Masterarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Lebenszufriedenheit
2.2 Differenzeinkommen
2.3 Neurotizismus
3 Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.1.1 Easterlin Paradox
3.1.2 Lohngerechtigkeit
3.1.3 Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit
3.2 Forschungsstand
3.2.1 Differenzeinkommen und Lebenszufriedenheit
3.2.2 Neurotizismus
3.3 Hypothesen
4 Methoden
4.1 Konstruktoperationalisierung
4.1.1 Lebenszufriedenheit
4.1.2 Differenzeinkommen
4.1.3 Neurotizismus
4.1.4 Geschlecht, Familienstand, Bildung und Alter
4.2 Verwendete statistische Verfahren
4.3 Stichprobengewinnung und Datenerhebung
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse H1
5.2 Ergebnisse H2
5.3 Ergebnisse H3
5.4 Ergebnisse H4
6 Diskussion
6.1 Hypothese 1
6.2 Hypothese 2
6.3 Hypothese 3
6.4 Hypothese 4
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem sogenannten Differenzeinkommen – der Differenz zwischen tatsächlichem Nettoeinkommen und der persönlichen Erwartung an einen gerechten Lohn – und der individuellen Lebenszufriedenheit. Dabei wird analysiert, inwieweit intraindividuelle Vergleichsprozesse und die Persönlichkeitsdimension Neurotizismus die Zufriedenheit beeinflussen.
3.1.1 Easterlin Paradox
Wie bereits in der Einleitung aufgeführt, erfuhr die Glücksforschung in der Ökonomie bereits seit den 1970er Jahren eine wachsende Bedeutung (van Suntum, 2010). Ursächlich dafür waren die Erkenntnisse von Easterlin (1974, 1995, 2001), welche auch seitdem als „Easterlin Paradox“ in der wissenschaftlichen Literatur bekannt sind und folgendes beinhalten:
(1) Zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Zufriedenheit der Menschen in einem Land tendenziell höher, je mehr Einkommen sie erzielen.
(2) Die durchschnittliche Zufriedenheit der Menschen in einem Land nimmt jedoch nicht mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen zu, wenn man dies über einen längeren Zeitraum betrachtet.
(3) Es gibt nur einen geringen Unterschied in der durchschnittlichen Zufriedenheit von Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen.
Einen ersten Hinweis zur Erklärung dieses Paradoxons gibt Duesenberry 1949 mit der Formulierung der relativen Einkommenshypothese. Demnach ist für den Konsum von Individuen nicht das absolute Einkommen entscheidend, sondern die Relation zwischen dem Einkommen der laufenden Periode und dem höchsten Einkommen der Vergangenheit (Cezanne, 2005).
Aufbauend auf dieser Erkenntnis unterstreicht Easterlin (1995, S. 36) die Bedeutung des relativen Einkommens und gibt somit eine Erklärung für seine Erkenntnisse: „[...] subjective well-being, varies directly with one`s own income and inversely with the income of others“.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des subjektiven Wohlbefindens und Definition des Fokus auf den Zusammenhang zwischen Differenzeinkommen und Lebenszufriedenheit.
2 Begriffsdefinitionen: Theoretische Abgrenzung der zentralen Konzepte Lebenszufriedenheit, Differenzeinkommen und Neurotizismus.
3 Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen: Darstellung der ökonomischen Theorien zum Einkommensvergleich, der Persönlichkeitspsychologie und Ableitung der vier forschungsleitenden Hypothesen.
4 Methoden: Beschreibung der Operationalisierung der Variablen, der eingesetzten Messinstrumente (SWLS, BFI-10) sowie der Durchführung der Onlinebefragung.
5 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Datenanalysen und Auswertung der Hypothesentests basierend auf der Stichprobe von 134 Teilnehmern.
6 Diskussion: Interpretation der Untersuchungsergebnisse im Kontext bestehender Literatur sowie kritische Reflexion der Stichprobenbeschaffenheit und Ausblick auf zukünftige Forschung.
Lebenszufriedenheit, Differenzeinkommen, Lohngerechtigkeit, Neurotizismus, Easterlin-Paradox, Glücksforschung, Einkommenserwartung, Nettoeinkommen, Persönlichkeitspsychologie, soziale Vergleichsprozesse, Big-Five-Modell, quantitative Onlinebefragung, Gender-Wage-Gap.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der subjektiv empfundenen Lohngerechtigkeit, definiert als Differenzeinkommen, und der allgemeinen Lebenszufriedenheit von Individuen.
Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Glücksforschung, dem Konzept des relativen Einkommensvergleichs sowie der Rolle von Persönlichkeitseigenschaften, insbesondere des Neurotizismus.
Das Ziel ist zu klären, ob ein geringeres Differenzeinkommen zu einer höheren Lebenszufriedenheit führt und ob dieser Effekt durch geschlechterspezifische Faktoren oder die Persönlichkeitsstruktur moderiert wird.
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer Onlinebefragung unter Verwendung standardisierter psychologischer Skalen wie der SWLS und des BFI-10.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Operationalisierung der Variablen und eine detaillierte statistische Auswertung der vier aufgestellten Hypothesen.
Zentrale Begriffe sind Lebenszufriedenheit, Differenzeinkommen, Lohngerechtigkeit und Neurotizismus.
Das Differenzeinkommen spiegelt den intraindividuellen Vergleich zwischen dem tatsächlichen Einkommen und der eigenen Einkommenserwartung wider, was eine präzisere Messung subjektiver Lohngerechtigkeit ermöglicht als reine absolute Einkommenswerte.
Neurotizismus wird als Persönlichkeitsdimension untersucht, um zu prüfen, ob Individuen mit höherer emotionaler Labilität stärker auf Diskrepanzen zwischen Einkommen und Anspruch reagieren.
Die Studie konnte bestätigen, dass bei neurotischen Männern ein stärkerer Zusammenhang zwischen Differenzeinkommen und Lebenszufriedenheit besteht als bei neurotischen Frauen.
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