Diplomarbeit, 2014
82 Seiten, Note: 2,7
PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG 1
1. REGIONAL- UND INNOVATIONSPOLITIK 3
1.1. Regionalpolitik – Gegenstand und Bedeutung 3
1.2. Innovationspolitik – Gegenstand und Bedeutung 4
1.2.1. Begründung staatlicher Intervention 6
1.2.1.1. Positive F&E-Externalitäten 6
1.2.1.2. Risikoscheue Unternehmer 8
1.2.1.3. Kapitalmarktversagen 11
1.2.1.4. Parallelforschung 12
1.2.1.5. Patentrennen 13
1.2.1.6. Netzwerkexternalitäten 14
1.2.1.7. Schlussbemerkung 16
1.2.2. Instrumente der Innovationspolitik 16
2. INNOVATIONSPOLITIK DER EU 17
2.1. Lissabon-Agenda 17
2.2. Europäische Union in Zahlen und Fakten 20
2.2.1. Forschungsausgaben der EU 20
2.2.2. Forschungsintensive Unternehmen in der EU 22
2.3. „Horizont 2020“ – das neue Rahmenprogramm 24
2.3.1. 7. Forschungsrahmenprogramm – Rückblick 24
2.3.2. Ziele des Rahmenprogramms „Horizont2020“ 25
2.3.3. Schwerpunkte von „Horizont 2020“ 25
3. SMART SPECIALISATION 28
3.1. Das Konzept „Smart Specialisation 28
3.2. RIS3 und die S3-Plattform 31
3.3. Begründung und Notwendigkeit einer Spezialisierung 33
3.4. Chancen und Risiken von Smart Specialisation 35
3.5. Praxisbeispiel Berlin-Brandenburg – InnoBB 36
4. SMART SPECIALISATION ALS BLAUPAUSE FÜR DAS RUHRGBIET? 43
4.1. Historische Entwicklung der Wirtschaft des Ruhrgebiets 43
4.2. Das Ruhrgebiet – aktuelle Situation 45
4.2.1. Universitäten im Ruhrgebiet 45
4.2.2. Wirtschaftliche Situation 49
4.2.3. Wissenschaftslandschaft 52
4.3. Schwächen des Ruhrgebiets 54
4.4. Stärken des Ruhrgebiets 58
4.5. Smart Specialisation – Blaupause für die Entwicklung des Ruhrgebiets? 61
5. FAZIT 63
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Konzept der "Smart Specialisation" als strategische Blaupause für die wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebiets dienen kann. Dabei wird analysiert, inwieweit die regionalen Gegebenheiten, Herausforderungen und Potenziale des Ruhrgebiets mit den Anforderungen des EU-Konzepts vereinbar sind.
1.2.1.2. Risikoscheue Unternehmer
Nicht selten wird Marktversagen damit begründet, dass im Forschungs- und Entwicklungssektor Unternehmen eine risikoscheue Neigung vorweisen. Die Ergebnisse von Forschung sind ungewiss, zudem ist auch die ökonomische Umsetzbarkeit risikobehaftet. Klodt (1994, S. 14) setzt dem aber entgegen, dass ein höheres Risiko aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtungsweise nicht relevant ist, da sich bei einer großen Anzahl von Forschungsprojekten in einer Volkswirtschaft Erfolge und Misserfolge aufheben. Somit müssten zur Optimierung der gesamtwirtschaftlichen Forschungsaufwendungen so viele knappe Ressourcen in die Forschung gelenkt werden, dass der Erwartungswert der Rendite aus Forschung identisch ist mit der Rendite weniger riskanter Investitionen. Unternehmen sind also nicht zwangsweise risikoavers. Im Gegenzug dazu werden einzelne private Akteure durch eine individuelle Nutzenfunktion erklärt. Die anknüpfende Grafik soll eine Nutzenfunktion eines risikoscheuen Akteurs zeigen:
Mithilfe eines einfachen Beispiels soll das Verhalten eines Wirtschaftssubjektes mit so einer konkaven Nutzenfunktion erläutert werden. Angenommen, dieses Wirtschaftssubjekt hat die Wahl zwischen zwei Investitionsvorhaben. Das erste Vorhaben verspricht ein Einkommen von (0,5 x + 0,5 y). Das zweite Vorhaben verspricht aber entweder ein Einkommen von x oder ein Einkommen von y. Wegen der gleichen Wahrscheinlichkeiten von x und y ist der Erwartungswert beider Vorhaben identisch. Infolge seiner Risikoscheu wird das Wirtschaftssubjekt das erste und sichere Vorhaben mit dem Nutzen us bevorzugen. Vorhaben 2, dem der Nutzen ur beigemessen wird, wird somit vernachlässigt.
