Examensarbeit, 2010
68 Seiten, Note: 1,0
1. Kapitel: Jean-Jacques Rousseau und sein Émile vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses von Natur und Kultur
1.1 Die Gefahr der Wissenschaften und Künste
1.2 Der natürliche Mensch im Naturzustand
1.3 Die Bedeutungsebenen der Natur bei Rousseau
2. Kapitel: Die Grundzüge einer natürlichen Erziehung
2.1 Die negative Erziehung
2.2 Der Entwicklungsgedanke in der natürlichen Erziehung
2.3 Das Gleichgewicht von Wollen und Können
3. Kapitel: Die Erziehung gemäß der Natur: Die Kindheit des Émile (Buch 1 bis 3)
3.1. Die Erziehung beginnt mit der Geburt: Säuglings- und Kleinkindalter des Émile (Buch 1)
3.2 Der junge Wilde: Kindheitsalter des Émile (Buch 2)
3.2.1 Die Kindheit den Kindern belassen
3.2.2 Der Schlaf der intellektuellen Vernunft und Moral
3.2.3 Die Entwicklung von Köperkraft und Seele
3.2.4 Émile, der junge Wilde
3.3 Der junge Homo Faber: Die Knabenzeit des Émile (Buch 3)
3.3.1 Das friedliche Verstandesalter und die natürliche Neugier
3.3.2 Lernen in der natürlichen Erziehung
3.3.3 Émile als Robinson Crusoe
4. Kapitel: Émile und sein Weg in die Kultur und Gesellschaft
4.1 Die Arbeit als menschliche Pflicht
4.2 Das Studium der menschlichen Beziehungen und die Gefühlsbildung
4.3 Émile in Paris: Der natürliche Mensch in der Kultur und Gesellschaft
Die Arbeit untersucht das pädagogische Programm von Jean-Jacques Rousseaus "Émile" vor dem Hintergrund der Antinomie zwischen Natur und Kultur. Ziel ist es zu analysieren, wie Rousseau durch eine natürliche Erziehung die Entartung des Menschen verhindern und einen Weg aufzeigen will, an dessen Ende der natürliche Mensch in der Gesellschaft stehen kann, ohne dabei in Kulturfeindlichkeit zu verfallen.
Die Gefahr der Wissenschaften und Künste
Die Umstände, welche zur Abfassung von Rousseaus erstem Discours, der Abhandlung über die Wissenschaften und Künsten von 1750, führten, werden von Rousseau auf eindringliche und bildhafte Art und Weise in seinem Werk Bekenntnisse (1782) beschrieben. Er sei an einem Oktobertag des Jahres 1749 auf dem Weg nach Vincennes gewesen, wo er seinen inhaftierten Freund Diderot besuchen wollte, als ihn die Ankündigung im Mercure de France über ein Preisausschreiben der Akademie von Dijon wie ein Blitz getroffen habe. Der Titel dieses Wettbewerbs, „Hat die Wiederherstellung der Wissenschaften und Künste zur Läuterung der Sitten beigetragen?“, habe bei ihm zugleich eine Vision ausgelöst. Durch die unkontrolliert einströmenden Gedanken ermüdet, musste er erst einmal unter einem Baum eine Rast einlegen, dort begann er jedoch sogleich seine überflutenden Ideen niederzuschreiben. Rousseau beantwortete die gestellte Frage, wohl entgegen den Erwartungen der Akademie, negativ und gewann damit bekanntermaßen das Ausschreiben.
Die Hauptaussage seines ersten Discours besteht sehr konzentriert darin, dass der Mensch gut und glücklich gewesen sei, solange er naturgemäß lebte, der kulturelle Fortschritt aber habe ihn moralisch verdorben und unglücklich gemacht. Die Zivilisation ist demnach als Fluch der Menschheit anzusehen, insoweit als die fortschreitenden Künste und Wissenschaften von einem gleichzeitigen Verfall der Sitten begleitet wurden. Somit bezog Rousseau eine klare Gegenposition zur damaligen Aufklärung, indem er die Wissenschaften und Künste nicht wie im Aufklärungsdenken üblich als Befreiung des Menschen darstellte, sondern sie als Ursache für den sittlichen Verfall und das Unglück des Menschen verantwortlich machte.
1. Kapitel: Jean-Jacques Rousseau und sein Émile vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses von Natur und Kultur: Dieses Kapitel erläutert Rousseaus grundlegende kulturkritische Haltung und die damit verbundene Antinomie zwischen idealisierter Natur und der als depraviert angesehenen Kultur.
2. Kapitel: Die Grundzüge einer natürlichen Erziehung: Hier werden die zentralen Maximen der Erziehung gemäß der Natur dargelegt, insbesondere das Prinzip der "negativen Erziehung" und die Bedeutung der Altersgemäßheit sowie des Kräftegleichgewichts.
3. Kapitel: Die Erziehung gemäß der Natur: Die Kindheit des Émile (Buch 1 bis 3): Dieses Kapitel widmet sich der physischen und sinnlichen Entwicklung des Kindes in einer Umgebung fernab der Zivilisation, wobei die Natur und die Dinge als Lehrmeister fungieren.
4. Kapitel: Émile und sein Weg in die Kultur und Gesellschaft: Das abschließende Kapitel analysiert den Übergang von der isolierten, naturgemäßen Erziehung hin zur Vorbereitung auf das Leben in der Gesellschaft durch Arbeit und die Bildung sozialer Beziehungen.
Jean-Jacques Rousseau, Émile, Natürliche Erziehung, Natur, Kultur, Kulturkritik, Negative Erziehung, Kindheit, Sachlichkeit, Autonomie, Kräftegleichgewicht, Entartung, Pubertät, Sinnesschulung, Zivilisation.
Die Arbeit analysiert das Erziehungskonzept in Rousseaus "Émile" und untersucht, wie er versucht, die natürliche Entwicklung eines Kindes inmitten einer als entartet empfundenen Gesellschaft zu bewahren.
Zentrale Themen sind die Naturphilosophie Rousseaus, das Verhältnis von Erziehung zur Gesellschaft, die Entwicklungsphasen des Kindes und die Kritik an der traditionellen Zivilisation.
Das Ziel ist es, Rousseaus Anspruch zu untersuchen, durch eine natürliche Erziehung einen Weg zu finden, an dessen Ende der natürliche Mensch steht, ohne dabei ein isoliertes Leben führen zu müssen.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung des Primärwerks "Émile" und ergänzender interpretatorischer Fachliteratur basiert.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Natur-Kultur-Verhältnisses, die methodischen Grundzüge der negativen Erziehung sowie die konkrete Anwendung dieser Prinzipien in den verschiedenen Lebensaltern des Émile detailliert dargestellt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Natürliche Erziehung", "Kulturkritik", "Negative Erziehung" und "Autonomie" charakterisiert.
Für Rousseau führen Bücher in der frühen Kindheit zu einer Verfälschung der direkten Erfahrung und wecken eine Einbildungskraft, die den Zögling von seiner natürlichen Basis entfremdet und falsche gesellschaftliche Werte vermittelt.
Das Handwerk fördert die Autonomie und Unabhängigkeit des Menschen, da es eine Tätigkeit ist, die auf Selbsterhaltung ausgerichtet ist und den Einzelnen nicht in die soziale Abhängigkeit anderer gesellschaftlicher Rollen drängt.
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