Magisterarbeit, 2003
72 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
Einleitung
1. Historischer Hintergrund
1.1. Geschichte der deutsch-iranischen Beziehungen
1.2. Deutsche Interessen in Iran vor Kriegsbeginn
1.3. Lage Irans bei Kriegsbeginn
1.3.1. Westliche Einflüsse
1.3.2. Reformen
1.3.3. Die Konstitutionelle Revolution
2. Deutsch-iranische Beziehungen während des Ersten Weltkrieges
2.1. Die „Nachrichtenstelle für den Orient“
2.1.1. „Korrespondenzblatt der Nachrichtenstelle für den Orient“
2.1.2. „Der Neue Orient“
2.2. Das „Persische Comité“
2.2.1. Plan zur Gründung eines Komitees
2.2.2. Mitglieder
2.2.3. Das Programm
2.3. Die Zeitschrift „Kaveh“
2.3.1. Entstehung einer persischsprachigen Zeitschrift
2.3.2. Hintergründe zur Entstehung
2.3.3. Finanzierung und Organisation von „Kaveh“
2.3.4. Autoren und Inhalte der Zeitschrift
2.4. Sayyed Hasan Taqīzādeh
2.5. Sayyed Mohammad-Alī Ğamālzādeh
3. Deutsch-iranische Beziehungen nach dem Ersten Weltkrieg
3.1. Deutsch-iranische Beziehungen
3.2. Die Zeitschrift Kaveh und das Persisches Comité
4. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die deutsch-iranischen Beziehungen während des Ersten Weltkrieges mit einem Fokus auf die Rolle intellektueller Exiliraner. Dabei steht die Analyse der politischen Zusammenarbeit durch das „Persische Comité“ und die Zeitschrift „Kaveh“ im Vordergrund, um die gegenseitigen Motive und den Versuch der Souveränitätswahrung Irans gegenüber den Besatzungsmächten zu beleuchten.
2.2.3. Das Programm
Sayyed Hasan Taqīzādeh übergab im März 1915 stellvertretend für das soeben gegründete „Persische Comité“ dem Auswärtigen Amt ein in französischer Sprache abgefasstes, 18 Seiten umfassendes Programm. Diesem Schreiben lag eine achtseitige Aufstellung der für die Durchführung des Komitees benötigten finanziellen Mittel bei. Dem Programm entsprechend sollte das Ziel der Arbeit des „Persischen Comités“ folgendes sein: „Iran sollte […] an der Seite Deutschlands bzw. des Dreibunds gegen die Kolonialmächte in den Krieg eintreten und sich aus deren Gewalt befreien“. Zu diesem Zweck sollten es sich sowohl das „Persische Comité“ in Berlin sowie die vier weiteren Komitees in Konstantinopel, Bagdad, Teheran und Schiraz zur Aufgabe machen, weitere Komitees und Missionen zu bilden, Informationen zu sammeln und zu übermitteln, Nationalisten anderer orientalischer Länder bei ihrem Kampf gegen die Kolonialmächte Großbritannien und Russland zu unterstützen und mit vielerlei propagandistischen Mitteln auf die Souveränität Irans hinzuarbeiten.
Zwar hatte das Deutsche Reich erst während der Konstitutionellen Revolution wieder eine Absage Irans bezüglich der Unterstützung der iranischen Bestrebungen, sich aus der russisch-britischen Umklammerung zu befreien, bekommen, doch hatte sich das Blatt zu Beginn des Ersten Weltkrieges gewendet. Das Deutsche Reich befand sich im Krieg mit den beiden in Iran als Kolonialmächten auftretenden Staaten, was bei vielen Iranern neue Hoffnungen weckte, so dass die Stimmung unter den iranischen Nationalisten überwiegend deutsch-freundlich war.
1. Historischer Hintergrund: Erläutert die Anfänge der deutsch-iranischen Beziehungen und die politische sowie soziale Ausgangslage in Iran vor dem Ersten Weltkrieg.
2. Deutsch-iranische Beziehungen während des Ersten Weltkrieges: Analysiert die Gründung und Funktion deutscher Propagandamittel wie der „Nachrichtenstelle für den Orient“, des „Persischen Comités“ und der Zeitschrift „Kaveh“.
3. Deutsch-iranische Beziehungen nach dem Ersten Weltkrieg: Beschreibt den Fortgang der Beziehungen nach 1918, den zunehmenden Einfluss Großbritanniens und das Ende der in Berlin initiierten Organisationen.
4. Schlusswort: Zieht Bilanz über das Scheitern der politisch-militärischen Zusammenarbeit bei gleichzeitigem Wandel der iranischen Gesellschaft durch westliche Einflüsse.
Deutsch-iranische Beziehungen, Erster Weltkrieg, Persisches Comité, Kaveh, Iranische Nationalisten, Propagandapolitik, Sayyed Hasan Taqīzādeh, Mohammad-Alī Ğamālzādeh, Kolonialismus, Konstitutionelle Revolution, Nachrichtenstelle für den Orient, Unabhängigkeit, Exiliraner, Berlin, Orientpolitik.
Die Arbeit untersucht die deutsch-iranischen politischen und kulturellen Beziehungen während des Ersten Weltkrieges, insbesondere die Rolle der Berliner intellektuellen Exilzirkel.
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Deutschland auf Iran, die Arbeit des „Persischen Comités“, die Bedeutung der Zeitschrift „Kaveh“ und die Lebenswege einflussreicher iranischer Exilintellektueller.
Das Ziel ist es, den Versuch iranischer Nationalisten zu analysieren, durch eine Kooperation mit Deutschland die Souveränität Irans gegen den Einfluss Russlands und Großbritanniens zu sichern.
Die Autorin stützt sich auf eine historische Analyse von Primärquellen, insbesondere auf Akten des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes sowie zeitgenössische Zeitschriftenartikel und Memoirs.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Ausgangslage, die detaillierte Untersuchung der Berliner Propagandastrukturen und der politischen Konzepte sowie Biographien der Akteure.
Wichtige Begriffe sind Nationalismus, Modernismus, Deutsch-iranische Beziehungen, imperiale Einflusszonen, Souveränität und intellektuelle Modernisierungsansätze.
Es diente als Koordinationsstelle, um iranische Exilanten zu vereinen und gemeinsam mit deutscher Hilfe politische Propaganda gegen die Entente-Mächte im Orient zu betreiben.
Taqīzādeh entwickelte sich durch die Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und seine späteren Tätigkeiten in Iran zu einer Schlüsselfigur, die zwischen der Bewahrung iranischer Identität und der Notwendigkeit einer umfassenden Modernisierung nach westlichem Vorbild vermittelte.
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