Bachelorarbeit, 2012
60 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen und Defizite im Performance Management
2.1 Herleitung eines mehrdimensionalen Performance-Verständnisses
2.2 Performance-Messung im Performance Management
2.3 Einsatz von Kausalhypothesen im Prozess des Performance Managements
2.4 Praktische und konzeptionelle Defizite im Performance Management System
3 Tacit Knowledge als erfolgskritische Ressource
3.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung sowie Bedeutung in der Ressourcentheorie
3.2 Tacit Routines als das organisationale implizite Wissen
3.3 Prozessorientiertes Modell zur organisationalen expliziten Wissenserzeugung
4 Methoden zur Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen mittels Tacit Knowledge
4.1 Einordnung der Konstruktionsmethoden in den Prozess der Architektur eines Performance Management Systems
4.2 Methoden zur Konstruktion von individuellen Kausalmodell-Hypothesen
4.2.1 Self-Q Interviewtechnik
4.2.2 Narrative Interviews
4.2.3 Konstruktion von individuellen Kausalmodell-Hypothesen
4.3 Gruppenbezogene Methode zur Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen
4.4 Kombinierte Methode zur Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen
4.5 Beurteilung der methodenbasierten Konstruktionsverfahren
5 Nutzen der Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen mittels Tacit Knowledge
5.1 Einsatz von Tacit Knowledge zur Überwindung der Defizite im Performance Management System
5.2 Probleme bei dem Einsatz von Tacit Knowledge
5.2.1 Personelle und organisatorisch-strukturelle Barrieren
5.2.2 Maßnahmen zur Überwindung der Barrieren
5.3 Beurteilung des Nutzens von Tacit Knowledge
6 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und wie das implizite Erfahrungswissen von Mitarbeitern (Tacit Knowledge) durch Externalisierung genutzt werden kann, um betriebliche Ursache-Wirkungsbeziehungen im Performance Management zu identifizieren und die Effektivität von Performance Management Systemen (PMS) zu steigern.
4.2.1 Self-Q Interviewtechnik
Für die Entwicklung eines PMS werden eine Reihe verschiedener Herleitungswege vorgeschlagen. Grundsätzlich können Kausalhypothesen nur durch eine empirisch-theoretische und eine empirisch-induktive Vorgehensweise gewonnen werden, da der Herleitung über definitionslogischen Beziehungen und mathematischen Umformungen der empirische Bezug fehlt. Aufgrund der wenigen empirisch fundierten Kausalhypothesen in der betriebswirtschaftlichen Theorie und ihre inadäquate Berücksichtigung unternehmensspezifischer Gegebenheiten erscheint letztlich nur die empirisch-induktive Gewinnung von Ursache-Wirkungsbeziehungen zweckmäßig. Diese Vorgehensweise weist dem Management die Aufgabe zu, das Tacit Knowledge in Expertenbefragungen mithilfe der Self-Q Interviewtechnik zu externalisieren. Das Instrument zielt auf die Identifikation wichtiger KPIs und deren Zusammenhänge für die Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen ab, auf deren Grundlage ein PMS entwickelt werden kann.
Die von Bougon entwickelte Self-Q Interviewtechnik strebt die Offenlegung verborgener kognitiver Karten bzw. mentaler Modelle der Individuen an. Kognitive Karten visualisieren das erfahrungsgebundene Wissen und die persönliche Wahrnehmung auf die Realität. Für das Management sind die individuellen Kausalitätskarten als eine Form der kognitiven Karten bedeutender, da sie das persönliche Verständnis über die betrieblichen Abläufe reflektieren. Sie enthalten Denkkonzepte über die internen und externen Ursachen einzelner kritischer Erfolgsfaktoren und deren kausale Beziehungen zueinander.
Mithilfe der Self-Q Interviewtechnik interviewt sich der Befragte selbst. Er muss weder den Anweisungen des Interviewers Folge leisten, in welcher Form er sich zu äußern hat (non-direktiv), noch auf seine Fragestellungen reagieren (non-reaktiv). Die Technik fokussiert in erster Linie die Externalisierung der beiden mittleren Grade „der Stille“ des impliziten Wissens (vgl. Abschnitt 3.2), die zur Konstruktion von Kausalhypothesen dienen. Bougon´s Grundidee ist die, dass die befragten Mitarbeiter selbst die Experten über ihr eigenes Wissen sind und auf dieser Wissensbasis Fragen über ihre Gedanken und ihr soziales Verhalten formulieren. Einen Mehrwert für die Modellkonstruktion liefern grundsätzlich Fragen über die Entstehung der Unternehmensperformance.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz von Performance Management Systemen dar und begründet die Notwendigkeit, Tacit Knowledge zur Identifikation von Kausalbeziehungen zu nutzen.
