Masterarbeit, 2012
192 Seiten, Note: 1.15
1 Einleitung
1.1 Theoretische Hinführung
1.2 Forschungsstand
1.3 Zielsetzungen
1.4 Herleitung der Fragestellung
1.5 Vorgehensweise
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Klärung der Begrifflichkeiten
2.1.1 Kinder im Primarstufenalter
2.1.2 Verhalten und Verhaltensauffälligkeiten
2.1.3 Selbsteinschätzung
2.2 Integriertes Modell emotionaler und kognitiver Prozesse in der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung
2.3 Entwicklungsgeschehen unter besonderer Beachtung der Zielgruppe
2.4 Forschung mit Kindern
3 Empirische Forschung
3.1 Gütekriterien qualitativer Forschung
3.2 Kriterien der empirischen Untersuchung
3.3 Beschreibung des Datenerhebungsinstruments
3.3.1 Interviewform
3.3.2 Interviewleitfaden
3.4 Beschreibung der Stichprobe
3.5 Beschreibung der Durchführung
3.6 Beschreibung des Auswertungsverfahrens
4 Ergebnisse
4.1 Fallanalyse
4.2 Fallvergleich
5 Diskussion
5.1 Methodische Diskussion und Reflexion
5.2 Inhaltliche Diskussion und Reflexion
5.3 Hypothesengenerierung
6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Selbsteinschätzung des eigenen Verhaltens bei Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren explorativ zu untersuchen und dabei den Zusammenhang zwischen Selbsteinschätzung, sozial-kognitiven Informationsverarbeitungsprozessen und dem Verhalten aufzuzeigen.
1.1 Theoretische Hinführung
Wissenschaftliche Befunde deuten darauf hin, dass Defizite im Bereich der emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung (siehe Abschnitt 2.3) bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von maladaptiven Verhaltensweisen von entscheidender Bedeutung sind (vgl. HENNEMANN & HILLENBRAND 2005, 137). Die Forscherin recherchiert daher nach einer theoretischen Grundlage, welche die diesbezüglichen Kompetenzen vollständig berücksichtigt. Basierend auf diesen Anforderungen fällt die Wahl zugunsten des integrierten Modells emotionaler und kognitiver Prozesse in der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung von ARSENIO und LEMERISE aus (siehe Abschnitt 2.2).
In Bezug auf das Modell ist festzustellen, dass eine verzerrte sozial-kognitive Informationsverarbeitung in einem engen Zusammenhang mit der Ausbildung von dissozialen Problemverhalten steht (vgl. CRICK & DODGE 1994), wohingegen der Einsatz adäquater Kompetenzen die Informationsverarbeitung begünstigen und als projektiver Faktor wirken (vgl. HENNEMANN & HILLENBRAND 2006, 44; PRÄVENTION FÖRDERSCHULE O.J.).
Da insbesondere der Einstieg in den Informationsverarbeitungsprozess von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf ist, konzentriert sich die Forscherin auf die erste Stufe „Wahrnehmung und Entschlüsselung sozialer Hinweisreize“. Diese Phase erfordert – wie jede andere – gewisse Kompetenzen, die zur Bewältigung des Prozesses beitragen, wobei hier Selbstwahrnehmung, -empfinden, und -einschätzung, sowie Fremdwahrnehmung, Emotionsausdruck, und -regulation im Vordergrund stehen (vgl. HENNEMANN & HILLENBRAND 2007, 26). In Anbetracht dieses Einflusses vermutet die Forscherin, dass eine diesbezügliche Kompetenzentwicklung den Verlauf von Beginn an begünstigt. Diesem Gedanken folgend besteht durch den Ausbau der spezifischen Kompetenzen die Möglichkeit, die sozialen Hinweisreize eindeutiger zu entschlüsseln, um sie anschließend angemessen zu interpretieren. Zudem nimmt die Forscherin an, dass eine umfassende Selbsteinschätzung die Ableitung von Erfolgschancen der Handlungen ermöglicht. Die Verbesserung der Kompetenzen könnte sich daher nicht nur positiv auf den Ablauf der nächsten Phasen auswirken, sondern sich in der Auswahl sowie der Umsetzung der Reaktion niederschlagen. Eine hinreichende Selbsteinschätzung und -regulation ist diesen Überlegungen zufolge ein wichtiger Faktor für die sozial-kognitive Informationsverarbeitung, die wiederum einen Prädiktor für den weiteren Entwicklungsverlauf darstellt (siehe Abschnitt 2.3).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Selbsteinschätzung von Kindern im Grundschulalter ein, leitet die Forschungsfragen ab und beschreibt das explorative Vorgehen der Studie.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, das integrierte Modell sozial-kognitiver Informationsverarbeitung sowie grundlegende Entwicklungstheorien, die den theoretischen Rahmen bilden.
3 Empirische Forschung: Dieser Teil beschreibt das qualitative Forschungsdesign, die Auswahl der Stichprobe, die Erhebungsmethode mittels Experteninterviews sowie das Auswertungsverfahren nach der qualitativen Inhaltsanalyse.
4 Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Fallanalysen und des Fallvergleichs dargelegt, wobei die Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung und Unterschiede bei verschiedenen Verhaltensmustern analysiert werden.
5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die methodischen und inhaltlichen Aspekte der Ergebnisse kritisch reflektiert, in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet und Hypothesen generiert.
6 Ausblick: Der abschließende Teil skizziert mögliche Ansätze für zukünftige Forschungsfragen und pädagogische Fördermaßnahmen basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen.
Selbsteinschätzung, Kindheit, Sozial-kognitive Informationsverarbeitung, Verhaltensauffälligkeiten, Qualitative Forschung, Experteninterview, Selbstregulierung, Erziehungswissenschaft, Fallanalyse, Pädagogische Psychologie, Emotionsregulation, Kompetenzentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Selbsteinschätzung des eigenen Verhaltens bei Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren und analysiert deren Zusammenhang mit emotionalen und kognitiven Prozessen.
Die zentralen Themen sind die kindliche Selbsteinschätzung, Verhaltensauffälligkeiten im Primarstufenalter, das Modell der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung und qualitative Forschungsmethoden.
Ziel ist es zu verstehen, ob und wie Kinder in diesem Alter ihr eigenes Verhalten einschätzen können und inwiefern diese Einschätzungsfähigkeit mit der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung verknüpft ist.
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign angewandt, das auf Einzelfallanalysen und Experteninterviews basiert, wobei die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung herangezogen wird.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der empirischen Untersuchung (Stichprobe, Instrumente) sowie die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Selbsteinschätzung, sozial-kognitive Informationsverarbeitung, kindliche Entwicklung, Verhaltensmuster und qualitative Inhaltsanalyse.
Im Gegensatz zu vielen anderen Studien, die sich auf Leistungsbewertungen konzentrieren, fokussiert diese Arbeit auf die Selbsteinschätzung des gesamten sozialen und individuellen Verhaltens.
Die Autorin folgert, dass bereits sechs- bis achtjährige Kinder zu einer weitgehend realistischen Selbsteinschätzung fähig sind und dass diese Fähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die Anpassung an soziale Rahmenbedingungen darstellt.
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