Bachelorarbeit, 2009
42 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Funktionsweise des TARGET2-Systems
3 Diskussionsfelder der laufenden Debatte um TARGET2
3.1 Risikofaktor TARGET2 für Deutschland
3.2 „Interne“ Staatsfinanzierung durch TARGET2
3.3 Kreditverlagerung in der Eurozone
4 Ansätze zur Lösung des Problems
4.1 Höchstgrenze für TARGET-Salden
4.2 Besicherung von TARGET2
4.3 Übernahme des amerikanischen Systems
4.4 Eurobonds
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die kritische Debatte um die TARGET2-Salden des Europäischen Systems der Zentralbanken. Ziel ist es, die Thesen von Prof. Hans-Werner Sinn, wonach das TARGET2-System eine verdeckte Finanzierung von Krisenstaaten durch die Bundesbank darstellt, in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen, kritisch zu hinterfragen und die Argumente der Gegenseite gegenüberzustellen.
3.1 Risikofaktor TARGET2 für Deutschland
Schon im ersten Punkt der von Sinn angestoßenen Debatte, ob ein unmittelbares Risiko von den TARGET2-Salden für Deutschland ausgeht, ist sich die Fachwelt uneinig. Ursprünglich sollten auf diesen Konten nur geringe Abrechnungsdifferenzen existieren, sodass keine Höchstbeträge für die Konten eingeführt wurden. Seit 2007 schossen jedoch die Salden der Notenbanken in die Höhe. Dies war in der konsolidierten Bilanz des Eurosystems nicht sichtbar und wurde erst in den verschiedenen NZB-Bilanzen aufgedeckt. Bis Ende 2011 sammelten sich so Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB in Höhe von 436 Mrd. Euro an.
Die Werte der Abbildung 4 zeigen, dass nicht nur Deutschland hohe Forderungen besitzt, sondern, dass auch die Niederlande, Luxemburg und Finnland erwähnenswerte Forderungen angesammelt haben. Auf der anderen Seite ist Italien als neuer größter Schuldner aufgetreten. Deswegen kann jetzt von den GIIPS-Staaten gesprochen werden. Das einzige Land, das seine Verbindlichkeiten verringert hat ist Irland und mit einem erwähnenswerten Schuldenbetrag ist Frankreich neu zu den Problemstaaten gekommen.
Sinn bemerkte, dass sich die Wichtigkeit dieser Salden auch an ihrer Größe erkennen lässt. Sie sind in ihrem Wert mehr als dreimal so hoch, wie das gesamte Ankaufprogramm der EZB für Staatsanleihen der GIPS und stellen den größten Aktivposten der Bilanz der Bundesbank unter dem Punkt 9.4 dar.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der TARGET2-Salden ein und stellt die von Prof. Hans-Werner Sinn angestoßene Kontroverse über Risiken für Deutschland dar.
2 Funktionsweise des TARGET2-Systems: Es werden die technischen Grundlagen des Zahlungsverrechnungssystems der Eurozone erläutert, um ein Verständnis für die Entstehung der Salden zu schaffen.
3 Diskussionsfelder der laufenden Debatte um TARGET2: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Hypothesen zum Risikogehalt der Salden, die Finanzierungsthese sowie das Phänomen der Kreditverlagerung.
4 Ansätze zur Lösung des Problems: Es werden verschiedene politische und ökonomische Reformvorschläge, wie die Deckelung der Salden oder die Einführung von Eurobonds, kritisch geprüft.
5 Fazit: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die Schuld an der Krise primär in den Refinanzierungsoperationen und den Leistungsbilanzdefiziten, nicht allein im TARGET2-System liegt.
TARGET2, EZB, Deutsche Bundesbank, Eurosystem, GIPS-Staaten, Leistungsbilanzdefizit, Kapitalflucht, Zahlungsbilanz, Kreditverlagerung, Staatsfinanzierung, Währungsunion, Risikoanalyse, Finanzkrise, Eurobonds, Interdistrict Settlement Accounts
Die Arbeit behandelt die kontroverse wissenschaftliche und öffentliche Debatte über die TARGET2-Salden im Eurosystem und deren Bedeutung als potenzielles Risiko für Deutschland.
Zentral sind die Entstehung der TARGET2-Verbindlichkeiten, die Frage der verdeckten Staatsfinanzierung für Krisenstaaten sowie die Auswirkungen auf die deutsche Geldpolitik.
Ziel ist es, die Thesen von Prof. Hans-Werner Sinn kritisch zu hinterfragen und die Argumente der Fachwelt gegenüberzustellen, um eine vielseitige Einsicht zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Gegenüberstellung unterschiedlicher ökonomischer Positionen, gestützt durch Datenanalysen von Bilanzen und Leistungsbilanzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erklärung der Systemfunktion, die Diskussion der Risikofelder, der Kreditverlagerung und der verschiedenen Lösungsansätze für die Euro-Krise.
Zu den Kernbegriffen zählen TARGET2, Eurosystem, Leistungsbilanzdefizit, Kapitalflucht, GIPS-Staaten und Staatsfinanzierung.
Der Begriff beschreibt die achsensymmetrische Entwicklung der Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands und der Defizite der Krisenländer, was auf einen kausalen Zusammenhang hindeutet.
Die Arbeit stellt fest, dass Eurobonds zwar eine kurzfristige Entspannung bringen könnten, aber das Problem des „Moral Hazard“ verstärken und Krisenländer nicht zu notwendigen Reformen zwingen.
Die Arbeit reflektiert diese Warnung von Sinn kritisch und verweist darauf, dass bei einem Ausfall primär der Marktwert der hinterlegten Sicherheiten über das tatsächliche Risiko entscheidet.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass sowohl eine Deckelung als auch eine Besicherung der Salden schwierig umsetzbar sind und eher die Kapitalflucht weiter anheizen könnten.
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