2 Grundlagen und Defizite im Performance Management: In diesem Kapitel werden das Performance-Verständnis hergeleitet sowie die praktischen und konzeptionellen Defizite aktueller Systeme wie der Balanced Scorecard analysiert.
3 Tacit Knowledge als erfolgskritische Ressource: Hier wird Tacit Knowledge definiert und dessen Bedeutung als nachhaltiger Wettbewerbsvorteil sowie die Einbettung in organisationale Routinen erläutert.
4 Methoden zur Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen mittels Tacit Knowledge: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene methodische Ansätze wie die Self-Q Technik, narrative Interviews und Gruppenmethoden, um implizites Wissen in Kausalitätskarten zu transformieren.
5 Nutzen der Konstruktion von Kausalmodell-Hypothesen mittels Tacit Knowledge: Das Kapitel bewertet den Einsatz von Tacit Knowledge zur Defizitüberwindung im PMS und analysiert personelle sowie organisatorische Barrieren bei diesem Prozess.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Die abschließenden Seiten fassen die Hauptergebnisse der Arbeit zusammen und skizzieren den weiteren Forschungsbedarf im Bereich der Wissensexplikation für das Performance Management.
Performance Management, Tacit Knowledge, Kausalmodell-Hypothesen, Implizites Wissen, Self-Q Interviewtechnik, Kausale Kennzahlbeziehungen, Strategieumsetzung, Wettbewerbsvorteil, Ursache-Wirkungsbeziehungen, Wissensmanagement, Performance Measurement, KPI, Organisatorische Routinen, Wissensexplikation, Balanced Scorecard
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung von implizitem Erfahrungswissen (Tacit Knowledge) von Mitarbeitern zur Optimierung von Performance Management Systemen durch die Identifikation von Ursache-Wirkungsbeziehungen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Performance Management, der Wissensmanagement-Theorie (insbesondere Tacit Knowledge), Methoden der Wissensexplikation und der konstruktiven Anwendung dieser Erkenntnisse in der Unternehmenspraxis.
Das Ziel ist zu untersuchen, ob die Externalisierung von Tacit Knowledge mittels verschiedener Interview- und Gruppenmethoden helfen kann, betriebliche Ursache-Wirkungsbeziehungen zu identifizieren und so ein effektiveres Performance Management System zu architektonieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse und die Darstellung empirisch-induktiver Methoden zur Wissenskonversion (wie Self-Q-Interviews oder narrative Interviews), um daraus Kausalmodelle abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Performance Management und Tacit Knowledge, die methodische Einordnung der Modellkonstruktion sowie die kritische Würdigung der Überwindung von Barrieren beim Wissenstransfer.
Wichtige Begriffe sind Performance Management, Tacit Knowledge, Kausalmodell-Hypothesen, Wissensexplikation, Ursache-Wirkungsbeziehungen, KPIs, und Wettbewerbsvorteil.
Viele Zusammenhänge sind aufgrund exogener Umwelteinflüsse und der Komplexität von indirekten, nicht beobachtbaren Ursache-Wirkungsketten schwer deterministisch nachweisbar, weshalb das implizite Wissen der Mitarbeiter als Wissensquelle herangezogen werden muss.
Bei der Self-Q Technik interviewt sich der Mitarbeiter selbst. Der Interviewer agiert lediglich als Impulsgeber, um den Prozess der Selbstreflexion nicht durch eine direkte Fragestellung oder Beeinflussung zu verzerren.
Die Wissensspirale dient als theoretisches Gerüst, um den Prozess der Umwandlung von individuellem implizitem Wissen in organisationales explizites Wissen zu erklären, was eine wesentliche Voraussetzung für die Kausalmodellierung ist.
Durch die kollektive Interaktion und den Diskurs in Gruppen kann eine "kollektive Intelligenz" entstehen, die mehr Erfolgsfaktoren und Zusammenhänge identifizieren kann als ein einzelner Experte allein, was die Validität der Kausalitätskarten erhöht.
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