit war auch der Weg des späteren Lebensablaufs im Lager eingeschlagen: Arbeit und Schlaf.
Das Theater wurde in großer Geschwindigkeit aufgebaut. Am 23. September 1923 wurde laut Širjaev das erste Theaterstück „Сокровище“ von Ivan Mjasnickij gezeigt. Er erinnert sich an die erstklassige Aufführung der leichten Komödie des Provinzakteurs Sergej Ivan Andreevič Armanov. Dieser großer Mann liebte die Kunst und konnte durch seine Leidenschaft die ganze Bühne einnehmen.
Eine kurze Geschichte der sowjetischen Besserungsarbeitslager: Beschreibt die Entstehung des sowjetischen Lagersystems von den Anfängen nach der Oktoberrevolution bis hin zur Etablierung als wirtschaftlicher Faktor unter Stalin.
Das sowjetische Arbeitsbesserungsrecht am Anfang der zwanziger Jahren: Erläutert die theoretischen Grundlagen des sowjetischen Strafvollzugs, der den Fokus von der bloßen Bestrafung auf eine ideologisch begründete Umerziehung verlagerte.
Die Geschichte der Solovecki-Inseln bis zur Gründung der nördlichen Sonderlager: Analysiert die Entwicklung der Solovecki-Inseln vom religiösen Kloster zur ersten dauerhaften Einrichtung des sowjetischen Lagersystems.
Die Lagerpresse: Untersucht die Bedeutung lagerinterner Zeitungen und Journalen als kulturelles Medium und ihre personelle Verflechtung mit den Theatergruppen.
Das Theater auf den Solovecki-Inseln: Die Erste Abteilung: Dokumentiert den schnellen Aufbau und das erste künstlerische Programm des Lagertheaters unter schwierigen Bedingungen.
Das Theater in Kem': Beschreibt die Herausforderungen des Theaters nach der Verlegung auf das Festland und den steigenden Druck durch industrielle Anforderungen.
Lagerschauspieler in der Zeit des Großen Terrors: Beleuchtet die Zäsur im künstlerischen Leben durch die Säuberungswellen der 1930er Jahre und den Verlust der intellektuellen Elite.
Das Theater beim Bau des Weißmeer-Ostsee-Kanals: Analysiert die propagandistische Instrumentalisierung des Theaters während der prestigeträchtigen Kanalbauprojekte.
Conclusio: Fasst zusammen, dass das Theater trotz der propagandistischen Instrumentalisierung primär der psychologischen Ablenkung sowohl für die Häftlinge als auch für die Lagerverwaltung diente.
Ausblick: Reflektiert über den aktuellen Forschungsstand und weist auf Defizite in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle von Frauen in den Lagertheatern hin.
GULAG, Solovecki-Inseln, Sowjetunion, Lagerverwaltung, Umerziehung, Zwangsarbeit, Lagertheater, Lagerpresse, Weißmeer-Ostsee-Kanal, Großer Terror, Politische Gefangene, Kriminelle, Umschmiedung, Kultur, Strafvollzug
Die Arbeit analysiert die Funktion, Entstehung und Entwicklung des Theaters in sowjetischen Arbeitsbesserungslagern, insbesondere auf den Solovecki-Inseln, während der 1920er und 1930er Jahre.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Gulags, die Rolle der Kultur als Mittel der Umerziehung und Überlebensstrategie der Häftlinge sowie die Instrumentalisierung von Kunst durch die Lagerverwaltung.
Das primäre Ziel ist es, zu erörtern, ob die Theateraufführungen tatsächlich der ideologischen Umerziehung dienten oder ob die Lagerverwaltung primär eigene Interessen verfolgte und welche Bedeutung dies für die inhaftierten Schauspieler hatte.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung von lagerinternen Zeitungen, Zeitschriften sowie Erinnerungsliteratur von Häftlingen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fallbeispiele, darunter das Theater der ersten Abteilung auf den Solovecki-Inseln, das Theater in Kem' und das Theater beim Bau des Weißmeer-Ostsee-Kanals.
GULAG, Solovecki-Inseln, Umerziehung, Zwangsarbeit, Lagertheater, Lagerpresse, Weißmeer-Ostsee-Kanal und Großer Terror.
Es diente als propagandistisches Aushängeschild nach außen, um eine „Humanisierung“ des Strafvollzugs vorzutäuschen, und bot der Lagerverwaltung gleichzeitig Unterhaltung im tristen Lageralltag.
Die Teilnahme am Theater befreite die Häftlinge oft von der harten körperlichen Arbeit, bot einen Schutzraum für geistigen Austausch und ermöglichte eine psychologische Flucht aus der unmenschlichen Lagerwirklichkeit.
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