1. Regional- und Innovationspolitik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Regional- und Innovationspolitik und analysiert Gründe für staatliche Interventionen, wie etwa Marktversagen bei Forschung und Entwicklung.
2. Innovationspolitik der EU: Der Abschnitt bietet einen historischen Überblick über die Innovationsstrategien der EU, angefangen bei der Lissabon-Agenda bis hin zum aktuellen Rahmenprogramm "Horizont 2020".
3. Smart Specialisation: Hier wird das Konzept der "Smart Specialisation" als zentrales Standortkonzept der EU vorgestellt, inklusive der strategischen Umsetzung durch RIS3 und die Rolle der S3-Plattform.
4. Smart Specialisation als Blaupause für das Ruhrgebiet?: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Arbeit; es analysiert die historische Entwicklung, die aktuelle Wirtschafts- und Wissenschaftslage des Ruhrgebiets sowie spezifische Stärken und Schwächen im Hinblick auf das Konzept.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der das Fazit gezogen wird, dass das Konzept trotz seiner prinzipiellen Bedeutung nur bedingt als optimale Strategie für das Ruhrgebiet gelten kann.
Smart Specialisation, Ruhrgebiet, Innovationspolitik, Strukturwandel, Wissensregion, Regionalpolitik, Forschung und Entwicklung, RIS3, EU-Förderung, Industrielle Entwicklung, Clusterbildung, Innovationskraft, Technologiepolitik, Wirtschaftsstandort, Marktversagen
Die Arbeit analysiert, ob das neue Strategiekonzept der EU, "Smart Specialisation", als Vorlage für die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Ruhrgebiets dienen kann.
Die Themen umfassen die theoretische Begründung staatlicher Innovationspolitik, die Entwicklung der EU-Forschungsstrategien und eine detaillierte Standortanalyse des Ruhrgebiets.
Ziel ist es zu erarbeiten, inwiefern die Bedingungen für "Smart Specialisation" im Ruhrgebiet erfüllt sind und welche Chancen oder Risiken diese Spezialisierungsstrategie für die Region bietet.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Konzepte zur Innovationsförderung sowie auf eine empirische Bestandsaufnahme der sozioökonomischen Daten des Ruhrgebiets im Vergleich zu EU-Vorgaben.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Marktversagens und der EU-Politik erörtert, gefolgt von einer Vorstellung des Smart-Specialisation-Konzepts und einer umfangreichen Analyse der aktuellen Stärken und Schwächen des Ruhrgebiets.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Smart Specialisation, Ruhrgebiet, Innovationspolitik, Strukturwandel, Wissensregion und Clusterbildung.
Die Hochschulen werden als essenzielle Innovationszentren hervorgehoben, deren Vernetzung – etwa in der Universitätsallianz Ruhr – als eine der zentralen Stärken der Region für den angestrebten Strukturwandel angesehen wird.
Die Autorin argumentiert, dass das Ruhrgebiet historisch durch montane Industrien geprägt ist und der Wandel zur Wissensregion noch in den Anfängen steckt, wobei insbesondere das ausgeprägte Konkurrenzdenken zwischen den Städten eine einheitliche, regionsweite Strategie erschwert.
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